Fondsmeisterschaft: BfV sieht Geopolitik als Taktgeber
Die Kapitalmärkte stehen laut der Bank für Vermögen im Frühjahr 2026 unter dem dominierenden Einfluss geopolitischer Risiken. Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten hätte die globalen Finanzmärkte spürbar erschüttert – mit weitreichenden Folgen für Inflation, Wachstum und Anlageentscheidungen.22.04.2026 | 14:00 Uhr
Im Zentrum der aktuellen Marktdynamik steht für die BfV und Marc Haegert der Energiesektor. Der Ölpreis reagierte unmittelbar auf die Eskalation rund um den Iran und die strategisch bedeutende Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wird. In der Spitze kletterte der Preis für Brent-Öl auf nahezu 120 US-Dollar je Barrel.
Die zwischenzeitlich vereinbarte Waffenruhe sorgte zwar für eine kurzfristige Entspannung, doch bleibt die Lage fragil. Für die BfV ist klar: Die Dauer und Intensität des Konflikts wird maßgeblich über die weitere wirtschaftliche Entwicklung entscheiden. Eine anhaltende Krise dürfte die Inflation weiter anheizen und das globale Wachstum dämpfen.
Inflation steigt – Zinssenkungshoffnungen schwinden
Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. In der Eurozone zog die Inflation zuletzt auf 2,5 Prozent an, in Deutschland sogar auf 2,7 Prozent – der höchste Stand seit Anfang 2024. Gleichzeitig signalisieren Notenbanken eine zunehmend restriktive Haltung.
Besonders bemerkenswert: In den USA sind laut der BfV die Erwartungen an Zinssenkungen praktisch vollständig verschwunden. Noch Ende Februar hätten die Märkte eine gewisse Lockerung der Geldpolitik eingepreist. Die geopolitische Unsicherheit hat dieses Szenario jedoch vorerst zunichtegemacht.
Aktienmärkte unter Druck – defensive Strategien gefragt
Die Reaktion an den Börsen fiel entsprechend deutlich aus. Weltweit gaben die großen Indizes im März zwischen fünf und zehn Prozent nach. Besonders betroffen waren Technologie- und Halbleiterwerte – Branchen, die stark von Energiepreisen und globalen Lieferketten abhängen.
Die BfV beobachtet dabei eine Verschiebung der Investorenpräferenzen: Kapital fließt verstärkt in defensivere Titel und Regionen außerhalb der USA. Europa und ausgewählte Schwellenländer rücken wieder stärker in den Fokus institutioneller Anleger.
Anleihen erleben Comeback – aber mit Risiko
Parallel dazu kam es an den Rentenmärkten zu einem markanten Renditeanstieg. US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit näherten sich zwischenzeitlich 4,5 Prozent, während langlaufende Papiere sogar an der Fünf-Prozent-Marke kratzten.
Trotz steigender Renditen bleiben Anleihen für viele Investoren ein wichtiger Stabilitätsanker. Auffällig ist für die BfV jedoch, dass insbesondere kurzlaufende Titel stark nachgefragt werden – ein Zeichen für die weiterhin hohe Unsicherheit über den weiteren Zinsverlauf.
Gold verliert Sonderstatus – überraschende Entwicklung
Entgegen klassischer Muster zeigte sich Gold zuletzt schwach. „Das Edelmetall, üblicherweise ein sicherer Hafen in Krisenzeiten, verlor im März rund zwölf Prozent an Wert. Auch Silber geriet deutlich unter Druck.“
Die BfV wertet dies als ungewöhnliche Entwicklung, sieht jedoch Potenzial für eine Gegenbewegung, insbesondere falls sich die geopolitische Lage stabilisiert oder die Märkte erneut stärker in Richtung Absicherung tendieren.
USA und Deutschland: Konjunktur unter Druck
Auch auf der makroökonomischen Ebene mehren sich für Haegert die Warnsignale. In den USA schwächelt der Arbeitsmarkt erstmals spürbar, während das Verbrauchervertrauen deutlich gesunken ist. Politische Unsicherheiten rund um Haushaltsthemen und die Wirtschaftspolitik verstärken die Nervosität zusätzlich.
In Deutschland hat sich die Stimmung der Unternehmen laut ifo-Index merklich eingetrübt. Besonders energieintensive Branchen leiden laut der BfV unter den gestiegenen Kosten und gestörten Lieferketten. Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung wurde durch den Nahostkonflikt vorerst ausgebremst. (jk)
Aktueller Stand in der 1. Fondsliga
| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensverwaltung GmbH | 19,49% |
| 2 | Oberbanscheidt | 13,10% |
| 3 | HOPPE VermögensBetreuung | 8,93% |
| 4 | Fonds Laden | 8,22% |
| 5 | Urban & Kollegen | 7,93% |
| 6 | SJB FondsSkyline | 7,32% |
| 7 | Nordproject | 6,66% |
| 8 | Plutos Vermögensverwaltung | 5,89% |
| 9 | DFP Deutsche Finanz Portfolioverwaltung | 5,17% |
| 10 | Bayerische Vermögen Management | 4,76% |
| 11 | Greiff Capital | 4,26% |
| 12 | Top Vermögen | 3,18% |
| 13 | ALPS Family Office | 3,18% |
| 14 | Performance AG | 2,96% |
| 15 | Plan F | 2,63% |
| 16 | Acatis | 2,26% |
| 17 | QBS Invest | 2,06% |
| 18 | Source for Alpha | 1,74% |
| 19 | Bank für Vermögen | 1,14% |
| 20 | Höng Wealth Management | 1,00% |
| 21 | FIVV AG | 1,00% |
| 22 | VALEXX AG | -1,10% |