Lumen Vietnam Fund: Top-Fonds für Asiens Wachstums-Champion

Der Lumen Vietnam Fund setzt seit mehr als einem Jahrzehnt auf einen Markt im strukturellen Wandel. Getragen von robustem Wachstum, tiefgreifenden Reformen und der schrittweisen Integration in internationale Kapitalmarktindizes gewinnt Vietnam an Bedeutung innerhalb der Emerging Markets. Fondsmanager Mario Timpanaro erläutert, warum der Zeitpunkt für langfristig orientierte Anleger günstig erscheint.

18.02.2026 | 09:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

Fondsmanager

Mario Timpanaro, verwaltet den Lumen Vietnam Fund seit dessen Auflegung im Jahr 2012. Er spielte eine entscheidende Rolle beim Start des Fonds, der 2013 als weltweit erster vietnamesischen Aktienfonds, Long-Only das UCITS[1]Label erhielt. Zuvor war Mario ab 2006 bei Würth Finance tätig, wo er als Portfoliomanager in der Treasury- und Risikoabteilung arbeitete. Seine Karriere begann er 1987 als Market Maker für japanische Wandelanleihen und Optionsscheine bei der Bank Julius Bär in Zürich. 1992 wurde er vom Verwaltungsrat der Bank Julius Bär beauftragt, die Derivateabteilung aufzubauen. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung an der KV Zürich Business School besuchte er INSEAD in Fontainebleau (Paris), um sein Fachwissen im Bereich Derivate zu vertiefen.

Anlagestrategie

Mario Timpanaro verfolgt beim Lumen Vietnam Fund einen aktiven, benchmarkunabhängigen Investmentansatz mit dem klaren Fokus auf qualitativ hochwertige vietnamesische Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf Aktien mit soliden Geschäftsmodellen, strukturellem Wachstumspotenzial und attraktiven Bewertungen.

Die Titelauswahl erfolgt konsequent bottom-up und ist auf einen langfristigen Anlagehorizont ausgerichtet. Dabei konzentriert sich das Portfolio auf liquide Qualitätswerte, die eine nachhaltige Unternehmensentwicklung erwarten lassen. Ein aktives Risikomanagement ist integraler Bestandteil des Investmentprozesses.

Sektor- und Einzeltitelgewichtungen ergeben sich ausschließlich aus der fundamentalen Überzeugung des Fondsmanagements und nicht aus der Orientierung an Indexvorgaben. Ziel von Timpanaro ist es, Marktineffizienzen in einem noch wenig erschlossenen Aktienmarkt systematisch zu identifizieren.

Warum der aufstrebende Markt jetzt auf die globale Investment-Landkarte gehört

Vietnam geht mit Rückenwind in das Jahr 2026. Nach Einschätzung von Mario Timpanaro, Manager des Lumen Vietnam Fund, bildet das Jahr 2025 „eine außergewöhnlich solide Ausgangsbasis für den kommenden Fünfjahreszyklus“. Die Wirtschaft des südostasiatischen Landes dürfte das laufende Jahr mit einem realen Wachstum von nahezu acht Prozent abschließen – ein Wert, der Vietnam klar an die Spitze der Region setzt.

Der Befund ist eindeutig: Während viele Volkswirtschaften mit den Folgen geopolitischer Spannungen und einer schwächeren Weltkonjunktur ringen, profitiert Vietnam von einer weiterhin wettbewerbsfähigen Industrie und stabilen Exportstrukturen. Zugleich habe sich, so Timpanaró, der Dienstleistungssektor als zweites Standbein etabliert. Einzelhandel, Logistik und Tourismus seien spürbar auf Erholungskurs.

Doch der Blick des Fonds richtet sich weniger auf das ablaufende Jahr als auf die strategische Neuausrichtung ab 2026. Mit dem Beginn des neuen Fünfjahresplans verfolgt die vietnamesische Regierung nichts weniger als das ehrgeizigste Reformprogramm ihrer Geschichte. Ziel ist ein dauerhaft zweistelliges Wachstum – flankiert von umfassenden institutionellen, rechtlichen und fiskalischen Anpassungen.

Timpanaro rechnet gleichwohl mit moderateren Zahlen. „Wir prognostizieren für 2026 ein Wachstum von rund acht Prozent“, sagt der Fondsmanager und verweist auf anhaltende externe Risiken sowie eine abnehmende Dynamik ausländischer Direktinvestitionen. Gerade deshalb gewinne der geplante Strategiewechsel an Bedeutung: Das Wachstum solle künftig stärker aus dem Inland kommen.

Ein zentrales Element ist die staatliche Investitionsoffensive. Für 2026 plant die Regierung öffentliche Ausgaben von mehr als 42 Milliarden Dollar – ein Plus von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Summe markiert einen Bruch mit der bisherigen Budgetpolitik. Nach Ansicht Timpanaros signalisiert sie „den politischen Willen, Infrastruktur dauerhaft zum Kerninstrument der Wachstumsstrategie zu machen“

Neu ist dabei vor allem die stärkere Einbindung privater Unternehmen. Reformierte Investitions- und PPP-Gesetze erlauben lokalen Firmen erstmals in größerem Umfang die Beteiligung an Großprojekten. Das dürfte nicht nur die Umsetzung beschleunigen, sondern auch die Wertschöpfung im Land erhöhen.

Parallel dazu setzt die Regierung auf eine Belebung des Konsums. Sinkende Einkommensteuern, neue Arbeitsplätze durch Infrastrukturprojekte und eine expansive Fiskalpolitik sollen die Kaufkraft stärken. Zwar liege das Wachstum der Einzelhandelsumsätze noch unter dem langfristigen Durchschnitt der Vorkrisenjahre, doch die Richtung stimme, heißt es in dem Bericht.

