HAC VermögensManagement AG: Höhere Performance-Chancen durch breite Basis

Wer in einen Aktienfonds investieren möchte, hat viele Fragen: Wie viele Aktien enthält das Portfolio? Nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt? Welche Branchen sind vertreten? Ist es gut, wenn viele prominente Unternehmen vertreten sind?

10.01.2020 | 10:41 Uhr

Oliver Voß, Leiter Institutionelle Mandate der HAC VermögensManagement AG, erläutert diese Fragen am Beispiel der Long-Only-Strategie des „Marathon-Aktien DividendenStars“.

Portfoliogröße als Qualitätsmerkmal?

In unserem Fonds Marathon-Aktien DividendenStars (MADS) befinden sich 230 ausgesuchte Aktien. Dies entspricht ca. 5% von mehr als 5.000 weltweit vernünftig handelbaren Aktien.

Welche davon sich am besten entwickeln werden, kann im Voraus niemand sicher sagen. Unser quantitativer Selektionsprozess erhöht durch seine breitere Basis allerdings die Wahrscheinlichkeit, auch ein paar der späteren Überflieger im Portfolio zu haben. Wie wichtig dieser Effekt ist, zeigte die Studie „Do Stocks Outperform Treasury Bills?“ von Hendrik Bessembinder, Professor an der Arizona State University. Sie kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass im Zeitraum von 1926 bis 2016 nur rund 4% von rund 26.000 jemals gelisteten US-Aktien für die gesamte Überrendite des Aktienmarktes gegenüber kurzfristigen Staatsanleihen erbrachten. Selbst wenn man wie wir nur auf Qualitätsaktien setzt, wo die Quote naturgemäß besser ausfällt, überließe man es mit einem kleinen Portfolio von nur 20 oder 30 Titeln weitgehend dem Zufall, ob man einen Volltreffer landet. Mit den 230 Qualitätsaktien im MADS bewegen wir uns soweit wie möglich vom Zufall weg und erhöhen die Wahrscheinlichkeit signifikant, dass einige dieser entscheidenden Performance-Treiber mit an Bord sind.

Natürlich steigt durch die größere Streuung auch die Anzahl potenzieller Verlustpositionen. Allerdings fallen die Aktien, die sich ungünstig entwickeln, durch die breite Streuung weniger ins Gewicht. Das liegt vor allem daran, dass wir über unsere Marathon-Auswahlkriterien nur in Aktien investieren, die unterdurchschnittliche Risiken und überdurchschnittliche Chancen erwarten lassen. Ein Beispiel: Die Liste der aktuellen Gewinner im Depot weist den Kreditkartenanbieter Mastercard auf Platz 8 aus. Allein der Gewinn dieser einen Position im Fonds reicht aus, um die zehn größten Verliererpositionen auszugleichen.

Systematische Aktienauswahl

Dass das Vertrauen der Anleger, das sich in relativ niedrigen Kursschwankungen widerspiegelt, ein sehr stabiler und damit verlässlicher Auswahlfaktor ist, zeigen unsere Untersuchungen (in 2019 mit dem VTAD-Award prämiert). Den Vorteil, den das Selektionskriterium „Low Volatility“ bietet, konnten wir für die Aktienmärkte in Europa, für die USA und Japan belegen. Auch eine Vielzahl externer Studien zeigt, dass sich niedrig schwankende Aktien über den gesamten Hausse-Baisse-Börsenzyklus systematisch besser als der Marktdurchschnitt entwickeln.

Als zweites wichtiges Kriterium nutzen wir das Momentum, um Aktien mit einer schlechten Kursdynamik auszuschließen. Diesen Aktien stehen tendenziell weitere Kursverluste bevor.

Natürlich gehen auch fundamentale Kennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis in die Beurteilung ein, um günstig bewertete Aktien zu identifizieren. Und selbstverständlich spielt die Dividendenrendite bei einem Fonds mit „DividendenStars“ im Namen eine Rolle.

MADS
MADS
MADS

Warum unbekannte Firmen vor bekannten Marken?

Kleinere, weniger bekannte Werte neigen eher dazu, über einen gewissen Zeitraum eine große Bewegung zu machen, weshalb sie systematisch öfter in unseren Top- & Flop-Listen auftauchen. Jedoch haben sie die Chance, dass sie sich besser entwickeln können als der Markt. Durch unseren bewussten Fokus auf kleinere und mittelgroße Unternehmen kommt für uns praktisch das ganze Universum mit den eingangs genannten rund 5.000 weltweit handelbaren Aktien infrage. Und da wir bei allen Unternehmen, egal ob klein oder groß, die gleichen Qualitätsmaßstäbe anlegen, sind die Risiken geringer.

Ein Beispiel: Der beste Wert im MADS-Portfolio, aktuell die Firma Idexx Labs, erbrachte seit Kauf der Position einen Gewinn von rund 267.000 €, während die 43 Verlustpositionen insgesamt ein Minus von 228.000 € verursachten (Stand 22.11.2019). Solch hohe Einzelrenditen sind bei den ganz großen Aktien eher unwahrscheinlich, da diese nicht mehr so schnell wachsen können.

Welche Sektoren liefen zuletzt am besten?

Positiv überraschten vor allem der Gesundheits- und Industriesektor. Zwar trug auch der Technologiesektor zur guten Performance bei, aber das ist nicht immer der Fall. Mitunter schwanken Technologietitel deutlich stärker, weshalb sie aufgrund der Selektion ausschließlich schwankungsarmer Werte manchmal außen vor bleiben. Hinzu kommt, dass so mancher Tech-Konzern keine oder kaum Dividende zahlt, was bei der Dividendenausrichtung des MADS ebenfalls zu Abstrichen in der Bewertung führt.

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