Fondsmeisterschaft: Volatilität bleibt für Oberbanscheidt & Cie das dominierende Thema

Die Kapitalmärkte stehen auch 2026 vor einem anspruchsvollen Umfeld. Marco Jansen von Oberbanscheidt & Cie rechnet mit anhaltenden Unsicherheiten – sieht aber zugleich gezielte Chancen für Anleger.

05.05.2026 | 15:45 Uhr von «Jörn Kränicke»

Aktienmärkte: Höhere Schwankungen, mehr Selektivität

Für das laufende Börsenjahr erwartet Jansen vor allem eines: anhaltend hohe Volatilität. Die zunehmende Zahl geopolitischer Konflikte dürfte die Märkte weiter belasten. Selbst solide Unternehmensgewinne allein reichen seiner Einschätzung nach nicht aus, um neue Höchststände zu rechtfertigen.

„Selektivität bleibt das Gebot der Stunde“, so Jansen – breit gestreute Investments könnten es schwerer haben als gezielte Engagements.

Rentenmärkte: Inflation bleibt der Taktgeber

Auch an den Anleihemärkten sieht Jansen vorerst keine klare Entspannung. Steigende Energiepreise dürften den Inflationsdruck hoch halten und damit die Renditen auf aktuellem Niveau stabilisieren.

Eine nachhaltige Beruhigung erwartet er erst bei einer geopolitischen Entspannung – insbesondere im Nahen Osten. Ohne eine Lösung im Iran-Konflikt sei kaum mit deutlichen Rückgängen bei den Renditen zu rechnen.

Yen-Carry-Trades als unterschätztes Risiko

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor liegt für Jansen in den globalen Finanzströmen: Yen-Carry-Trades könnten bei kleineren Zins- oder Währungsbewegungen erhebliche Marktreaktionen auslösen. Aufgrund der großen Volumina sei hier ein erhöhtes Volatilitätspotenzial gegeben.

Geopolitik als Chance – im besten Fall

Trotz aller Risiken sieht Jansen auch positive Szenarien. Eine nachhaltige Lösung im Nahen Osten könnte weitreichende wirtschaftliche Impulse liefern und die Aktienmärkte deutlich beflügeln.

Auch Länder wie die Türkei könnten davon profitieren – vorausgesetzt, es gelingt, die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. In diesem Fall sieht Jansen den türkischen Markt als möglichen Gewinner des Jahres.

Rüstungsaktien bleiben strukturell gefragt

Den Aufwärtstrend bei Verteidigungswerten hält Jansen für intakt. Der globale Paradigmenwechsel bei den Verteidigungsausgaben sei langfristig angelegt und unabhängig vom Ausgang einzelner Konflikte.

Entsprechend bleibt der Sektor – insbesondere im Bereich neuer Technologien – aus seiner Sicht weiterhin attraktiv.

Gold und Value-Aktien mit Rückenwind

Klar positioniert sich Jansen beim Thema Gold: Der Aufwärtstrend dürfte anhalten.

Bei Aktienstilen erwartet er eine Renaissance von Value-Titeln. Nachdem Growth-Aktien zuletzt stark von KI- und Chipfantasien profitiert haben, könnten hohe Bewertungen und die unsichere Marktlage dazu führen, dass Value 2026 wieder die Nase vorn hat.

Fazit

Das Börsenjahr 2026 dürfte von Unsicherheit geprägt bleiben. Geopolitik, Inflation und globale Kapitalströme sorgen für ein komplexes Umfeld. Für Anleger bedeutet das laut Jansen vor allem eines: aktives Management und gezielte Auswahl werden wichtiger denn je.

1. Fondsliga Teilnehmer 2026

Rang Team Perf. 2026
1 Zindstein Vermögensverwaltung GmbH 17,66%
2 Oberbanscheidt 12,31%
3 Fonds Laden 8,31%
4 Urban & Kollegen 7,37%
5 HOPPE VermögensBetreuung 7,03%
6 Nordproject 6,95%
7 SJB FondsSkyline 6,80%
8 Plutos Vermögensverwaltung 5,41%
9 Top Vermögen 4,30%
10 FONDS & MORE GmbH 3,12%
11 ALPS Family Office 2,94%
12 Performance AG 2,84%
13 Greiff Capital 2,46%
14 QBS Invest 2,41%
15 Source for Alpha 2,38%
16 Acatis 2,22%
17 Bank für Vermögen 2,15%
18 Bayerische Vermögen Management 1,03%
19 Plan F 0,58%
20 Höng Wealth Management 0,44%
21 FIVV AG 0,32%
22 VALEXX AG -0,69%
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