Dr. Markus Elsässer: Fundamentale Kriterien für Qualitätsaktien - Beispiele für erstklassige Unternehmen

Dr. Markus Elsässer: Fundamentale Kriterien für Qualitätsaktien - Beispiele für erstklassige Unternehmen

Liebe Investoren und Investorinnen und Freunde des unabhängigen Kapitals. Aktuell ist das Wetter draußen schlecht, sodass sich die Gelegenheit bietet, sich noch intensiver mit den Börsenthemen zu beschäftigen und Research zu betreiben. Doch wie startet man Research?

03.01.2022 | 08:11 Uhr

Zunächst ist es wichtig, auf die Preisdurchsetzungskraft eines Unternehmens zu achten! Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie lediglich eine Firma mit guten Mitarbeitern und einem tollen Produkt haben, aber das Unternehmen in der entsprechenden Branche von allen Seiten attackiert wird. Es stellt sich daher die Frage, wie Sie grundsätzlich diese guten Aktien finden? Es ist wichtig, sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, da es viele Ansätze gibt, wie man tatsächlich ganz besonders gute Investments entdecken kann. Viele Investoren gehen diesen Analyseschritt viel zu oberflächlich an und sagen: „Das ist eine tolle Firma, ein schönes Produkt, ein gutes Konsumprodukt, und die verwendete Technologie ist sehr interessant“. In meinen Augen sollte man das jedoch sehr viel analytischer betrachten. Daher würde ich gerne ein paar meiner Gedanken dazu mit Ihnen teilen: Die erste Sache ist so wichtig und wird dennoch so selten gemacht! Häufig ist man in Hetze und möchte unbedingt ein Wertpapier erwerben, da viel über das Investment gesprochen und spekuliert wird, sodass viel Momentum in der Investmentmöglichkeit steckt. Das ist das falsche Vorgehen, denn bevor Sie sich von dieser Hetze treiben lassen, sollten Sie lieber eine Fundamentalanalyse durchführen und sich das Urmodell des Unternehmens genauer anschauen! In was für einem Urmodell von Geschäftsleben arbeitet das Unternehmen? Hier gibt es große Unterschiede, sodass ich in meinem Leben einige Branchen gemieden habe. So habe ich beispielsweise noch keine Toilettenpapier-Aktie gekauft. Sie können sich wahrscheinlich noch daran erinnern, dass zu Beginn der Pandemie ein regelrechter Run auf Toilettenpapier ausgelöst wurde und der Supermarkt einen Riegel vor Hamsterkäufe schieben musste. Zu diesem Zeitpunkt stellte sich die Frage, ob es sinnvoll wäre, in eben solche Aktien zu investieren. Was denken Sie hierzu? Ist die Investition in eine Toilettenpapieraktie eine tolle Sache, abgesehen von diesem kurzweiligen Hype? Ja oder Nein? Wie viel Einfluss hat das Management solcher Unternehmen darauf, den Umsatz zu steigern? Kann mir der beste Produktmanager den Umsatz verdoppeln oder verdreifachen und in 10 Jahren den Umsatz verzwanzigfachen, da er die Welt erobert? Nur sehr schwer, denn Sie müssen immer die Kundenseite betrachten. Man kauft Toilettenpapier aufgrund eines biologischen Vorgangs und nicht aufgrund eines viel besseren Marketings. Die Biologie des Menschen bestimmt den weltweiten Absatz für dieses Produkt! Die Industrie als solche ist also in sich limitiert! In meinen Augen handelt es sich hierbei um kein gutes Investment! Wie sieht es im Showbusiness aus? Kennen Sie das Motto: „There is no business like showbusiness?” Sollte man eher in eine Kinokette oder in eine Filmproduktionsfirma investieren? Ein Kino hat x Sitzplätze und kann den Film an 7 Tagen in der Woche ausstrahlen, jedoch wird das Kino von Freitag bis Sonntag am häufigsten besucht. Auch hier existiert eine gewisse Kapazitätsgrenze, unabhängig von den Marketingaktivitäten des Kinobetreibers. Schafft es hingegen der Filmproduzent mit dem Film einen Publikumsliebling auf den Markt zu bringen, existiert keine Limitation für den Umsatz. Außerdem interessiert es den Zuschauer nicht, ob der Film 10 Millionen Euro oder 100 Millionen Euro in der Produktion gekostet hat, denn sie zahlen den gleichen Preis zum Anschauen. Ist der Film jedoch ein Hit, wird er pro Kopf eventuell 2 – 3 Male und auch Jahre später noch angeschaut. Hier gilt dann wirklich das Motto: „The sky ist the limit!