Krisensicher: Jupiter überzeugt mit Long-/Short Fonds
Mit einem strikt systematischen Ansatz, täglich 7000 analysierten Aktien und einem klaren Ziel von Geldmarkt plus fünf Prozentpunkten steuert Amadeo Alentorn den Jupiter Merian Global Equity Absolute Return Strategy marktneutral durch unterschiedliche Börsenphasen. Niedrige Volatilität, geringe Korrelation zu Aktienmärkten und rund zehn Prozent Performance pro Jahr zeichnen den Fonds aus.11.03.2026 | 14:20 Uhr von «Jörn Kränicke»
Fondsmanager
Amadeo Alentorn ist Lead Investment Manager, Jupiter Systematic Equities, und managt gemeinsam mit einem sechsköpfigen Team unter anderem den Jupiter Merian Global Equity Absolute Return Fonds. Bevor er zu Jupiter kam, arbeitete er bei Merian Global Investors und bei Old Mutual als Portfoliomanager und Leiter des Research-Bereichs. Davor war er in der Financial Stability Group der Bank of England tätig, wo er Simulationsmodelle für systemische und Liquiditätsrisiken entwickelte. Zuvor arbeitete er als Softwareentwickler für CAD-Systeme und Robotikanwendungen. Seine Investmentkarriere begann er im Jahr 2005. Alentorn verfügt über einen Bachelor of Engineering (BEng) in Robotik, einen Master of Science in Informatik sowie einen Doktortitel in Computational Finance.
Anlagestrategie
Das Ziel von Alentorn beim Jupiter Merian Global Equity Absolute Return Fonds ist eine Rendite des Long-/Short Fonds von Geldmarkt plus fünf Prozentpunkten – bei sehr geringer Korrelation zu Aktienmärkten und niedrigerer Volatilität als Aktien. Die Schwankungsbreite des Fonds soll maximal sechs Prozent betragen. Der Anlageprozess stützt sich auf fünf Schlüsselkriterien, die verschiedene Stile umfassen, darunter Value, Growth und Momentum. Diese Merkmale werden kombiniert, um eine individuelle Renditeprognose für jede Aktie im Universum zu erstellen. Dazu werden täglich mehr als 7000 Unternehmen analysiert. Insgesamt fließen täglich rund 40 Millionen Datenpunkte in die Jupiter Analysen ein. Dabei nutzt Alentorn und sein Team fundamentale Kriterien wie Aktienbewertung, Bilanzqualität und Wachstumskennzahlen. „Gleichzeitig erkennen wir an, dass fundamentale Strategien zeitweise weniger effektiv sein können. Hier kommen Sentiment-Indikatoren ins Spiel – also kurzfristigere Signale, die besonders relevant sind, wenn Investoren weniger auf Fundamentaldaten achten. Schließlich berücksichtigen wir auch Kursbewegungen und technische Indikatoren, um unsere Analyse zu ergänzen.“ Um Verhaltensverzerrungen zu minimieren ist diese intensive Analyse systematisiert. „Statt manuellem Studium von Geschäftsberichten, Managementgesprächen oder der händischen Analyse externer Studien, nutzen wir KI-gestützte Verfahren, um riesige Mengen öffentlich verfügbarer Informationen auszuwerten. So können wir ein großes globales Aktienuniversum anhand unserer proprietären, wissenschaftlich entwickelten und über Jahre verfeinerten Selektionskriterien analysieren. Insgesamt fließen täglich rund 40 Millionen Datenpunkte in unsere Analysen ein“, so der Jupiter Manager. Auf Basis dieser täglichen Analyse tausender Aktien konstruiert er anschließend ein marktneutrales Portfolio. Der dynamische Investmentansatz berücksichtigt, dass in unterschiedlichen Phasen des Marktzyklus verschiedene Anlagestile gefragt sind. Der Prozess passt die Gewichtung dieser Stile automatisch an und neigt sich stärker jenen zu, die im aktuellen Umfeld voraussichtlich besser performen. „Bei der Umsetzung dieser marktneutralen Strategie setzen wir ein robustes Risikomanagement ein und achten sehr genau darauf, eine Netto-Null-Exponierung gegenüber dem Gesamtaktienmarkt sicherzustellen.“ Die Wertentwicklung einer solchen Strategie ist daher unabhängig von der Richtung des Aktienmarktes. Denn eine marktneutrale Strategie versucht, Renditen aus Alpha zu generieren, nicht aus Beta. „Sie hängt ausschließlich davon ab, im Long-Portfolio Aktien auszuwählen, die besser abschneiden als der Markt, und im Short-Portfolio solche, die schlechter abschneiden“, erklärt Alentorn.
