Ferienimmobilien in Deutschland: Premiumlagen bleiben Preistreiber

Ferienimmobilien in Deutschland behaupten sich auch 2026 als gefragte Anlageklasse. Vor allem in den Top-Destinationen zieht die Nachfrage wieder an – bei gleichzeitig begrenztem Angebot. Preis von bis zu 35 Millionen Euro werden aufgerufen. Das geht aus einer aktuellen Marktanalyse von Engel & Völkers hervor. Demnach entwickeln sich Ferienhäuser und -wohnungen zunehmend zu einer stabilen Säule der Vermögenssicherung.

10.04.2026 | 13:41 Uhr

Hohe Nachfrage trifft auf knappes Angebot

Sowohl Eigennutzer als auch Kapitalanleger zeigen weiterhin großes Interesse an Ferienimmobilien. In vielen Regionen übersteigt die Nachfrage das verfügbare Angebot deutlich, was die Preise stabil hält oder weiter steigen lässt. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in Premiumlagen wie auf Sylt oder an den bayerischen Seen. Dort werden weiterhin Spitzenpreise erzielt.

Engel & Völkers sieht darin ein Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Marktes gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Ferienimmobilien vereinen aus Sicht des Maklerhauses emotionale Nutzung mit langfristiger Wertstabilität.

Küsten profitieren vom „Coolcation“-Trend

Ein zentraler Nachfragetreiber ist der Trend zur sogenannten „Coolcation“. Urlauber weichen zunehmend auf kühlere Reiseziele aus und meiden heiße Mittelmeerregionen. Davon profitieren insbesondere deutsche Küstenregionen an Nord- und Ostsee. Parallel dazu bleiben auch die Alpenregionen stark gefragt – sowohl für die Eigennutzung als auch für die touristische Vermietung.

Die hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Neubauangebot schlägt sich in steigenden Preisen nieder. In den Bayerischen Alpen legten die Angebotspreise für Ferienwohnungen zuletzt um rund zehn Prozent zu.

Millionenpreise in den Toplagen

Die höchsten Preise werden weiterhin in exklusiven Lagen erzielt. Für Ferienhäuser auf Sylt werden bis zu 29 Millionen Euro aufgerufen, am Starnberger See sogar bis zu 35 Millionen Euro. Auch am Tegernsee liegen Spitzenpreise bei bis zu 25 Millionen Euro.

Am Bodensee erreichen Premiumobjekte in Konstanz Preise von bis zu 11 Millionen Euro, in umliegenden Regionen wie Überlingen oder Meersburg bis zu zehn Millionen Euro.

Auch bei Ferienwohnungen dominieren Küsten und bayerische Seen das Preisgefüge. Auf Norderney werden bis zu 25.000 Euro pro Quadratmeter erzielt, auf Sylt bis zu 22.000 Euro. In den Alpenregionen reicht die Preisspanne bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter am Tegernsee.

Energieeffizienz wird zum Schlüsselfaktor

Neben Lage und Ausstattung rückt zunehmend die energetische Qualität der Immobilien in den Fokus. Käufer achten verstärkt auf Energieeffizienz, Betriebskosten und langfristige Wertentwicklung. Der Markt differenziert sich dadurch stärker in sofort nutzbare Objekte und sanierungsbedürftige Immobilien.

Gleichzeitig gewinnen hochwertige Ausstattung, moderne Technik und regional geprägtes Design an Bedeutung – sowohl für Käufer als auch für Feriengäste.

Regulierung bremst Angebot zusätzlich

Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Regulierung. Maßnahmen wie Zweckentfremdungsverbote, Einschränkungen bei Zweitwohnsitzen oder strengere Bebauungspläne erschweren vielerorts den Neubau. Dadurch wird das Angebot zusätzlich verknappt.

In der Folge steigt der Wert von Bestandsimmobilien in Toplagen, insbesondere wenn diese flexibel genutzt oder vermietet werden dürfen.

Ausblick: Stabilität auf hohem Niveau

Für 2026 erwartet Engel & Völkers eine Fortsetzung des Trends. Während die Preise in Premiumlagen aufgrund des knappen Angebots weiter moderat steigen dürften, ist in guten und mittleren Lagen eher mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen.

Die Nachfrage dürfte insbesondere in den Top-Destinationen hoch bleiben – und das Angebot weiterhin übersteigen. Für Investoren bleibt der Markt damit attraktiv, wird aber zugleich komplexer. Fachkundige Beratung gewinnt angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen zunehmend an Bedeutung.

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