10.08.2012 | 07:45 Uhr

Jim O’Neill setzt jetzt auf MIST

Jim O’Neill setzt jetzt auf MIST
Jim O'Neill, Vorsitzender von Goldman Sachs Asset Management

Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei sind die größten Next-11-Märkte. Wachstum in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

Jim O’Neill, Vorsitzender von Goldman Sachs Asset Management und Begründer der Begriffe „BRICs“ (Brasilien, Russland, Indien, China) und „Next-11“, hat sich was Neues einfallen lassen: MIST. Mexiko, Indonesien, Südkorea, Türkei – diese Staaten stellen die größten Märkte des Goldman Sachs N-11 Equity Fund (ISIN: LU0385344592). Die MIST-Staaten sind also ein Teil der N-11 – der mit Abstand größte. Denn diese Volkswirtschaften konnten in den vergangenen zehn Jahren ihr Wachstum verdoppeln und toppten im vergangenen Jahr auch Deutschland. Vom gesamten BIP der Next-11 machen die MISTs 73 Prozent aus. „Jeder der MIST-Staaten macht mindestens ein Prozent des globalen BIP aus und voraussichtlich erhöht sich der Anteil in dieser Dekade“, sagt O’Neill.

Mexiko, Südamerikas zweitgrößte Volkswirtschaft, verzeichnete einen Rekord an Automobil-Exporten. Das Land überholte damit Brasilien – die Nummer eins in Lateinamerika und Teil der BRICs – zum zweiten Mal in Folge. Der mexikanische Leitindex MEXBOL kletterte in diesem Jahr um elf Prozent. Zum Vergleich: Der brasilianische BOVESPA schaffte nur 2,8 Prozent. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wuchs die Wirtschaft um 4,6 Prozent. Indonesien beschleunigte sein Wachstum im zweiten Quartal 2012 auf 6,37 Prozent und überraschte damit Ökonomen, die eigentlich eine Verlangsamung vorhersagten. Der Leitindex JCI legte um 7,4 Prozent zu. Am türkischen Aktienmarkt entwickelte sich der Index XU100 gar um 28 Prozent nach oben, in Südkorea war die Entwicklung mit 3,3 Prozent vergleichsweise gering. „Man erkennt einen Wandel in der Marktbeherrschung bezogen auf das Wirtschaftswachstum“, sagt Paul Christopher, Chief International Strategist bei Wells Fargo Advisors. Er empfiehlt, BRIC-Aktien zu verkaufen und stattdessen indonesische Titel zu kaufen: Die dortige Wirtschaft sei in den vergangenen sieben Quartalen um sechs Prozent gewachsen. Auch Aktien aus Südkorea seien lohnenswert. Das Land profitiere von steigenden Exporten vor allem nach China.

Auf dem Genfer World Economic Forum 2012 rangierten die MISTs vor den BRIC-Staaten – mit Ausnahme Chinas. Während Südkorea und Indonesien auf die Plätze 34 und 58 kommen, stehen Indien und Russland nur auf 100 und 112. Die Ratingagenturen Fitch und Moody’s hoben Indonesien in den vergangenen acht Monaten auf „Investment Grade“. Fitch setzte das südostasiatische Land auf BBB- hoch, Moody’s auf Baa3.

Die MIST schaffen es jedoch noch nicht, bei der Wirtschaftsleistung das BRIC-Niveau zu erreichen. Mit einem BIP von zusammen 3,9 Billionen US-Dollar im vergangenen Jahr liegen sie deutlich hinter den BRICs, die 13,5 Billionen US-Dollar erwirtschafteten. Davon kamen allein China auf 7,3 Billionen US-Dollar. Auch in Sachen Bevölkerung sind die BRICs vorne. Ihren 2,9 Milliarden Menschen stehen nur knapp 500 Millionen in den MISTs entgegen.

Dank der MISTs schaffte der Goldman Sachs N-11 Equity Fund im laufenden Jahr einen Wertzuwachs von 17,45 Prozent. Der im Februar 2011 aufgelegte Fonds hat ein Volumen von mehr als 200 Millionen Euro. Die Länderallokation zeigt, wie stark der Fonds von den MISTs abhängig ist: Zu fast drei Vierteln ist der Fonds dort investiert. Mexiko ist mit 22,5 Prozent vertreten, Südkorea mit 21,0 Prozent, Indonesien mit 15,1 Prozent und die Türkei mit 14,6 Prozent (Stand: Mai 2012).

Goldman Sachs N-11 Equity Fund:  MISTs schieben 2012 kräftig an

Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(PD)

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