Der Renditebaustein Dividenden ist unterschätzt
Dividendenaktien standen zuletzt im Schatten der großen US-Technologieunternehmen. Dabei können Ausschüttungen einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtertrag eines Aktieninvestments leisten – ein Faktor, der wieder stärker ins Bewusstsein der Investoren rückt.23.01.2026 | 08:00 Uhr von «Andreas Strobl/Johanna Beeck»
Einige wenige US-Technologiegiganten haben in den vergangenen beiden Jahren allen voran die Aktienmärkte angetrieben: die Magnificent 7. Die massiven Kurssteigerungen haben die Bewertungen von Nvidia, Alphabet & Co jedoch auf ambitionierte Niveaus klettern lassen. Diese möchte längst nicht jeder Investor mittragen – insbesondere angesichts der zahlreichen Unsicherheiten, die jederzeit zu Marktschwankungen führen können. Das Kapitalmarktumfeld ist geprägt von Handelskonflikten, geopolitischen Herausforderungen und Inflationssorgen. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Aktienkategorie wieder stärker an Bedeutung, die zur Stabilität des Portfolios beitragen und attraktive Ausschüttungen bieten kann: Dividendentitel.
Dividenden sind die stille Kraft an den Aktienmärkten. Laut Zahlen von Bloomberg lieferten reinvestierte Dividenden zwischen 1989 und 2025 mehr als die Hälfte der Gesamterträge der großen Indizes in den USA und Europa. Insbesondere in herausfordernden Marktphasen konnten sie ihre Stärken als Ertragsanker und Stabilisator im Portfolio ausspielen: Während die Aktienindizes nach der 2002 geplatzten Dotcom-Blase und der Finanzkrise 2007 bis 2009 auf ein Jahrzehnt gesehen eine negative Kursentwicklung verzeichneten, trugen Dividendenerträge als einziger positiver Performancebeitrag dazu bei, die Verluste teilweise abzufedern.
Der Blick auf die Dividendenrendite reicht nicht
Wie bei allen Investmententscheidungen ist aber auch bei Dividendenaktien eine umsichtige Analyse und Auswahl erforderlich. Eine hohe erwartete Dividendenrendite klingt auf den ersten Blick attraktiv, ist aber längst kein Garant für Qualität. Denn Unternehmen können Ausschüttungen auch durch höhere Verschuldung finanzieren, obwohl die Gewinne nicht ausreichen – kurzfristig steigt die Dividendenrendite, langfristig leidet die Substanz. Ein wichtiges Warnsignal ist eine dauerhaft hohe Ausschüttungsquote (Payout-Ratio). Liegt sie über 100 Prozent, zahlt das Unternehmen seine Dividenden aus der Substanz oder verschuldet sich zunehmend. Auch der Aktienkurs kann ein verzerrtes Bild liefern: Fällt er stark, steigt die rechnerische Dividendenrendite automatisch, selbst wenn die Ausschüttung unverändert bleibt.
Die Ertragsquelle hinter der Dividendenrendite sollte daher im Investitionsprozess genau analysiert werden. Investoren sollten sich die Frage stellen, ob die Dividendenzahlungen auch in Zukunft sicher sind. Qualitativ hochwertige Unternehmen mit gesundem Gewinnwachstum können ihre Dividende kontinuierlich steigern. Erst wenn der Cashflow groß genug ist für Investitionen, Wachstum und Ausschüttungen, ist die Dividendenpolitik nachhaltig.
Die Qualität und Attraktivität der Ausschüttungen folgt also der Unternehmensqualität – und nicht umgekehrt. Daher ist neben einer verlässlichen Auszahlungspolitik, vor allem das Dividendenwachstum ein wichtiger Indikator für die Qualität einer Aktie.
Aktienrückkäufe als weitere wichtige Ausschüttungskomponente
Neben der Kursperformance und Dividendenzahlungen gibt es noch eine weitere Renditequelle, die oft unterschätzt wird: Aktienrückkäufe haben sich seit Jahren als kraftvolles Instrument etabliert, um Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Dabei kauft ein Unternehmen eigene Aktien zurück und signalisiert damit deren Attraktivität. Gleichzeitig reduziert sich die Anzahl der Aktien im Umlauf. Bleibt die Ausschüttungsquote unverändert und entwickelt sich der Gewinn konstant, steigt die Dividende pro Aktie und jeder verbleibende Aktionär profitiert stärker von künftigen Gewinnen. Rückkäufe wirken somit wie ein Hebel auf die Ausschüttung.
Historisch waren Rückkäufe wegen ihrer Flexibilität besonders in den USA beliebt, haben jedoch in den letzten Jahren auch in Europa an Bedeutung gewonnen. Im Gegensatz zur Dividendenpolitik können sie je nach Unternehmenslage oder Aktienkurs flexibler angepasst werden.
Quality Income vereint Qualität, Kontinuität und Wachstum
Anhand dieser Kriterien selektieren wir bei Berenberg im Rahmen unserer Equity-Income-Strategie und des Berenberg Global Dividend Champions Fonds nach einem globalen Bottom-up-Stockpicking-Ansatz. Im Fokus stehen qualitativ hochwertige Unternehmen mit soliden Bilanzen, starker Cashflow-Generierung und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Viele dieser Unternehmen können zusätzlich von strukturellen Trends profitieren, welche die Basis für mittel- bis langfristig steigende Gewinne und eine verlässliche Kapitalpolitik bilden.
Dabei setzen wir bewusst auf zwei Pfeiler: Dividendenchampions, die sich seit Jahren oder gar Jahrzehnten durch stabile oder kontinuierlich steigende Ausschüttungen bei gesunder Pay-out-Quote auszeichnen und damit eine hohe Stabilität und starke Finanzkraft aufweisen. Dazu gehören Aktien wie Procter & Gamble, Iberdrola, Linde oder Sanofi. Dazu kommen als zweite Säule Dividendenwachstumstitel. Das sind Unternehmen, die vor allem von strukturellen Wachstumstrends profitieren können und dadurch mittel- bis langfristig ein deutliches Gewinnwachstum erwarten lassen – was sich in einem dynamisch steigenden Dividendenniveau widerspiegelt. Diese Unternehmen stammen häufig aus dem Small-Cap-Segment.
Diesen kombinierten Ansatz nennen wir „Quality Income“: Nicht die absolute Höhe der Dividendenrendite allein steht im Vordergrund, sondern Qualität, Kontinuität und Wachstum der jährlichen Ausschüttungen unter Einbezug von Aktienrückkäufen.
Der Fonds
| Fondsname | Berenberg Global Dividend Champions Fonds |
| Fondsstart | 07.07.2025 |
| Laufende Kosten | 1,66 % p.a. |
| Fondsvolumen | 22,94 Mio. EUR |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| ISIN | DE 000 A41 504 4 |
| Fondsinfos | www.berenberg.de |
Stand: 20.10.205