WisdomTree: So wirken Währungsschwankungen auf ETPs

Bei einer Anlage in ETPs ist zu bedenken, dass man einem Währungsrisiko ausgesetzt sein könnte, da sich Währungsschwankungen erheblich auf die ETP-Erträge auswirken können.

12.12.2018 | 11:42 Uhr

In diesem Beitrag gehen wir auf die Funktionsweise von Währungen bei ETPs ein und beleuchten, wie sich Währungsschwankungen auf die ETP-Erträge auswirken können.

Mehrere Währungen

Interessiert man sich für eine Anlage in ETPs, fällt auf, dass ein einzelnes ETP oftmals in verschiedenen Währungen zur Verfügung steht.

Beispielsweise könnte ein ETP, das den S&P 500 – ein Index, der in US-Dollar denominiert ist – nachbildet, auch in Pfund Sterling an der Londoner Börse gehandelt werden. Der Grund, warum ETPs oftmals in mehreren Währungen zur Verfügung stehen und an unterschiedlichen Börsenplätzen rund um den Globus gehandelt werden können, besteht darin, dass dies den Anlegern ermöglicht, ETPs effizient an ihren lokalen Börsen zu erwerben. Zwar stellt dies einen Vorteil für die Anleger dar. Mehrere Währungen haben aber auch ein Währungsrisiko zur Folge.

Das Risiko verstehen

Um das Währungsrisiko bei ETP-Anlagen zu verstehen, muss zunächst geklärt werden, inwiefern sich die Wechselkursschwankungen auf die Produktbewertung und damit die Performanceberechnung auswirken können.

  • Währung des Anlegers: In welcher Währung wird Ihre Gesamtperformance berechnet?
  • Handelswährung: In welcher Währung wird das ETP gehandelt?
  • NIW-Währung: In welcher Währung wird der Nettoinventarwert (NIW) des ETP berechnet?
  • Handelswährungen der Basiswerte: Auf welche Währung lauten die Portfoliokomponenten?


Vorausgesetzt, das ETP bildet den zugrunde liegenden Index exakt nach, muss beim Vergleich der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index mit der Performance einer Anlage in das ETP Folgendes beachtet werden:

  • Die Komponenten des Index und des ETP weisen dieselben Handelswährungen auf
  • Keine Währungsauswirkungen auf dieser Ebene
  • Die NIW- und die Handelswährung des ETP sowie die Währung des Anlegers können sich von der Währung zur Indexberechnung unterscheiden
  • Kann Währungsauswirkungen für die Performanceberechnung haben

Beispielsweise möchte eine EUR-Anlegerin ein 3x-Short-ETP auf 10-jährige US-Treasuries an der Borsa Italiana erwerben. Sie kauft ein ETP, das in EUR gehandelt, dessen NIW aber in USD berechnet wird, während die Handelswährung des Basiswerts (10-jährige US-Treasuries) ebenfalls auf den USD lautet.

Sobald die verschiedenen Währungen bekannt sind, lassen sich die Auswirkungen der Währungsschwankungen auf die Wertentwicklung analysieren. Diese Anlegerin würde somit bei einer Abwertung des USD Verluste verzeichnen, da dies den Wert des ETP auf EUR-Basis schmälern würde. Dagegen würde ihr eine Aufwertung des USD zugutekommen.

Nachfolgend findet sich ein Beispiel dafür, wie sich Währungsbewegungen auf die Erträge eines an der Borsa Italiana gehandelten 3x-Short-ETP auf 10-jährige US-Treasuries auswirken könnten.

Währungsauswirkungen auf die Wertentwicklung: ein Beispiel

In Abbildung 1 unten stellen wir ein hypothetisches Beispiel dar, das die Tagesentwicklung des NIW des ETP in US-Dollar sowie des EURUSD-Wechselkurses veranschaulicht. Die NIW-Währung des ETP ist der US-Dollar, die Handelswährung ist aufgrund der Notierung an der Borsa Italiana aber der Euro.

Aus der Tabelle geht hervor, dass der NIW des ETP in Euro ebenso von der Veränderung des NIW des ETP in US Dollar betroffen ist wie auch von den Wechselkursveränderungen bei EURUSD.

Über den Vier-Tages-Zeitraum blieb der NIW in US-Dollar insgesamt unverändert, d.h. die Wertentwicklung in USD belief sich auf 0,0 Prozent Im selben Zeitraum wertete der USD jedoch von 1,15 auf 1,10 USD pro Euro auf, sodass ein Anleger, der einen auf Euro lautenden ETP erworben hat, infolge der Wechselkursveränderung einen Gesamtertrag von 4,5 Prozent (Endwert von 90,9 EUR gegenüber einem Startwert von 87,0 EUR) verzeichnet hätte.

Auswirkungen von Währungsschwankungen im Laufe der Zeit

Abbildung 2 unten betrachtet die Wertentwicklung desselben 3x-Short-ETP auf 10-jährige US-Treasuries und zeigt dabei auf, welche erheblichen kumulativen Folgen Währungsbewegungen im Laufe der Zeit haben können.

Wie aus der Abbildung ersichtlich, beläuft sich der kumulative NIW-Ertrag in US-Dollar im Beobachtungszeitraum auf -5,5 Prozent. Die deutliche Abwertung des USD gegenüber dem EUR hatte jedoch einen NIW-Ertrag auf EUR-Basis von -15,0 Prozent zur Folge. Dies entspricht einer erheblichen Ertragsdifferenz von 9,5 Prozent.

Fazit

Bei Anlagen wirkt sich die Währung in der Regel auf die Performance des Portfolios aus, es sei denn, die Währung des Basiswerts sowie die NIW-, Handels- und Berichtswährung sind dieselbe. Dabei ist es wichtig zu verstehen, wo diese Auswirkungen zum Tragen kommen, da dies ein besseres Verständnis der potenziellen Risiken ermöglicht, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben können, wodurch wiederum die Erträge deutlich gesteigert oder geschmälert werden können.

Diesen Beitrag teilen: