Daniel Zindstein gewinnt zum vierten Mal den Titel in der 1. Fondsliga
Daniel Zindstein sichert sich zum vierten Mal den Sieg in der 1. Fondsliga und bestätigt damit abermals seine Erfolgsbilanz als Vermögensverwalter. Doch während die Performance mit einem Plus von 36,5 Prozent überzeugt, schlägt der Allgäuer zugleich nachdenkliche Töne an: Hohe Bewertungen, geopolitische Risiken, US-Zölle, eine mögliche Zinswende in Japan und der KI-Hype könnten die Kapitalmärkte 2026 einem harten Realitätscheck unterziehen.15.01.2026 | 10:30 Uhr von «Jörn Kränicke»
Bereits zum vierten Mal fährt Daniel Zindstein den Sieg in der 1. Fondsliga ein. Herzlichen Glückwunsch! Nach 2016, 2017 und 2023 gewinnt Daniel Zindstein die Fondsmeisterschaft von TiAM FundResearch 14-daily. Die ersten beiden Male gewann er noch unter der Flagge des Allgäuer Vermögensverwalter GECAM. Nun aber mit seiner eigenen Firma, der im November 2016 gegründeten Zindstein Vermögensverwaltung. Zindstein belegte schon 2020 den zweiten Platz und 2022 den dritten Platz.
Robert Habatsch sichert sich die Silbermedaille
Knapp hinter Zindstein reihte sich Robert Habatsch von GREIFF Capital aus Freiburg ein. Habatsch musste sich am Ende ganz knapp geschlagen geben. Nur ein knapper Prozentpunkt trennte den Freiburger vom Spitzenplatz. Auf den dritten Platz kam die in Kleve am Niederrhein beheimatete Oberbanscheidt & Cie.
Mehr als 36 Prozent Rendite
Daniel Zindstein schaffte den Sieg mit einem Plus von 36,5 Prozent. Als Performancebooster dienten Zindstein Goldminen- und Minenfonds sowie ein Korea und Osteuropa ETF. Zindstein sieht Gold auch weiterhin durch die weiter stark steigende Verschuldung in der Welt als gut unterstützt an. Zumal der Geschäftsführer der Zindstein Vermögensverwaltung, für das kommende Jahr eine Phase erwartet , in der zahlreiche politische, geldpolitische und wirtschaftliche Themen einem harten Realitätscheck unterzogen werden.
Hohe Bewertungen
„Die Kapitalmärkte gehen mit hohen Bewertungen und zahlreichen offenen Fragen in das neue Jahr“, sagt Zindstein. Entsprechend groß sei die Diskrepanz zwischen Kursniveau und Risikowahrnehmung. Ein zentrales Unsicherheitsmoment sieht Zindstein in der weiteren Ausgestaltung der US-Handelspolitik. Entscheidend werde sein, wo und wie sich US-Zölle tatsächlich auswirken. Dabei gehe es nicht nur um Gewinner und Verlierer auf Unternehmensebene, sondern auch um mögliche Zweitrundeneffekte. Zindstein hält es für offen, ob die Zölle die US-Inflation erneut anfachen könnten – mit entsprechenden Folgen für Zinsen und Unternehmensgewinne.
KI-Euphorie auf dem Prüfstand – und wie globale Risiken den Märkten zusetzen
Die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz kennt kaum Grenzen – die großen Tech-Konzerne investieren Milliarden, um sich einen Platz an der Spitze der nächsten Revolution zu sichern. Doch während viele Marktteilnehmer im KI-Hype die treibende Kraft für die nächste Wachstumswelle sehen, mahnt Vermögensverwalter Zindstein zu mehr Nüchternheit. „Das strukturelle Potenzial der Technologie ist zweifellos gewaltig“, sagt er, „doch zunehmend stellt sich die Frage, ob die enormen Kapitaleinsätze auch ökonomisch tragfähig sind.“ Entscheidend werde sein, ob sich die milliardenschweren Projekte am Ende rechnen – und vor allem, woher der stetige Kapitalzufluss langfristig kommen soll.
Japans Zinspolitik als Risiko
Ein weiterer Punkt, der die Märkte beschäftigen könnte, liegt aus Zindsteins Sicht in Japan. Der schwache Yen importiere Inflation ins Land und zwinge die Notenbank zum Handeln. Sollte die Bank of Japan tatsächlich eine Zinswende einleiten, droht Gegenwind für das globale Finanzsystem. Denn viele internationale Investments sind über billige Yen-Kredite – sogenannte Carry-Trades – finanziert. „Ein abrupter Kurswechsel könnte erhebliche Spannungen im weltweiten Finanzgefüge auslösen“, warnt Zindstein. Strukturelle Fragilität sei vorprogrammiert.
Europas Herausforderung: Schulden, Stabilität und Solidarität
Auch in Europa sieht Zindstein ungelöste Grundsatzfragen. Besonders Frankreich steht unter Druck: hohe Schulden, politische Unsicherheit und die Frage, wie die Refinanzierung langfristig gesichert werden kann. Im Raum steht die Rückkehr der Debatte über Euro-Bonds – ein heikles Thema, das die europäischen Zinsmärkte nachhaltig prägen könnte. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung der Ukraine ein offener Faktor: Sowohl die fortgesetzte Kriegsführung als auch ein späterer Wiederaufbau werden erhebliche finanzielle Ressourcen in Anspruch nehmen.
Märkte auf dünnem Eis
An den Kapitalmärkten zeigt sich aus Sicht von Zindstein ein zunehmend asymmetrisches Risiko. Die Aktienmärkte starten mit hohen Bewertungen und enger Marktbreite ins neue Jahr – was die kommenden Realitätschecks umso relevanter macht. Auch Staatsanleihen seien angesichts steigender Schuldenniveaus und relativ hoher Zinsen verwundbar. „Sollten die Staaten fiskalisch überziehen, ist der Weg zu Stress an den Zinsmärkten nicht weit“, warnt Zindstein.
Mit welcher Mannschaft Zindstein in die Saison 2026 startet, verraten wir ihnen in den kommenden Wochen. Auch nach dem vierten Sieg wird der Allgäuer nicht alle fünfe gerade lassen, sondern ist voll motiviert auch den 5. Titel nach Wangen im Allgäu zu holen.
Die Siegermannschaft
1. Fondsliga Teilnehmer 2025
| Rang | Vermögnesverwalter | Perf. 2025 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensverwaltung | 36,52% |
| 2 | Greiff Capital | 35,48% |
| 3 | Oberbanscheidt | 20,40% |
| 4 | Bank für Vermögen | 20,32% |
| 5 | Dolphinvest Capital | 18,08% |
| 6 | Nordproject | 16,68% |
| 7 | DFP Deutsche Finanz Portfolioverwaltung | 15,76% |
| 8 | FIVV AG | 12,10% |
| 9 | Plan F | 10,91% |
| 10 | Bayerische Vermögen Management | 10,67% |
| 11 | QBS Invest | 10,21% |
| 12 | Acatis | 9,32% |
| 13 | Urban & Kollegen | 8,63% |
| 14 | Fonds Laden | 7,84% |
| 15 | ALPS Family Office | 6,41% |
| 16 | VALEXX AG | 5,06% |
| 17 | SJB FondsSkyline | 5,03% |
| 18 | Performance AG | 4,94% |
| 19 | Top Vermögen | 3,94% |
| 20 | Höng Wealth Management | 3,53% |
| 21 | Source for Alpha | 2,81% |
| 22 | Guliver | 0,03% |