ficon: Nachhaltigkeit - Gut geführte Unternehmen sind erfolgreicher

ficon: Nachhaltigkeit - Gut geführte Unternehmen sind erfolgreicher

Als Nachhaltigkeitskriterium gewinnt die gute Unternehmensführung (Governance) immer mehr an Bedeutung. Gut geführte Unternehmen weisen eine bessere Performance auf als konventionell wirtschaftende Gesellschaften. Daher kann ein Governance-Fokus einen wesentlichen Mehrwert für den langfristigen Investmenterfolg leisten.

02.12.2020 | 13:16 Uhr

Das Thema ESG (Environment, Social, Governance – Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) gewinnt in der Investmentwelt immer mehr an Bedeutung. Das zeigen aktuellen Daten des Forums nachhaltige Geldanlage (FNG). Stand Ende 2019 waren insgesamt 269,3 Milliarden Euro in Anlageprodukte investiert, die ESG-Kriterien explizit in den Anlagebedingungen festschreiben. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt man auch Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich dem FNG zufolge per Ende 2019 eine Gesamtsumme von rund 1,64 Billionen Euro für diese Art von Investments in Deutschland.

Ein großer Teil dieser Finanzprodukte konzentriert sich dabei auf den Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit. Auch das Kriterium „Social“ spielt häufig eine Rolle. Genauso wichtig, wenngleich in der Diskussion nicht immer im Fokus, ist das Kriterium „Governance“, also die gute Unternehmensführung. Diese ist genauso wichtig Umwelt und Soziales, denn eine gute Governance verhindert auch Verstöße in den übrigen Bereichen: Die Praxis zeigt, dass fragwürdige Umwelt- und Sozialpraktiken zumeist aus einer problematischen Führungskultur resultieren.

Aber was steckt genau dahinter? „Gute Unternehmensführung“ als dritter Aspekt der Nachhaltigkeitskriterien umfasst daher zum Beispiel eine aktive Überwachung und Transparenz bei Verhalten und Vergütung des Managements im Sinne der Nachhaltigkeit, die Verankerung einer Nachhaltigkeitsstrategie und des Nachhaltigkeitsmanagements auf Führungs- und Aufsichtsebene oder auch transparente Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption und Bestechung. Auch der gute Umgang mit Aktionären ist Teil einer nachhaltigen Governance von Unternehmen.

Oftmals wird auch die Corporate Social Responsibility (CSR) im Governance-Zusammenhang angeführt. Diese umschreibt den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, der über die gesetzlichen Forderungen hinausgeht. Das können die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gesundheitspräventionsangebote für Mitarbeiter, Diversity-Programme, Konzepte zur Vermeidung von Fehlverhalten und die Implementierung von Risikomanagement-Systemen, Verhaltenskodizes und sogar Whistleblowing-Systemen.

Allein der Fall des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat gezeigt, wie problematisch eine mangelhafte Governance sein kann. Nachdem die Aktie im Sommer 2019 bei 150 Euro stand, ist das Unternehmen nun aus der Insolvenz heraus verkauft worden. Andersherum gesagt bedeutet das: Gut geführte Unternehmen weisen beispielsweise deutlich weniger Umwelt- und Sozialprobleme und eine bessere Performance auf als konventionell wirtschaftende Gesellschaften, sodass sich immer mehr Unternehmen auf Governance-Fokus konzentrieren. Daher kann ein Governance-Fokus in einer nachhaltigen Anlagestrategie einen wesentlichen Mehrwert für den langfristigen Investmenterfolg leisten.

Den Nachweis dazu liefert der MSCI World Governance-Quality Index ablesen. Der Index basiert auf dem MSCI World, der Large- und Mid-Cap-Aktien in 23 Industrieländern umfasst, und soll die Leistung einer Strategie widerspiegeln, die sowohl die finanziellen als auch die Corporate Governance-Aspekte von Qualitätsinvestitionen erfassen. Stand Ende Oktober hat der MSCI World Governance-Quality Index auf Zehn-Jahressicht rund 12,6 Prozent zugelegt, in der Zwölf-Monatsbetrachtung sogar rund 14,40 Prozent. Der Leitindex MSCI World liegt deutlich darunter.

Wie eine Governance-Orientierung im Asset Management funktioniert, zeigt der nachhaltige Dividendenfonds „ficon Green Dividends“, der dezidiert Aktien auch nach dem Kriterium der guten Unternehmensführung auswählt. Mit Erfolg: Trotz der hohen Volatilität an den Märkten und der zurückhaltenden Dividendenpolitik vieler Unternehmen im Zuge der Corona-Krise hat der Fonds für das zweite Quartal in Folge Erträge für die Investoren ausgeschüttet. Fondsinvestoren haben damit jeweils 15 Cent pro Anteil erhalten.

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