Wohnimmobilienpreise ziehen weiter an – Annäherung an Rekordniveau von 2022

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und nähern sich zunehmend wieder den Höchstständen aus dem Jahr 2022 an. Das geht aus aktuellen Daten des Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hervor. Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch anhaltende Angebotsengpässe und eine wieder anziehende Nachfrage nach Wohnraum.

24.04.2026 | 11:00 Uhr

Im Schlussquartal 2025 lag der Anstieg der Immobilienpreise laut vdp-Index bei 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelten sich erneut Wohnimmobilien: Bundesweit verteuerten sie sich um 4,2 Prozent, in den sieben größten deutschen Städten sogar um 4,7 Prozent. Damit rücken die Preise wieder in Reichweite der Rekordwerte aus der Niedrigzinsphase.

Wohnraummangel bleibt Preistreiber

Ein zentraler Faktor für die Entwicklung bleibt der strukturelle Wohnungsmangel. „Inzwischen sind die Preise für Wohnimmobilien nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt“, erklärte vdp-Präsident Gero Bergmann. Vor diesem Hintergrund sei auch künftig mit steigenden Preisen und Mieten zu rechnen.

Die Erholung am Immobilienmarkt hatte bereits 2024 eingesetzt, nachdem die abrupte Zinswende zuvor zu deutlichen Preisrückgängen geführt hatte. 2025 setzte sich diese Stabilisierung nun kontinuierlich fort – allerdings mit deutlich geringerer Dynamik als in den Boomjahren.

Finanzierung zieht wieder an – Neubau gewinnt an Bedeutung

Parallel zur Preisentwicklung hat sich auch die Finanzierung von Wohnimmobilien spürbar belebt. Das Volumen neu vergebener Darlehen stieg 2025 um 17,5 Prozent auf 92,6 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert: Die steigende Nachfrage betrifft zunehmend auch den Wohnungsneubau – ein Bereich, der in den vergangenen Jahren stark unter Druck geraten war.

Neben verbesserten Finanzierungsbedingungen spielt auch eine leicht steigende Zahl an Baugenehmigungen eine Rolle. Zudem entscheiden sich wieder mehr Privathaushalte für den Erwerb von Wohneigentum.

Ausblick 2026: Leicht steigende Preise erwartet

Für das laufende Jahr rechnen die Pfandbriefbanken mit einer Fortsetzung des Trends, wenn auch in moderatem Tempo. „Aus heutiger Sicht ist nach wie vor mit leicht steigenden Preisen im Jahr 2026 zu rechnen“, so Bergmann.

Entscheidend für die weitere Entwicklung bleiben vor allem zwei Faktoren: die Zinslandschaft und die Baukosten. Beide beeinflussen maßgeblich, wie stark sich Nachfrage und Angebot am Wohnimmobilienmarkt entwickeln.

Gewerbeimmobilien hinken hinterher

Während Wohnimmobilien klar im Aufwind sind, zeigt sich der Markt für Gewerbeobjekte deutlich verhaltener. Die Preise für Büro- und Einzelhandelsimmobilien stiegen 2025 lediglich um 3,5 Prozent. Grund dafür ist ihre stärkere Abhängigkeit von der allgemeinen Wirtschaftslage sowie strukturelle Veränderungen wie Homeoffice-Trends.

Fazit

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten und befindet sich wieder im Aufwärtstrend. Die Kombination aus knappem Angebot, steigender Nachfrage und sich stabilisierenden Finanzierungsbedingungen sorgt für weiter steigende Preise – wenn auch mit moderaterem Tempo als in der Vergangenheit. Für Investoren und Eigennutzer bleibt Wohnraum damit ein knappes und entsprechend wertstabiles Gut. (jk)

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