Portfolio
Zuletzt bestand das Portfolio aus 497 Long- und 444 Short-Positionen. Die Nettoaktienquote lag bei 0,2 Prozent. Die Strategie ist nicht sektorneutral, sondern Alentorn setzt deutlich Schwerpunkte bei Long- und Shortpositionen. So ist er etwa 6,5 Prozentpunkte Netto-Long bei Finanzwerten und fünf Prozentpunkte Netto-Short bei Industriewerten. Zu den größten Long-Positionen gehörten Sk Hynix, Samsung Electronics, Taiwan Semiconductor, Ing Groep oder auch Banco Santander. Short-Positionen werden wie üblich bei Long/-Short-Fonds nicht namentlich benannt. Die Allokation der einzelnen Regionen ist weitgehend neutral aufgestellt. Alentorn und sein Team handeln einen Teil des Portfolios täglich. Die durchschnittliche Haltedauer ist viel kürzer als die der meisten traditionellen diskretionären Long-Only-Fonds, da sich der Investmentprozess dynamisch an die sich ändernden Marktbedingungen anpasst. „Wenn unser Prozess beispielsweise feststellt, dass die Anleger risikoscheuer werden, können wir einige unserer Value-Bestände verkaufen. Unser Anlageprozess unterscheidet sich deutlich von traditionellen diskretionären Aktienfonds, die langfristige Beteiligungen an Unternehmen kaufen und halten. Andererseits sind wir auch kein Hochfrequenzhandelsfonds“, sagt Alentorn.
Rendite-/Risikoprofil
Die Performance des Fonds lag über ein, drei und fünf Jahre zwischen 9,5 und 10,1 Prozent jährlich. Die Volatilität bewegte sich dabei zwischen 3,5 und 4,4 Prozent. Das Chance-Risikoverhältnis war als exzellent. Das zeigt auch die Sharpe Ratio die über die drei Zeiträume zwischen 1,92 und 2,51 lag. Diese Zahlen gelten für die Euro-gehedgte Variante. Als einen entscheidenden Faktor für die gute Entwicklung sieht Alentorn die lange gemeinsame Zusammenarbeit des Teams. „Seit 2005 verfolgen wir diesen wissenschaftlich geprägten Ansatz, um zu verstehen, wie Aktienmärkte funktionieren und wie sich über den gesamten Zyklus hinweg konsistent Alpha generieren lässt. Dieser Ansatz wird nicht nur innerhalb des Teams umgesetzt, sondern auch in enger Zusammenarbeit mit einem Netzwerk akademischer Berater an mehreren führenden Universitäten weiterentwickelt.“
Fazit
Der Jupiter Merian Global Equity Absolute Return Fonds hat sich in den vergangenen Jahren exzellent entwickelt und ist nicht nur angesichts der aktuellen Börsenlage mehr als eine gute Alternative zu Long Only Aktienfonds. Unter den global anlegenden Long-/Shortfonds nimmt eine Ausnahmestellung ein.
Fondsdaten
| ISIN (L Eur-hedged) | IE00BLP5S460 |
| WKN | A113XG |
| Kosten p.a. | 2,03% |
| Agio | 5,00% |
| Perf. fee | 20% über Euro-Geldmarkt |
| 1 Jahr | 9,80% |
| 3 Jahre | 30,90% |
| 5 Jahre | 58,30% |
| Volumen | 10,3 Mrd. Euro |