Der TiAM FundResearch Wochenrück- und -ausblick: Das Trump-Ultimatum

Was war vergangene Woche wichtig, welche Termine sind diese Woche für die Finanzmärkte entscheidend. Hier gibt es den Überblick von TiAM FundResearch.

30.03.2026 | 09:45 Uhr

Am deutschen Aktienmarkt dürfte sich weiterhin alles um den Iran-Krieg drehen. "Es bleibt dabei: Die Investoren werden weiter von den Nachrichten aus der Kriegsregion vor sich her gejagt", kommentierte Chefmarktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Angesichts der Verlängerung des US-Ultimatums für den Iran könnte der Dax in der verkürzten Karwoche einen neuen Stabilisierungsversuch wagen. Konjunkturdaten dürften derweil erste Folgen des Krieges auch hierzulande aufzeigen.

US-Präsident Donald Trump räumt dem Iran mittlerweile Zeit bis zum 6. April ein, um die unter anderem für den weltweiten Ölhandel so wichtige Straße von Hormus freizugeben. Die verlängerte Frist zeige, wie sehr die USA den Krieg beenden und eine Verhandlungslösung erreichen wollen, stellte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners fest. Sie zeige aber auch, dass sich die Verhandlungen wohl alles andere als einfach gestalten. Trump selbst verwies zuletzt auf "sehr gute" Gespräche, während der Iran mehrfach Verhandlungen dementierte.

Marktexperte Marcel Mußler schrieb mit Blick auf die jüngsten Kursverluste im Dax, dass Anleger Trump und seiner immer wieder versuchten Beruhigung der Märkte längst nicht mehr trauten. Seit Kriegsbeginn hat der deutsche Leitindex rund 3.000 Punkte eingebüßt, im bisherigen Jahresverlauf steht mittlerweile ein Minus von etwa neun Prozent zu Buche. Wenn die Anleger nun weitere Tage damit beschäftigt seien, das Ultimatum vor sich herzuschieben, bleibe es nervenaufreibend, ergänzte Mußler.

Quelle: Trading Economics

Aus Sicht von Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl wäre der Bestfall für den Dax eine Stabilisierung bis zum nächsten Wochenende: "Die Anleger könnten sich darauf verständigen, zunächst bis nach Ostern abzuwarten, um dann zu entscheiden, ob sie wieder in Aktien einsteigen wollen oder nicht." Das Ende von Trumps Frist falle passend dazu auf den Ostermontag, also einen handelsfreien Tag in Deutschland. Bereits am Karfreitag bleibt die Börse in Frankfurt ebenfalls geschlossen.

Solange die Straße von Hormus faktisch blockiert ist, sorgen sich die Anleger vor allem um weiter anziehende Ölpreise. Hohe Energiekosten könnten die Wirtschaft bremsen und gleichzeitig die Inflation antreiben. Verbraucherpreisdaten aus Deutschland und der Eurozone dürften deshalb am Montag und Dienstag besonders spannend werden. "Höhere Inflationszahlen für März dürften nur ein Vorgeschmack dessen sein, was bei einem andauernden Iran- beziehungsweise Energiekrieg in den kommenden Wochen droht", sagte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Er rechnet im zweiten Quartal erstmals seit 2023 wieder mit über drei Prozent Inflation.

Quelle: Trading Economics

Mittelfristig glauben die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen aber, dass der Dax trotz allem mit einem blauen Auge davonkommen könnte. "Für 2026 hatten wir Aktien aufgrund der hohen Bewertung ohnehin wenig Potenzial eingeräumt", argumentierte Helaba-Devisenstratege Samuel Will. Am Jahresendziel von 25.000 Punkten für den deutschen Leitindex halte er fest. Trotz der jüngsten Kursrückgänge sei an den Aktienmärkten von Panik nach wie vor nichts zu spüren. Der Iran-Krieg dürfte aber noch einige Wochen andauern, konstatierte Will.

Damit verschärft sich auch die Unsicherheit für die deutschen Unternehmen. Die bald bevorstehende Berichtssaison für das erste Quartal entwickele sich deshalb zum fundamentalen Stimmungstest, kommentierte Robert Halver, Kapitalmarktstratege bei der Baader Bank. Im Fokus stünden die Ausblicke und inwiefern energieseitig steigendem Kostendruck durch zunehmende Produktivität mittels Einsatzes von Künstlicher Intelligenz entgegengewirkt werde. Zunächst gibt es im Wochenverlauf unter den Nebenwerten in MDax und SDax aber noch einige Nachzügler mit Jahreszahlen. (dpa-AFX)

Weitere wichtige Termine:

Montag, 30. März 2026

- Deutschland: Inflationsrate März 2026 

- Eurozone: Wirtschaftsvertrauen

Dienstag, 31. März 2026

- Deutschland: Einzelhandelsumsätze – März

- Deutschland: Arbeitslosenstatistik, März

- Eurozone: Verbraucherpreisindex (CPI) – März (vorläufig)

- USA: Verbrauchervertrauen, März

- China: Einkaufsmanagerindex (PMI) – Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen, März

Mittwoch, 1. April 2026

- Eurozone: Arbeitslosenquote (Februar)

- USA: Einzelhandelsumsätze

Donnerstag, 2. April 2026

- USA: US-Handelsbilanz – Februar

- USA: Erstanträge Artbeitzslosenhilfe


Hier geht es zum Finanzmarktkalender mit den wichtigsten Terminen für Vermögensverwalter und Assetmanager.

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