Fidelity startet staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot ab 2027
Nachdem heute der Bundesrat die Altersvorsorgereform gebilligt hat, sind nun die Anbieter am Zug, um die Anleger für ihre Produkte zu begeistern. Nachdem am 8. Mai schon der Altervorsge-ETF von Acatis an der Frankfurter Börse gestartet ist, hat Fidelity International nun seine Lösung vorgestellt, die zum 1. Januar 2027 startet. Der Asset Manager kombiniert dabei aktive ETF-Strategien mit der Investmentplattform FFB und setzt auf flexible, lebensphasenorientierte Anlagekonzepte.08.05.2026 | 16:37 Uhr
Fidelity International steigt in den Markt für staatlich geförderte Altersvorsorgedepots ein. Das neue Angebot soll zum 1. Januar 2027 starten und sich sowohl an Privatanleger als auch an unabhängige Finanzberater und Vermittlerpools richten.
Mit dem neuen Produkt positioniert sich Fidelity frühzeitig im Zuge der jüngst verabschiedeten Altersvorsorgereform, die die private kapitalmarktgestützte Vorsorge in Deutschland stärken soll. Das Konzept kombiniert aktives Asset Management mit der Infrastruktur der Investmentplattform FFB (FIL Fondsbank) und setzt auf digital gesteuerte Vorsorgelösungen.
Das Angebot umfasst dabei zwei Produktvarianten: ein Premium-Modell mit aktiv gemanagten ETFs sowie ein ergänzendes Standardprodukt auf Basis kostengünstiger passiver Indexfonds.
Im Mittelpunkt des Premium-Produkts steht ein sogenannter „Gleitpfad“. Dabei wird die Portfolioallokation über den gesamten Anlagezeitraum hinweg aktiv angepasst. Je näher Anleger dem Ruhestand kommen, desto defensiver soll die Struktur ausgerichtet werden. Neben dem Alter der Anleger sollen dabei auch Marktbedingungen berücksichtigt werden.
„Wir verbinden aktives Management und globale Altersvorsorge-Expertise mit einer etablierten Investmentplattform und einem maßgeschneiderten Gleitpfad“, erklärt Susanna Wooders, Leiterin des Deutschlandgeschäfts von Fidelity International. Fidelity verwalte weltweit bereits mehr als 780 Milliarden Euro in Lebenszyklusstrategien. Erfahrungen aus internationalen Lösungen wie „Futurewise“ sollen nun in das deutsche Altersvorsorgedepot einfließen.
Aktive Steuerung macht den Unterschied
Das Unternehmen betont dabei die aktive Steuerung als zentrales Unterscheidungsmerkmal gegenüber rein regelbasierten Vorsorgelösungen. Statt starrer Umschichtungsmodelle wolle Fidelity flexible Allokationsansätze mit research-basierten ETFs kombinieren.
Potenzial für Berater
Das neue Vorsorgedepot soll sowohl direkt für Endkunden als auch über Finanzberater und Vermittler verfügbar sein. Gerade für Berater sieht Fidelity Potenzial in standardisierten und skalierbaren Vorsorgelösungen, die administrative Prozesse vereinfachen.
Die operative Basis liefert dabei die Investmentplattform FFB, die bereits seit Jahren im Fonds- und Depotgeschäft aktiv ist. Laut Fidelity seien insbesondere regulatorische Anforderungen, Kundenservice und langfristige Administration entscheidende Faktoren für den Erfolg eines Altersvorsorgedepots.
„Ein Altersvorsorgedepot ist administrativ anspruchsvoll und auf Jahrzehnte angelegt“, sagt Jan Schepanek, Sprecher der Geschäftsführung der FFB und verantwortlich für das Privatkundengeschäft von Fidelity International in Deutschland. Die Plattform solle sicherstellen, dass Anleger und Berater langfristig begleitet werden können.
Es kommt langsam Dynamik in den Altersvorsorgemarkt
Mit dem Einstieg von Fidelity gewinnt der entstehende Markt für staatlich geförderte Altersvorsorgedepots weiter an Dynamik. Die Branche rechnet damit, dass sich insbesondere ETF-basierte und kapitalmarktorientierte Vorsorgemodelle künftig stärker durchsetzen werden. Entscheidend dürfte dabei sein, wie Anbieter Renditechancen, Kostenstruktur und regulatorische Anforderungen miteinander verbinden können. (jk)