Moventum: Die Aktienrallye geht weiter

Michael Jensen

Die Handelswoche wurde mit positiven Zahlen aus den USA eingeläutet. So konnte der ISM für das verarbeitende Gewerbe die Erwartungen deutlich übertreffen.

10.04.2019 | 15:41 Uhr

Die Handelswoche wurde mit positiven Zahlen aus den USA eingeläutet. So konnte der ISM für das verarbeitende Gewerbe mit 55,3 Punkten nicht nur die Erwartungen (54,0), sondern auch das Ergebnis der Vorperiode (54,2) deutlich übertreffen. Vergleichsweise enttäuschend fielen dagegen die jüngsten Einzelhandelsumsätze aus, bei denen im Vergleich zum Vormonat ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent verzeichnet wurde. Das Geschehen in Europa wurde dagegen zum wiederholten Mal von politischen Ereignissen überlagert. So fanden im britischen Unterhaus weitere Abstimmungen zum Dauerthema „Brexit“ statt. Der Gordische Knoten konnte aber erneut nicht durchschlagen werden. Währenddessen wurden in den USA die Auftragseingänge für langlebige Konsumgüter veröffentlicht. Im Februar ergab sich demnach ein Rückgang von 1,6 Prozent, was jedoch besser war, als vom Markt erwartet (-1,8 Prozent).

Zur Wochenmitte enttäuschte dann aber der ISM für den Dienstleistungssektor, als mit 56,1 Punkten der Konsensus von 58,0 Punkten doch relativ klar verfehlt wurde. Das entgegengesetzte Bild zeigte sich überraschenderweise in der Eurozone, wo der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor mit 53,3 Punkten die Erwartungen leicht übertreffen konnte. Einen deutlichen Rückschlag gab es dann aber zum Ende der Woche: So zeigten sich die Auftragseingänge der deutschen Industrie mit einem Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat äußert schwach. Bestätigt wurde dies durch einen Rückgang der Industrieproduktion um 0,5 Prozent. Dieser fiel allerdings deutlich geringer aus als in der Vorperiode (-2,7 Prozent). Zum Wochenabschluss vermeldeten dann die USA die Anzahl der neu geschaffenen Stellen für den Monat März.
Mit einem Zuwachs von 196.000 Stellen konnten die Erwartungen (175.000) übertroffen werden. Die Arbeitslosenquote verharrt mit 3,8 Prozent weiterhin in der Nähe der historischen Tiefststände.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent verteuerte sich im Vergleich zur Vorwoche abermals und stieg um circa zwei US-Dollar auf nunmehr 70,34 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar legte gegenüber dem Euro um 0,05 Prozent zu. Der Yen wertete gegenüber dem Euro ab (-0,90 Prozent).

In der vergangenen Handelswoche konnten die globalen Aktienmärkte einen Wertzuwachs verzeichnen. Die größten Zuwächse wurden dabei in Europa erzielt, gefolgt von den USA. In Japan fiel das Plus am geringsten aus. Die Schwellenländer entwickelten sich besser als die Industriestaaten, gemessen am MSCI World. Innerhalb Europas zeigte die Eurozone relative Stärke. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Rohstoffe, Finanzen und IT überdurchschnittlich. Relative Schwäche zeigten dagegen nichtzyklische Konsumwerte, Gesundheitstitel und Versorger. In den USA erzielten die Sektoren Rohstoffe, Energie und zyklischer Konsum eine Outperformance, während Titel aus den Bereichen Versorger, Gesundheit und nichtzyklischer Konsum zurückblieben. Sowohl in Europa als auch den USA entwickelten sich Large Caps besser als Nebenwerte. Hinsichtlich der Investmentstile entwickelten sich in Europa „Value“ und in den USA „Growth“ besser.

Im Rentenbereich wiesen Euro-Staatsanleihen einen Kursrückgang auf. Unternehmensanleihen mit IG-Rating verzeichneten ein minimales Plus. Am besten entwickelten sich Hochzinsanleihen. Auch Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern verzeichneten Kurszuwächse.

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