Bundesrat billigt Altersvorsorgereform
Der Bundesrat hat das Altersvorsorgereformgesetz verabschiedet und damit den Weg für eine umfassende Neuordnung der privaten Altersvorsorge freigemacht. Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt den Abbau bisheriger Garantievorgaben und sieht bessere Renditechancen für Sparer. Gleichzeitig mahnen Banken und Sparkassen faire Wettbewerbsbedingungen beim geplanten staatlichen Altersvorsorgedepot an.08.05.2026 | 15:00 Uhr
Mit der Zustimmung des Bundesrates zum Altersvorsorgereformgesetz ist die größte Reform der privaten Altersvorsorge seit Jahren auf den Weg gebracht. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) bewertet den Beschluss positiv und sieht darin einen wichtigen Schritt hin zu einer moderneren und renditestärkeren Vorsorge für breite Bevölkerungsschichten.
Im Mittelpunkt der Reform stehen der Wegfall verpflichtender Beitragsgarantien in der Ansparphase sowie flexiblere Regelungen bei der Auszahlung. Aus Sicht der Bankenbranche ermöglicht dies künftig eine stärkere Beteiligung der Bürger an den Renditechancen der Kapitalmärkte.
Altersvorsorge wird attraktiver
„Damit kann die private Altersvorsorge attraktiv und
zukunftsfest gestaltet werden“, erklärte
Präsidentin Marija Kolak
des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) als diesjährige Federführerin der DK.
Positiv bewertet die DK
zudem, dass künftig auch Selbstständige und Geringverdiener stärker gefördert
werden sollen. Verbesserte Zulagen könnten die private Vorsorge in der Breite
der Gesellschaft stärken.
Die Reform sieht unter anderem ein neues Altersvorsorgedepot vor, das den Vermögensaufbau mit stärkerem Kapitalmarktbezug erleichtern soll. Gerade der Verzicht auf starre Garantievorgaben gilt seit Jahren als zentrale Forderung vieler Anbieter, da klassische Garantien in Zeiten niedriger Zinsen die Renditechancen erheblich begrenzen.
Staatliches Angebot wird kritisch gesehen
Kritisch blickt die Branche allerdings auf das geplante staatliche Altersvorsorgedepot. Hier seien weiterhin zahlreiche Fragen offen, insbesondere mit Blick auf die konkrete Ausgestaltung und die Wettbewerbsbedingungen zwischen staatlichen und privaten Anbietern.
Kolak betonte, der Erfolg der Reform hänge entscheidend davon ab, dass Verbraucher zwischen unterschiedlichen Vorsorgelösungen wählen könnten. „Nur durch echte Wahlfreiheit und marktwirtschaftlichen Wettbewerb wird das Vertrauen und die Qualität in die private Vorsorge langfristig gestärkt“, sagte sie.
Aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft kommt es nun vor allem auf eine schnelle und praxisnahe Umsetzung an. Ziel müsse sein, die neuen Produkte möglichst einfach und verständlich für Kunden zu gestalten. Banken und Sparkassen sehen sich nach eigenen Angaben gut aufgestellt, um die neuen Vorsorgemöglichkeiten über ihre flächendeckenden Vertriebsnetze breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.
Mit der Reform reagiert die Politik auf den wachsenden Druck im deutschen Alterssicherungssystem. Angesichts des demografischen Wandels gewinnt die kapitalmarktgestützte private Vorsorge zunehmend an Bedeutung. Die Bundesregierung setzt dabei künftig stärker auf Flexibilität, individuelle Wahlmöglichkeiten und höhere Renditechancen durch Aktien- und Fondsinvestments. (jk)