Wassili Papas wird in die zweite Reihe gedrängt
Nun wird es still um ihn. Das Telefon klingelt nicht mehr pausenlos, die Anfragen der Medien nach Interviews gehen zurück, auch die Bitten von Investoren nach seiner Markteinschätzung werden weniger. Aus und vorbei: Wassili Papas, der frühere Investment-S01.04.2003 | 16:23 Uhr
Der UniNeue-Märkte heißt jetzt Uni Mid & Small Caps:Europa T
Beide Fonds – sie investierten in Aktien von Unternehmen, die für die New Economy standen und denen unbegrenztes Wachstum prophezeit wurde – werden zum 1. April 2003 umstrukturiert.
Konkret: Der UniNeue-Märkte wird umbenannt in den Uni Mid & Small Caps:Europa T und soll nun Chancen bei kleinen Firmen suchen. Der Euro-Action:N.M. geht auf in den EuroAction: MidCap. Beide Fonds managt Ronny Ruchay.
Die offzielle Begründung von Papas’ Arbeitgeber Union Investment: Die Abschaffung des Neuen Marktes zwinge zu einer Änderung der Anlagestrategie.
Minus 94 Prozent in drei Jahren
Mit Papas tritt ein weiterer Guru der Investment-Szene ab. Wie zuvor bereits Kurt Ochner. Ob die Anleger Papas vermissen werden? In den vergangenen drei Jahren hatte er im Fonds UniNeueMärkte ihr Kapital um sage und schreibe 94 Prozent vermindert.
Ähnlich schlecht schnitt der EuroAction ab. Fairerweise muss man aber sagen, dass auch alle anderen Fondsmanager des Neuen Marktes dicke Verluste einfuhren.
Vor vier Jahr lauschten Kleinanleger andächtig den Statements von Papas
Vor vier Jahren war noch alles anders: Angelockt von einem bis dahin noch nie da gewesenen Kursfeuerwerk lauschten Kleinanleger andächtig den Statements von Papas.
Die Strategie des studierten Betriebswirtes mit Diplom der Washingtoner Georgetown-Universität klang vernünftig. Vor allem, wenn er betonte, für ihn kämen nur solche Werte in Frage, die sich auf ertragsstarke Aktivitäten konzentrierten und Wettbewerbsvorteile sowie überdurchschnittliches Wachstum anstrebten.
Wenn er dann von den Chancen der Internet-Branche sprach, der Nasdaq bis zum Jahr 2003 ein Wiedererstarken auf alte Höchststände über 5000 Punkte zutraute, klang das in Ohren renditehungriger Anleger überzeugend.
Der Fehler von Papas: Optimismus in Zeiten des Abschwungs
Der Fehler von Papas: Selbst als sich die Zeichen des Abschwungs mehrten, blieb er noch optimistisch. Im November 2001 rückte er etwa Intershop in die Nähe von SAP.
Eine kurz zuvor vorgenommene Herabstufung des Titels auf Verkaufen durch die Deutsche Bank hielt er für unberechtigt. Den freien Fall seines Fonds verhinderte er mit solchen Einschätzungen nicht.
Papas bleibt Fondsmanager des UniSector:MultiMedia
Trotzdem, Papas entsagt nicht ganz der Investment-Szene. Bei Union Investment verantwortet er nun den UniSector:MultiMedia. In der ersten Reihe sitzt er mit dem Fonds aber nicht.