Nuveen übernimmt Schroders: Milliardendeal verändert die Fondsbranche

Die Übernahme von Schroders durch Nuveen markiert das Ende eines der ältesten unabhängigen Vermögensverwalter Großbritanniens. Mit dem Milliardenkauf entsteht ein neuer globaler Player. Der Deal ist ein weiteres Signal für den zunehmenden Konsolidierungsdruck in der Branche.

13.02.2026 | 10:30 Uhr von «Peter Gewalt»

Der traditionsreiche britische Vermögensverwalter Schroders verliert nach mehr als 200 Jahren seine Unabhängigkeit. Der US-Pensionsfonds TIAA übernimmt das Unternehmen über seine Tochter Nuveen für insgesamt 9,9 Milliarden Pfund. Durch den Zusammenschluss entsteht ein globaler Vermögensverwalter mit nahezu 2,5 Billionen US‑Dollar Assets under Management. Nuveen bringt rund 1,4 Billionen US‑Dollar ein, Schroders etwa 1,1 Billionen US‑Dollar.  Der Abschluss der Transaktion wird im vierten Quartal 2026 erwartet – vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden,

Die Marke Schroders bleibt bestehen, London bleibt ein zentraler Standort des neuen Konzerns und künftig größter Hub außerhalb der USA. Die Familie Schroder, bislang mit über 40 Prozent beteiligt, unterstützt den Verkauf und sichert die entscheidende Mehrheit zur Zustimmung. Die offizielle Übernahmemitteilung von Nuveen betont, dass die Kombination der „komplementären Plattformen, Fähigkeiten und Kulturen“ entscheidend gewesen sei. 

Warum die Übernahme jetzt kommt

Die Fondsbranche befindet sich seit Jahren im Umbruch. Die wachsende Dominanz passiver Produkte setzt aktive Manager unter Kostendruck und beschleunigt die Konsolidierung. Viele Anbieter diversifizieren verstärkt in Private Markets, um rückläufige Zuflüsse bei traditionellen Aktienfonds zu kompensieren. Der Zusammenschluss von Nuveen und Schroders ist eine Reaktion auf diesen Trend – beide Häuser wollen Größenvorteile nutzen und ihr Produktangebot global besser skalieren.  Für Nuveen ist die Übernahme ein entscheidender Schritt zur globalen Expansion, da Schroders außerhalb der USA über etablierte Kundenbeziehungen verfügt.

Schwerpunkt Private Markets

Ein weiteres zentrales Motiv ist die Stärkung des gemeinsamen Angebots im Bereich alternativer Anlagen. Der neue Konzern verfügt laut CNBC über eine Private‑Markets‑Plattform  von mehr als 400 Milliarden US‑Dollar, darunter umfangreiche Immobilienbestände. Während Nuveen tief im US‑Pensionsmarkt verankert ist, bietet Schroders traditionell starke Beziehungen in Europa, dem Nahen Osten und Asien. Diese komplementären Strukturen sollen helfen, Anlegern weltweit ein breiteres Spektrum an illiquiden Strategien und nachhaltigen Investments bereitzustellen.

Geregelte Integration und Ausblick

Schroders wird zunächst als eigenständige Einheit innerhalb von Nuveen weitergeführt. CEO Richard Oldfield bleibt im Amt und rückt in das Executive Management Team von Nuveen auf, teilte das Unternehmen mit. Die kombinierten Investment‑ und Kunden­teams sollen erhalten bleiben, um Kontinuität für Anleger sicherzustellen. 

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