08.06.2012 | 07:45 Uhr

„Next Eleven“ im Fokus

„Next Eleven“ im Fokus
Kathryn Koch, Portfolio-Strategin Goldman Sachs Asset Management

„N-11“ verfügen über 19 Prozent der Weltbevölkerung. Wachstum hängt vor allem von Infrastrukturinvestitionen ab.

Emerging Markets

„Das Next-11-Konzept geht auf eine vom damaligen Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jim O’Neill im Jahre 2005 veröffentlichte Studie zurück“, erklärt Kathryn Koch, Portfolio-Strategin bei Goldman Sachs Asset Management. Darin identifizierte O’Neill elf bevölkerungsreiche Schwellenländer, deren wirtschaftlicher Aufschwung ähnliche Folgen für die Weltwirtschaft haben könnte wie einst das Wirtschaftswachstum der BRIC-Länder. Mit Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Südkorea, Türkei und Vietnam handele es sich zwar um eine breit gefächerte Gruppe von Staaten. Allen gemein seien jedoch drei Schlüsselpositionen: „Sie alle dürften erheblich von der Wachstumsentwicklung in China profitieren, ihre Volkswirtschaften wandeln sich von Grund auf durch Infrastrukturinvestitionen und sie verfügen über große und wachsende Binnenmärkte, die ihre Abhängigkeit von den entwickelten Märkten verringern“, erwartet Koch.

Vor allem für wachstumsorientierte Investoren sei diese Gruppe, die bereits jetzt 19 Prozent der Weltbevölkerung ausmache, daher interessant. Die Herausforderung bestehe vor allem darin, angesichts der Vielfalt die besten Anlagechancen zu erkennen. Diese lägen nach Ansicht von Goldman Sachs vor allem in den Auswirkungen des chinesischen Wachstums sowie in der Infrastruktur der Länder.

Als weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft richte China sein Augenmerk derzeit auf die Inflationsbekämpfung und die Qualität des Wirtschaftswachstums. Von der sich wandelnden Dynamik profitierten viele N-11-Volkswirtschaften. „Mittlerweile steigen die Reallöhne in China und das Land legt zunehmenden Wert darauf, seine Produktionsressourcen höher in der Wertschöpfungskette zu positionieren“, so Koch. Auf der Suche nach preiswerten Standorten, an denen das verarbeitende Gewerbe seine Exportgüter fertigen lassen kann, stoßen die Unternehmen auf die Next-11. Damit sie dadurch ihr wirkliches Potenzial entfalten können, ist es für Goldman Sachs unabdingbar, dass mehr Investitionen in die Infrastruktur fließen.

„In der entwickelten Welt nehmen wir Dinge wie Straßennetz, Stromversorgung, Telekommunikation und sauberes Wasser als selbstverständlich hin“, sagt Koch. In den Schwellenländern sei eine Verbesserung dieser grundlegenden infrastrukturellen Einrichtungen jedoch entscheidend für die Wachstumsentwicklung. Zudem könne dadurch der Lebensstandard der Bevölkerung gehoben werden. Koch erwartet, dass die Next-11 in den kommenden 20 Jahren etwa eine Million Kilometer neuer befestigter Straßen bauen werden, damit Unternehmen ihre Güter transportieren können und Arbeitskräfte mobil sind. Maßnahmen zur Förderung der Stromerzeugung und zur Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser seien von einigen Regierungen bereits ergriffen worden. Aber auch die sogenannte „weiche“ Infrastruktur revolutioniere die geschäftlichen Rahmenbedingungen in einigen N-11-Ländern. Mobiltelefone beispielsweise dienten nicht nur den Kommunikationszwecken, sondern seien auch für Finanztransaktionen nutzbar. „So haben Bauern in ländlichen Gebieten per Handy Zugang zu neuen lukrativen Märkten, indem sie mit Käufern in Großstädten kommunizieren“, meint Koch.

Goldman Sachs erwartet durch die junge Bevölkerung, einen wachsenden Mittelstand und eine zunehmende Zahl an Gutverdienern in diesen Ländern, dass sich in naher Zukunft eine umfangreiche Konsumentenbasis entwickle. Ein Anstieg des Binnenkonsums schaffe Gelegenheiten für Investments im gehobenen Konsumgüterbereich und im Basiskonsumgütersektor.

Anleger sollten daher die Entwicklung der Next-11-Länder im Auge behalten, rät Koch: „Trotz aller Herausforderungen, denen sich diese Volkswirtschaften gegenübersehen, wird ihre Dynamik doch in erster Linie von ihren Bevölkerungen angetrieben, denen die Chancen der globalen Wirtschaft jetzt zunehmend zugutekommen.“

(PD)

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