BVI-Statistik 2025: Fondsbranche sammelt Milliarden ein

2025 war ein starkes Jahr für die Fondsbranche in Deutschland – aber längst nicht alle Segmente zählten zu den Gewinnern. Viele Anlageklassen verzeichneten Rekordzuflüsse, während Immobilienfonds Abflüsse hinnehmen mussten.

10.02.2026 | 14:45 Uhr

„2025 war ein starkes Jahr. Die Fondsbranche verbuchte bei Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021 und verwaltet mit über 4.850 Milliarden Euro ein Rekordvermögen“, sagt Matthias Liermann, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI. Im letzten Jahr flossen Investmentfonds netto 154 Milliarden Euro zu. Auf offene Publikumsfonds entfallen 86 Milliarden Euro, allein 57 Milliarden Euro in Aktien und Renten-ETFs. 2026 setzte sich dieser Trend mit einem positiven Jahresstart fort. „Die Teilhabe am Kapitalmarkt nimmt spürbar zu. Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind“, sagt Liermann. Die Entwicklung spiegelt sich nicht nur in der großen Zahl von Fondssparplänen wider, sondern auch in dem Anstieg bei den Wertpapierdepots. Die Bundesbank zählt inzwischen 37 Millionen Depots. Das sind 14 Millionen mehr als 2020, allein in den letzten beiden Jahren sind 6 Millionen hinzugekommen.

Die Fondsgesellschaften verwalteten zum Jahresende 2025 für Anleger in Deutschland 4.851 Milliarden Euro. Den größten Teil managen offene Spezialfonds für institutionelle Investoren mit 2.287 Milliarden Euro.

Vermögen in Fonds und Mandaten in Milliarden Euro

Hierzu gehören vor allem Altersvorsorgeeinrichtungen (813 Milliarden Euro) und Versicherer (536 Milliarden Euro). In offenen Publikumsfonds verwalten Fondsgesellschaften 1.839 Milliarden Euro, in Mandaten 661 Milliarden Euro. Geschlossene Fonds kommen auf 64 Milliarden Euro.

Bei Publikumsfonds liegen Aktienfonds mit einem verwalteten Vermögen von 932 Milliarden Euro deutlich vorn. Davon entfallen 405 Milliarden Euro auf Aktien-ETFs. Ein Vergleich mit den Vorjahren ist nicht möglich, da seit Anfang 2025 eine neue Erhebungsmethode für ETFs gilt. Bis Ende 2024 konnten Fondsgesellschaften nur solche ETFs in die Statistik einfließen lassen, die vor allem auf den deutschen Absatzmarkt ausgerichtet waren. Andere ETFs blieben grundsätzlich außen vor, da Fondsgesellschaften bei der Ausgabe und Rücknahme von ETF-Anteilen keine Informationen über die Verteilung der Absatzmärkte erhalten. Das rasante Wachstum der ETFs hatte zur Folge, dass die Lücke zwischen dem in der Statistik bis Ende 2024 ausgewiesenen und dem tatsächlichen deutschen ETF-Markt immer größer wurde. Deshalb arbeiten seit 2025 der BVI und zahlreiche Fondsgesellschaften, die ETFs auflegen, mit dem Zentralverwahrer Clearstream zusammen. Die Clearstream-Daten zu den von Anlegern bei den depotführenden Stellen in Deutschland gehaltenen Fondsanteilen ermöglichen europaweit einzigartige ETF-Vertriebsdaten für den heimischen Absatzmarkt.

Die zweitgrößte Gruppe sind Mischfonds mit 386 Milliarden Euro. Rentenfonds kommen auf 295 Milliarden Euro, davon 81 Milliarden Euro in ETFs. Unter den Rentenfonds stellen Produkte, die in Anleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren investieren, mit 98 Milliarden Euro die größte Gruppe. Es folgen Unternehmensanleihenfonds mit 75 Milliarden Euro. Immobilienfonds verwalten 112 Milliarden Euro, Geldmarktfonds 61 Milliarden Euro.

Netto-Mittelaufkommen von Fonds ohne Mandate, 
in Milliarden Euro

Im Neugeschäft der Publikumsfonds führen Aktienfonds die Absatzliste an. Sie erhielten netto 52,0 Milliarden Euro, davon 45,6 Milliarden Euro in Aktien-ETFs und 6,4 Milliarden Euro in aktiv gemanagte Fonds. Rentenfonds verbuchten 30,7 Milliarden Euro neue Gelder, wozu Renten-ETFs 11,5 Milliarden Euro beitrugen. Mit Blick auf die Anlageklassen dominieren Fonds, die überwiegend in Anleihen mit bis zu drei Jahren Restlaufzeit investieren (18,1 Milliarden Euro), gefolgt von Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen (10,8 Milliarden Euro). Geldmarktfonds erhielten 6,6 Milliarden Euro und Mischfonds 2,3 Milliarden Euro neue Gelder. Aus Immobilienfonds flossen netto 7,7 Milliarden Euro ab. Die Rückgaben lagen zwischen 1,5 und 2,1 Milliarden Euro pro Quartal.

Netto-Mittelaufkommen offener Immobilien-Publikumsfonds in Milliarden Euro

Anleger, die ihre Immobilienfonds nach dem 21. Juli 2013 gekauft haben, mussten vor der Rückgabe eine zwölfmonatige Kündigungsfrist einhalten.

Das Neugeschäft offener Spezialfonds hat sich gegenüber dem Vorjahr von 33,8 auf 64,3 Milliarden Euro fast verdoppelt. Dabei legten Wertpapier-Spezialfonds von 26,6 auf 59,8 Milliarden Euro zu. Die Netto-Zuflüsse in Immobilien-Spezialfonds gingen von 5,5 auf 4,2 Milliarden Euro zurück. (pg)

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