Stabilität verspricht aus Sicht des Fonds auch die Geldpolitik. Der Druck auf den vietnamesischen Dong habe 2025 spürbar nachgelassen, was der Notenbank größeren Spielraum verschaffe. Die Inflation dürfte mit rund 3,5 Prozent moderat bleiben, trotz hoher Kreditvergabe und steigender Liquidität im Bankensystem.

Langfristig sieht Timpanaro den Schlüssel zum Erfolg jedoch in der institutionellen Modernisierung. Der Aufbau internationaler Finanzzentren in Ho-Chi-Minh-City und Da Nang soll Vietnam tiefer in die globalen Kapitalmärkte integrieren. Diese Zentren könnten nicht nur ausländisches Kapital anziehen, sondern auch dazu beitragen, bislang abfließende Gewinne im Land zu halten und die Finanzierung des Infrastrukturbooms zu sichern.

Vietnam stehe, so der Fondsmanager, „am Übergang von einem exportgetriebenen Erfolgsmodell zu einer breit abgestützten Binnenwirtschaft“. Ob der ambitionierte Zehn-Prozent-Pfad erreichbar ist, bleibt offen. Dass das Land jedoch strukturell besser aufgestellt ist als je zuvor, daran lässt der Fondsmanager wenig Zweifel.

Aufwertung innerhalb der Emerging Markets: Der FTSE-Russell-Effekt

Ein Meilenstein für den vietnamesischen Kapitalmarkt war laut Timpanaro die offizielle Hochstufung durch FTSE Russell zum Secondary Emerging Market am 8. Oktober 2025. Dieser Schritt würdige die Fortschritte des Landes bei der Marktöffnung, der Handelsinfrastruktur sowie bei Abwicklungs- und Settlement-Reformen. Zugleich ebne er den Weg für eine spätere Aufnahme in den MSCI Emerging Markets Index. Die Aufnahme in die FTSE-Russell-Indizes erhöht für den Fondsmanager die Sichtbarkeit Vietnams auf der globalen Investment-Landkarte und dürfte zusätzliche Kapitalzuflüsse von indexnahen und aktiv gemanagten Fonds nach sich ziehen. Vor allem institutionelle Anleger, die bislang aus regulatorischen oder indexbezogenen Gründen außen vor blieben, erhielten damit ein weiteres Argument. Die offizielle Aufnahme tritt am 21.September 2026 in Kraft. Als Saudi Arabien und Kuwait hochgestuft wurden, kam es zu einer Marktrally mit Kursgewinnen von 20 bis 30 Prozent.

Rendite-/Risikoprofil

Der Lumen Vietnam Fund übertraf ETFs und Vergleichsindex Vietnam All Share TR Index seit der Auflage 2012. Die Korrelation zum Euro Stoxx beträgt nur 0,29 und zum MSCI World 0,34. Auch zu anderen einzelnen Emerging Markets ist die Korrelation sehr gering und zum MSCI EM beträgt sie auch nur 0,35. Die Performance lag seit Auflage 2012 bei knapp elf Prozent. Die Volatilität lag meist um die 20 Prozent.

Portfolio und Portfoliokennzahlen

Das Portfolio ist auf 30 bis 40 Aktien konzentriert, die im Schnitt drei bis fünf Jahre gehalten werden. Trotz der Konzentration auf wenige Titel ist der Fonds ausreichend diversifiziert über zentrale Sektoren der vietnamesischen Wirtschaft. Typische Schwerpunkte liegen bei Finanzdienstleistungen, Konsum und Einzelhandel, Industrie und Infrastruktur, Immobilien und ausgewählte Technologieunternehmen. Rund 53 Prozent sind Large Caps, auf Mid Caps entfallen 35,9 Prozent und Small Caps machen 9,9 Prozent aus. Der Rest ist Cash. Interessant ist die Tatsache, dass im Gesamtportfolio die Exporte durchschnittlich nur zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, auf US-Exporte entfallen sogar nur 1,5 Prozent.

Investiert wird von Timpanaro bevorzugt in Marktführer wie die Masan Group und Unternehmen mit klarer Wettbewerbsvorteilsposition. Die Portfoliokennzahlen reflektieren einen klaren Value- und Quality-Ansatz mit attraktiven Bewertungen im historischen und regionalen Vergleich. Das KGV des Fondsportfolios beträgt 9,8.

Fazit: Ein Markt mit Rückenwind

Vietnam steht am Beginn einer neuen Phase seiner Entwicklung. Solide makroökonomische Fundamentaldaten, umfangreiche staatliche Investitionen in die Infrastruktur und die schrittweise Einbindung in internationale Finanzindizes bilden ein belastbares Fundament für langfristig orientierte Investoren. Wer sich dort frühzeitig engagieren möchte, findet im Lumen Vietnam Fonds ein langfristig bewährtes und erfolgreiches Produkt.

Fondsdaten

Fondsname Lumen Vietnam Fund -USD-R
Assetklasse: Aktien Vietnam
Fondsvolumen: 459,9 Mio.. US-Dollar
Agio max. 3,0 %
TER: 2,52%
Perf. Fee nein
WKN: A1J057
ISIN: LI0148578169
Auflagedatum: 02.03.2012
laufendes Jahr 9,6%
1 Jahr 12,9%
3 Jahre 42,0%
5 Jahre 80,3%
10 Jahre 189,5%
Vola 3 Jahre 17,1%
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