“, allerdings ist das Risiko natürlich auch größer! Auch die Rüstungsindustrie ist für mich ein Tabuinvestment, da hier, abgesehen von meinen moralischen und ethischen Überlegungen, ebenfalls eine Limitation vorliegt. Die Rüstungsindustrie hat in der Regel, lässt man einige privaten Milizen außen vor, nur einen Kunden: das Verteidigungsministerium. Außerdem werden in der Rüstungsindustrie Aufträge gemäß Cost-Plus-Pricing-Modell vergeben. Der Auftraggeber erteilt also einen Auftrag über beispielsweise zehn U-Boote an das produzierende Unternehmen und gibt vor, dass er den Betrag XY an Kosten plus 5 % zahlt. Das hört sich zunächst toll an, da man denkt, es kann kein Verlust gemacht werden. Jedoch handelt es sich hierbei ebenfalls um eine unglaubliche Limitation. Die produzierenden Firmen streben oftmals nicht danach, die Produktion kosteneffizient zu gestalten, da die Kosten ja getragen werden. Es besteht eine große Gefahr, dass die Firma mit der Zeit einen Wasserkopf aufbaut und es sich nur noch um ein „Kostenaufblähungsmodell“ handelt mit einer vergleichsweise geringen Marge. Für Innovationen ist in dieser Branche kaum Luft! Ich mag die Nahrungsindustrie, da ein stetiger Konsum an Nahrungsmitteln vorliegt, jedoch existiert auch hier eine natürliche Limitation, denn kein Mensch kann 100 kg Lebensmittel pro Tag konsumieren. Positiv ist jedoch, dass in dieser Branche eine große Auswahl in der Produktpalette vorliegt. Isst die Person einen Nachtisch oder doch nur eine Hauptspeise? Entscheidend ist hier neben dem Marketing der Geschmack! Daher achte ich bei Food-Aktien besonders darauf, ob es bei dem Verzehr zu einem „Verlangen nach mehr“ kommt. Das ist meistens kriegsentscheidend! Süßwarenhersteller, die seit mehr als 30 Jahren auf dem Markt sind, haben diesen „Zauber“ in der Rezeptur. Der Konsument verspürt bei dem Verzehr den Wunsch, diesem Effekt zu folgen und das Produkt am liebsten auf der Stelle erneut zu verkosten. Wenn dieser Effekt nicht gegeben ist, besitzt man Wertpapiere von einem sehr langweiligen Food-Produkt. Schauen Sie sich in Ihrer Küche einmal genauer um! Sie werden feststellen, dass beispielsweise Konservenwaren ein langweiliges Business darstellen, während andere Food-Produkte ein unglaubliches Wachstum erleben, denn sie enthalten den Effekt „bitte mehr“. Konsumieren Sie die Produkte vorab und prüfen Sie das Produkt auf genau diesen Effekt, bevor Sie in die jeweiligen Assets investieren! Das Ganze führt uns nun zum nächsten Punkt der Preissetzungsmacht. Sie sehen, dass wir von der Urfundamentalanalyse mithilfe verschiedener Überlegungen nun bei diesem Punkt angelangt sind. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie sich vor der Investition die Zeit nehmen und nicht einfach „blind“ investieren. Ihr Zielinvestment sollte eine sehr gute Preissetzungsmacht aufweisen, denn es nutzt Ihnen als Aktionär nichts, wenn das Unternehmen in der jeweiligen Branche von hinten und vorne nur getreten und in den Preisen gedrückt wird. Das Unternehmen könnte dann nicht genug Geld verdienen, um Innovation nach vorne zu bringen, sehr gutes Marketing zu betreiben und qualifiziertes Personal einzustellen. Daher interessieren mich nur Unternehmen, die eine Preisdurchsetzungsmacht haben! Meine Lieblingsbranche ist daher die Herstellung von Duft- und Aromastoffen. Aromen werden in der Lebensmittelindustrie verwendet und Duftstoffe finden ihre Verwendung in Waschmitteln, Seifen, Aftershave etc. Für diesen Bereich gibt es auf der Welt nur fünf große Hersteller, daher existiert in dieser Branche eine sehr hohe Preisdurchsetzungsmacht. Schuld sind die Rezepturen von bekannten Produkten, die bei namhaften Unternehmen immer gleich sein müssen. Der Marktführer in dieser Branche, Givaudan aus Genf, kann es sich daher leisten, vertragliche Vereinbarungen mit dem Abnehmer zu treffen, sodass Kostensteigerungen auf dem Rohstoffmarkt direkt an den Abnehmer von Aroma- und Duftstoffen weitergegeben werden kann. Die Preiserhöhungen auf dem Markt für Rohstoffe werden addiert, auf den Preis draufgeschlagen und der Kunde muss dies akzeptieren. Die meisten anderen Branchen würden hier vor einem Problem stehen, denn die Preise werden oft für einen gewissen Zeitraum festgelegt. Werden während dieser Periode die Rohstoffe teurer, hat zunächst das produzierende Unternehmen, in diesem Fall wäre das das Unternehmen Givaudan, das Nachsehen, da erst in der neuen Verhandlungsrunde über die Preise diskutiert wird. Weitere attraktive Unternehmen sind für mich die Hersteller von Hörgerätimplantaten. Ich mag diese Unternehmen, da sie erstens Gutes tun und zweitens trägt der Kunde das Implantat ein Leben lang. Die Unternehmen, die diese Implantate produzieren, sichern sich ein lebenslanges Geschäft mit dieser Person und betreuen den Kunden von der Nachversorgung über die Wartung bis hin zu Upgrades bei neuen Innovationen. Auch an diesem Beispiel sehen Sie, dass man mit viel Intelligenz nachdenken muss! Überlegen Sie genau, wo in der Geschäfts- und Investmentkultur aktuell ein Mangel vorliegt! Sie kennen mein Motto: „Denken Sie, bis es wehtut, denn dort liegt das große Geld!“

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit dem Jahr 2002 betreut. In seinem Buch, im "Des klugen Investors Podcast" und auf seinem YouTube-Channel geht er regelmäßig auf Handwerkszeug zum Value-Investing, psychologische Gefahren beim Investieren und wertvolle Tipps zum Vermögensaufbau ein.

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