Investment-Chef setzt auf Short-Positionen bei britischen Anleihen

Brexit-Folgen andersrum: Der Investmentdirektor einer schweizerischen KVG reagiert u.a. auf die gestrigen Beschlüsse der Bank of England. Für ihn sind jetzt Staatsanleihen des Vereinigten Königreichs als Short-Positionen besonders attraktiv.

11.05.2017 | 13:51 Uhr

Tim Haywood ist Investmentdirektor der schweizerischen GAM. Er setzt darauf, dass die Kurse britischer Staatsanleihen (= Gilts) fallen, er somit mit Short-Positionen Geld verdient: Bei einem Zinsniveau nahe Null und anhaltender Währungsschwäche gehen wir davon aus, dass die Bank of England keine weiteren Lockerungsmaßnahmen auflegen dürfte", sagt Haywood. Damit seien nun Short-Positionen auf Staatsanleihen des Vereinigten Königreichs besonders attraktiv. Noch 2016 hatten die Briten einen der performancestärksten Staatsanleihenmärkte aller Industrieländer. 

Die britische Wirtschaft sei nach dem EU-Referendum stabiler geblieben als erwartet. „Die Brexit-Verhandlungen stehen zwar noch bevor. Die Äußerungen von Premierministerin May deuten allerdings darauf hin, dass der Ausstieg eher hart denn weich werden dürfte“, sagt Haywood. Ein Vorschlag der Regierung, Kredite für Investitionen in Technologie und Infrastruktur aufzunehmen, könnte auf dem Weg eines steigenden Angebots oder alternativ über eine Herabstufung durch Rating-Agenturen zu höheren Renditen führen. „Das Auslandseigentum an britischen Gilts ist seit seinem Höhepunkt 2008 um 25 Prozent zurückgegangen." Die Sorge des Gouverneurs der Bank of England um die ‚Hilfsbereitschaft von Fremden‘ bei der Finanzierung des enormen Leistungsbilanzdefizits des Vereinigten Königreichs sei daher leicht nachvollziehbar. "Wegen des Referendums könnte es dem Vereinigten Königreich zukünftig schwerfallen, Engpässe zu überbrücken“, so Haywood.

Gestern abend hatte das Monetary Council der Bank of England die Bank-Rate bei 0,25% belassen. 

(DIF)

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