Mountain-View Data – neue Tools für Profis

Der österreichische Datenanbieter Mountain-View Data stellt sich strategisch breiter auf und treibt den Ausbau neuer Geschäftsfelder voran. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem ein neues, modular aufgebautes Terminal für Fondsanalyse und Portfoliomanagement.

01.06.2026 | 13:30 Uhr von «Jörn Kränicke»

Die Kärntner Mountain-View Data, der führende Fonds- und ETF-Datenanbieter in der DACH-Region, hat sich für 2026 viel vorgenommen. „Wir haben jetzt ein neues Tool auf den Markt gebracht, mit dem wir die Arbeit für institutionelle Investoren wesentlich erleichtern: unser speziell entwickeltes Mountain-View Terminal“, erläutert Fabienne Polanz, Head of Content & Key Account Management bei Mountain-View Data. Die Plattform bündelt mehrere bislang getrennte Anwendungen und richtet sich sowohl an institutionelle Investoren als auch an professionell agierende Privatanleger. Zu den Kernfunktionen zählen Fondssuche, Fondsvergleich sowie Portfoliomanagement-Funktionen und umfangreiche Portfolioanalysen. Im Research kann man darüber hinaus auch alternative Fonds suchen, die Korrelationen und Sharpe Ratio vergleichen.

Modular aufgebautes Terminal

Das Terminal ist als modulares System konzipiert. Basisfunktionen wie eine einfache Fondssuche mit Erstellung von diversen Standard-Factsheets sind frei zugänglich, während zusätzliche Inhalte über ein Abomodell bereitgestellt werden. Dazu zählen etwa Pflichtdokumente von Fonds wie beispielsweise Verkaufsprospekte, Jahresberichte et cetera und regulatorische Templates wie EMTs oder EETs. Auch individuell auf den Kunden abgestimmte ESG-bezogene Informationen, die im Zuge neuer regulatorischer Vorschriften laut Polanz zunehmend an Bedeutung gewinnen, können im Terminal dargestellt werden. Nutzer können zudem maßgeschneiderte Auswertungen erstellen: So besteht die Möglichkeit, mehrere Fonds inklusive Benchmark-Überlappungen zu vergleichen und sich die Ergebnisse in einem kompakten, übersichtlichen Factsheet zusammenfassen zu lassen. Der Funktionsumfang –
und damit auch der Preis – wächst mit den gewählten Zusatzoptionen.

Mit dem Terminal bedient Mountain-View Data gezielt den Bedarf nach inte­grierten Lösungen, die Analyse, Vergleich und Reporting in einer Oberfläche anschaulich vereinen. Zugleich dient das Terminal als Grundlage für die weitere Positionierung des Unternehmens im Wettbewerb mit den etablierten Datenanbietern.

Jetzt auch in Luxemburg

Mountain-View Data sieht seine Wettbewerbsvorteile vor allem in der individuellen Kundenbetreuung und der lokalen Wertschöpfung. „Während viele große Anbieter auf ausgelagerte Strukturen setzen, erfolgt die Datenverarbeitung bei uns weitgehend intern.“ Dies ermögliche kürzere Reaktionszeiten und maßgeschneiderte Lösungen, betont Polanz. Der Auf- und weitere Ausbau des Mountain-View Terminals ist eng mit der geografischen Expansion verbunden. Seit Januar verfügt Mountain-View Data über einen neuen Standort in Luxemburg, an dem derzeit das Team gemeinsam mit den Kollegen in Österreich an der Entwicklung von weiteren, neuen Geschäftsbereichen arbeitet.

Bis zum vierten Quartal 2026

Ein weiterer Ausbau dieses All-in-One Terminals wird für das vierte Quartal angestrebt. Parallel dazu hat Mountain-View Data seine Datenbasis in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Nach eigenen Angaben umfasst die Datenbank mittlerweile mehr als 100 000 Anteilsklassen weltweit. Diese Entwicklung bildet die Grundlage für die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts, sowohl im Bereich der Datenservices als auch bei den Analyse- und Bewertungsangeboten.

Davon profitieren auch die Mountain-View Fund Awards, die das Unternehmen seit sechs Jahren vergibt. Mit dieser Auszeichnung werden traditionell jene Investmentfonds prämiert, die in den Zeiträumen von zwölf, 36 und 60 Monaten die höchste Performance bei gleichzeitig geringstem Risiko erzielten. Die Preise wurden in insgesamt 92 Award-Kategorien vergeben. Daraus wurden die jeweils drei erfolgreichsten pro Kategorie ermittelt. Sie stammen 2026 von insgesamt 83 Kapitalverwaltungsgesellschaften. Die Bedeutung der Auszeichnungen hat laut Polanz kontinuierlich zugenommen.

„Während die Resonanz zu Beginn noch verhalten gewesen ist, haben inzwischen rund 50 Fondsgesellschaften die breite Wirkung der Mountain-View Fund Awards erkannt und nutzen die Auszeichnung für Marketingzwecke“, sagt Polanz. Mit der wachsenden Datenbasis sollen die Awards künftig auf weitere Märkte ausgeweitet werden. Bislang lag der Fokus auf der DACH-Region, doch perspektivisch könnten auch Länder wie Frankreich und Luxemburg stärker berücksichtigt werden. Voraussetzung dafür ist laut Polanz eine ausreichend breite Datenbasis, um belastbare Vergleichsmaßstäbe zu schaffen.

Ausbau der bestehenden Services

Neben den innovativen Initiativen bleibt das Kerngeschäft ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Dazu zählen unter anderem Reporting-Dienstleistungen für institutionelle Investoren wie Pensionskassen oder Versicherungen. „Erst im letzten Jahr konnten wir eine der größten Versicherungen in Deutschland in diesem Bereich als Neukunde gewinnen“, sagt Polanz. Die bestehenden Services sollen auch künftig weiterentwickelt und ausgebaut werden.

Gleichzeitig steigt mit neuen Geschäftsfeldern der technologische Aufwand. Während bei der Entwicklung des Terminals teilweise auf bestehende Infra­struktur zurückgegriffen werden konnte, erfordern weitere geplante Services und Tools umfangreiche Neuentwicklungen. Mountain-View Data positioniert sich dabei zunehmend als zentrale Datenplattform – als „Golden Source“, in der Fondsdaten zusammenlaufen, auf höchste Qualität geprüft, verarbeitet und anschließend wieder im Markt oder an den Kunden verteilt werden.

Die technische Umsetzung erfolgt weitgehend im eigenen Haus. Das Unternehmen betreibt seine Server selbst und verzichtet bewusst auf Cloud-Lösungen. Parallel arbeitet Mountain-View Data an der Weiterentwicklung seiner Sicherheits- und Compliance-Strukturen, etwa im Bereich Cybersecurity und Datenmanagement. Insgesamt zeigt die strategische Neuausrichtung, wie Mountain-View Data seine Rolle im Fondsmarkt deutlich ausbaut.

Entwicklung zur integrierten Plattform

Vom spezialisierten Datenanbieter entwickelt sich das Unternehmen zunehmend zu einer integrierten Plattform für Analyse, Reporting und Distribution. Mit dem neuen Terminal adressiert Mountain-View Data zwei zentrale Bedürfnisse der Branche: den klaren Zugang zu strukturierten Daten und deren effiziente Nutzung in einem zunehmend komplexen regulatorischen und technologischen Umfeld.

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