Auf diese Staatsanleihen setzen die Profis

Institutionelle Anleger setzen bei Staatsanleihen zunehmend auf Diversifikation – und reduzieren gleichzeitig ihr Engagement in den USA deutlich. Während das investierte Volumen im ersten Quartal 2026 auf fast 76 Milliarden Euro gestiegen ist, sank der Anteil von US-Treasuries als einzigem Top-10-Emittenten spürbar. Besonders gefragt waren dagegen europäische Staatsanleihen sowie Papiere staatsnaher Organisationen. Das zeigen aktuelle Daten von Universal Investment

15.05.2026 | 13:30 Uhr

Institutionelle Anleger reduzieren US-Treasuries deutlich

Institutionelle Investoren bauen ihre Engagements in Staatsanleihen weiter aus – allerdings mit einer spürbaren Verschiebung innerhalb der Portfolios. Während das Gesamtvolumen der Staatsanleiheanlagen im ersten Quartal 2026 kräftig zulegte, verloren ausgerechnet US-Treasuries deutlich an Bedeutung.

Wie aktuelle Daten von Universal Investment zeigen, stieg das Volumen institutioneller Investments in Staatsanleihen binnen Jahresfrist um 8,1 Prozent auf 75,95 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Volumen noch bei 70,24 Milliarden Euro gelegen.

Damit machen Staatsanleihen inzwischen 29,3 Prozent aller Anleihebestände auf der Plattform aus. Insgesamt investierten professionelle Anleger Ende März 2026 rund 259,1 Milliarden Euro in Anleihen – fast 40 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens von 656,8 Milliarden Euro.

USA als einziger Verlierer unter den Top-10-Emittenten

Auffällig ist dabei vor allem die Entwicklung bei US-Staatsanleihen. Obwohl die USA weiterhin zu den wichtigsten Emittenten institutioneller Anleger zählen, sank deren Anteil im Jahresvergleich um 10,4 Prozent – als einziger Wert innerhalb der zehn größten Staatsanleihe-Emittenten im Minusbereich.

Die prozentuale Entwicklung der Top 10-Staatsanleihen

Die übrigen Top-10-Emittenten konnten dagegen teils deutlich zulegen. Besonders gefragt waren deutsche Staatsanleihen: Die Allokation in Bundesanleihen stieg um 9,2 Prozent auf 21,46 Milliarden Euro.

Noch dynamischer entwickelten sich sogenannte SNAT-Anleihen – also Emissionen staatsnaher Institutionen wie Förderbanken oder supranationaler Organisationen. Diese legten um fast 34 Prozent zu. Ebenfalls stark gefragt waren Staatsanleihen aus Spanien und Österreich.

Institutionelle Anleger setzen stärker auf Diversifikation

Die Zahlen deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren ihre Staatsanleiheportfolios derzeit breiter diversifizieren und US-Risiken kritischer bewerten. Hintergrund dürften neben geopolitischen Unsicherheiten auch die hohe US-Staatsverschuldung, volatile Zinserwartungen sowie Währungsaspekte sein.

„Im gegenwärtigen Marktumfeld werden US-Treasuries differenzierter beurteilt, während der Wert der Staatsanleihen in den Portfolios unserer Kunden insgesamt weiter ansteigt“, erklärt Mathias Heiß, Deutschland-Chef von Universal Investment. Besonders bemerkenswert sei der starke Anstieg bei SNAT-Anleihen.

Die Entwicklung zeigt zugleich, dass Staatsanleihen trotz anhaltender Unsicherheiten an den Kapitalmärkten weiterhin eine zentrale Rolle in institutionellen Portfolios spielen. Vor allem europäische Emittenten profitieren derzeit offenbar von der Suche nach Stabilität und planbaren Renditen. (jk)

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