Zukunftsbranche Biotechnologie: Rückblick 2025 & Ausblick 2026

Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Marktstimmungen drehen können – und wie wichtig es ist, gerade in volatilen Phasen investiert zu bleiben.

10.02.2026 | 07:46 Uhr

Von Jahresbeginn bis in den April hinein belasteten insbesondere Zoll- und gesundheitspolitische Themen das Sentiment im Biotech-Sektor. In dieser Phase lag die Performance zeitweise im negativen Bereich. In der Folge reduzierten viele Marktteilnehmer das Risiko. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass in solchen Phasen häufig die Grundlage für eine spätere Erholung gelegt wird.

Und diese Erholung kam.

Rückblick

Politische Klarheit brachte Generalisten zurück in den Sektor

Ein zentraler Wendepunkt war der im September 2025 bekannt gewordene Pfizer–US-Regierungsdeal zu Medikamentenpreisen. Begleitende politische Maßnahmen – darunter die MFN-Preisregel für Medicaid, ein globales Preisframework für neue Medikamente sowie Investitionszusagen von 70 Mrd. USD für Forschung und Produktion in den USA – sorgten für mehr Planungssicherheit. Auch bei anderen großen Pharmafirmen folgten Vereinbarungen. Besonders hervorzuheben ist die Lilly–Novo-Vereinbarung im November 2025, die über eine strategisch optimierte Preisgestaltung eine Marktausweitung bei innovativen Gewichtsmanagement-Therapien (GLP-1) adressiert.

Healthcare-Turnaround: Beginn der Bewertungsnormalisierung

Seit Ende September 2025 hat sich der Gesundheitssektor stärker entwickelt als der Gesamtmarkt. Dies ist ein Zeichen der einsetzenden Rotation, die aus unserer Sicht noch nicht abgeschlossen ist. Parallel setzte nach langer relativer Unterbewertung eine breitere Bewertungsnormalisierung ein. Als Signal des Stimmungsumschwungs rückten Qualitätsführer wie Eli Lilly in den Fokus, das zuletzt als BioPharma-Unternehmen die Marke von 1 Billion USD Marktkapitalisierung überschritt. Damit erreichte das Unternehmen einen Meilenstein, der lange vor allem Tech-Unternehmen vorbehalten war. Das unterstreicht die wachsende wirtschaftliche Bedeutung medizinischer Innovation und zeigt, dass die Biotechnologie längst nicht mehr ein Nischensektor, sondern ein zentraler Treiber globaler Kapitalmärkte ist.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Entschärfung zentraler Risiken: Preisvereinbarungen belasteten die Prognosen weniger als befürchtet, die FDA-Umstrukturierung zeigte bislang keine negativen Zulassungseffekte, und die IRA-Preisfestsetzungen für 2027 lagen im Erwartungsrahmen. Gleichzeitig bleibt das Umfeld nicht risikofrei: Ein teilweise erratisches Verhalten der FDA erhöht weiterhin das Risikoprofil im Biotech-Segment und unterstreicht, wie wichtig ein selektiver, datengetriebener Investmentansatz bleibt.

M&A war der zentrale Werttreiber – mit direkter Performancewirkung

Ein zentraler Stabilisator und Werttreiber war 2025 die deutlich anziehende M&A-Aktivität im Biotech-Sektor. Mit knapp 70 angekündigten Transaktionen wurde das höchste Deal-Volumen der vergangenen zehn Jahre erreicht. Besonders relevant ist der hohe Anteil börsennotierter Zielunternehmen, was die Attraktivität öffentlicher Bewertungen unterstreicht.

Für das Portfolio unseres MEDICAL BioHealth Fonds war M&A unmittelbar performancewirksam. Verona, Merus, Cidara, Tourmaline, Vigil, 89Bio, Metsera, Akero und SpringWorks wurden übernommen – mit Prämien von im Schnitt rund 70 % (Median 43 %). Ohne diese Transaktionen wäre die Fondsrendite etwa 12 % niedriger ausgefallen.

Zu den wichtigsten Performancetreibern zählten Insmed, Verona und BridgeBio. Weitere positive Entwicklungen zeigten Abivax, Celcuity, Praxis Precision, Cogent und Ventyx. Die größte negative Renditekontribution kam von Sarepta nach einem Todesfall im Zusammenhang mit der Duchenne-Therapie Elevidys.

Fondsentwicklung: Spürbare Erholung und ein starkes Jahresergebnis

Seit dem Tiefpunkt im April hellte sich das Marktumfeld bis zum Jahresende deutlich auf – und der Fonds konnte entsprechend profitieren. Für das Jahr 2025 ergibt sich eine Rendite von +23,0 % bzw. +24,4 % (EUR und EUR I-Tranche, Bruttowertentwicklung in EUR) sowie +35,6 % bzw. +37,6 % (EUR H und S, Bruttowertentwicklung in EUR). Damit liegt das Ergebnis 2025 klar über unseren langfristigen Vergleichsgrößen – den annualisierten Renditen über 3 Jahre (15,4 % p.a., Bruttowertentwicklung in EUR), 10 Jahre (10,5 % p.a., Bruttowertentwicklung in EUR) und seit Auflage (8,5 % p.a., Bruttowertentwicklung in EUR). Ein Blick auf den Gesamtmarkt zeigt zudem: Der Nasdaq Biotechnology Index erzielte im Jahr 2025 eine Performance von +17,2 % (in EUR).

Ausblick

Unser Blick nach vorn ist optimistisch und chancenorientiert. Die Innovationsdynamik bleibt hoch – 2025 wurden 46 neue Arzneimittel zugelassen. Große Pharmaunternehmen stehen vor strukturellem Handlungsdruck durch kommende Patentabläufe in dreistelliger Milliardenhöhe und sind weiter auf externe Innovation angewiesen. Der Bedarf, Umsatzlücken zu schließen und Innovationspipelines schneller zu ergänzen, dürfte M&A weiter antreiben – zumal zunehmend reife Assets in späten klinischen Phasen verfügbar sind und viele Käufer finanziell so gut aufgestellt sind wie seit Jahren nicht mehr. Die globalen Biotech-Venture-Investments lagen im dritten Quartal 2025 rund 70 % über dem Vorquartal. Das unterstreicht die Stimmungsaufhellung im Finanzierungsumfeld.

Wir sehen die Innovationsschwerpunkte v.a. in den Therapiebereichen der Onkologie, seltenen und kardiometabolischen Erkrankungen. Innerhalb der Krebserkrankungen treiben neue Plattformen wie ADCs und bispezifische Antikörper den Fortschritt. Bei seltenen Erkrankungen sorgen neue Wirkmechanismen, darunter Zell- und Gentherapien, für weitere Markteinführungen. In der Kardiometabolik bleibt die Dynamik hoch, insbesondere durch orale GLP-1-Therapien für Adipositas und Diabetes sowie Ansätze zur Behandlung von Folgeerkrankungen.

Makro stabilisiert sich – Healthcare profitiert

Die US-Konjunktur stabilisiert sich: Die Fed senkte den Leitzins am 10.12.2025 auf 3,50–3,75 %, während der Core CPI unter den Erwartungen lag. Der Arbeitsmarkt kühlte moderat ab, Entlassungen blieben niedrig. Der längste US-Shutdown (01.10.–12.11.2025) in der Historie der Vereinigten Staaten dürfte das Wachstum nur vorübergehend belastet haben. Vor diesem Hintergrund sehen wir für 2026 ein weiter verbessertes Chance-Risiko-Profil im Gesundheitssektor. Politische Lösungen könnten weiter an Bedeutung gewinnen (z. B. bei der Verlängerung der Obamacare-Subventionen), während sich die US-Regierung im Vorfeld der Zwischenwahlen voraussichtlich stärker auf andere Themen fokussiert. Fundamentalen Rückenwind liefert zudem die demografisch getriebene Nachfrage.

China als strategischer Wachstumstreiber

China gewinnt sowohl als Innovationsstandort, als auch als Partner für internationale Wertschöpfung an strategischer Bedeutung. Eine Kooperationsvereinbarung mit einem Volumen von >11 Mrd. USD zwischen der globalen Pharmaindustrie und China unterstreicht diese Dynamik. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, haben wir das Investitionsspektrum im MEDICAL BioHealth seit dem 15. Dezember 2025 erweitert. Zukünftig können bis zu 10 % des Netto-Fondsvermögens in chinesische A-Aktien investiert werden. Das ermöglicht uns ab sofort, aussichtsreiche Innovationsführer am chinesischen Festlandmarkt selektiv zu berücksichtigen.

Unsere Positionierung: Langfristiger Investmentfokus, gezielte Selektion & hohe Qualität

Vor allem aber gilt: Gesundheit und medizinische Forschung werden die kommenden Jahrzehnte prägen. Technologischer Fortschritt in Genetik, Datenanalyse und KI vertieft unser Verständnis von Krankheiten und ermöglicht Therapien, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Die Biotechnologie steht im Zentrum dieser Entwicklung.

Unser Fokus bleibt daher unverändert: wissenschaftliche Substanz, klare Datenkatalysatoren, solide Bilanzen und diszipliniertes Risikomanagement. Volatilität gehört dazu – Überzeugung, Geduld und Qualität machen langfristig den Unterschied.

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Stand: 13.01.2026

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