Stock-Picking in Zeiten von Krieg und Krise
Das geht schon ans Eingemachte: Die starken Schwankungen des Ölpreises und die Ungewissheit um die Dauer des Irankrieges machen die Finanzmärkte nervös. Lieferketten sind unterbrochen, Produktionen müssen verlagert werden und der Gaspreis steigt in astronomische Höhen.16.03.2026 | 09:14 Uhr
1. USA und Europa unterschiedlich betroffen 2. Industrieunternehmen besonders betroffen 3. Inflation: Notenbanken mit unterschiedlichen Voraussetzungen 4. Stock-Picking mit Fokus auf Europa Doch das alles trifft in erster Linie Europa, während die Folgen des
Krieges an der Wall Street kaum zu spüren sind. Das hat weitreichende
Folgen. Während die USA in Sachen Energieversorgung mehr oder weniger
autark sind und sogar Öl und Gas exportieren, sieht das in Europa ganz
anders aus. Hier hängt alles an der Ölpreisentwicklung. Dieser ist
aufgrund der Störung der Transportwege wie etwa die Sperrung der Straße
von Hormus deutlich angestiegen, was Öl-importierende Volkswirtschaften
wie Deutschland besonderen Preisrisiken aussetzt. Entsprechend kommen
die Aktienmärkte in Europa stärker unter Abwärtsdruck als der
US-amerikanische Aktienmarkt. Durch diese Meerenge von Hormus fließen rund 70 Prozent der
regionalen Ölexporte und ein Drittel der weltweiten Öllieferungen. Die
wird vom Iran nun blockiert. Die Folge: Noch bevor ein einziger Tanker
weniger ankam, schossen die Frachtraten in die Höhe. Dann trafen
iranische Drohnen die Flüssiggasanlagen von Qatar Energy und zwangen den
Konzern dazu, die Produktion zu stoppen.Inhaltsverzeichnis
USA und Europa unterschiedlich betroffen
Der Anstieg des Ölpreises belasten europäische Industrieunternehmen
als Kostenfaktor, während US-Energieproduzenten als Exporteure
profitieren. Die leidliche Folge: Seit Anfang des Jahres hatten sich
Europas Börsen besser entwickelt als ihre amerikanischen Pendants. Doch
seit Angang des Krieges ist all der schöne Vorsprung wieder dahin. Und noch eines kommt hinzu: die Inflation. Die Inflationsrate der
US-Verbraucherpreise verharrte im Februar auf dem Niveau vom Januar. Im
Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Preise für die Konsumenten wie
auch im Marktkonsens erwartet um 2,4 Prozent. Auch die um Energie- und
Lebensmittelpreise bereinigte Kerninflationsrate blieb mit 2,5 Prozent,
dem niedrigsten Stand seit Januar 2021, erwartungsgemäß unverändert,
weshalb die Terminmärkte eine Zinssenkung der US-Notenbank nun erst im
Oktober einpreisen. Anders in Europa. Der Krieg im Iran und seine Auswirkungen auf die
Inflation könnten nämlich die Europäische Zentralbank dazu zwingen, die
Zinsen früher als erwartet zu erhöhen. Das sagte zumindest
EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir. Die Zentralbank befinde sich derzeit
zwar noch in einer "guten Position", und bei der Sitzung in der
kommenden Woche bestehe kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Kazimir
befürchtet jedoch, dass die Erinnerung an den Inflationsschock von 2022
die Schwelle gesenkt hat, ab der Unternehmen Preise erhöhen und
Beschäftigte höhere Löhne verlangen. Die Risiken für eine höhere
Inflation seien zumindest hoch. Seine Prognose: "Ich würde sagen, eine
Reaktion der EZB ist möglicherweise näher, als viele denken." Relative Ruhe in den USA, Sorgen und Nöte in Europa. Was macht man
als Anleger in einer solchen Situation? Wir setzen auf gezieltes
Stock-Picking. So setzen wir für unsere Mandate wie den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und den Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value
auf Qualitätsunternehmen, die auch in schwierigen Zeiten gut
aufgestellt sind. Dazu gehört etwa die spanische Laboratorios
Farmaceuticos Rovi-Gruppe. ROVI ist ein Pharmaunternehmen, das auf
Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von sogenannten
niedermolekularen Heparinen (NMH), also gerinnungshemmende Medikamente,
spezialisiert ist. Zudem ist ROVI in weiteren chemischen, biologischen
und medizinischen Spezialbereichen unterwegs. Zu unseren Kerninvestments gehört auch die norwegische Storebrand.
Der norwegische Finanzkonzern legt seinen Fokus auf langfristiges
Sparen, Lebensversicherungen, Asset Management und Bankdienstleistungen.
Das 1767 gegründete Unternehmen ist einer der größten Anbieter
betrieblicher Altersvorsorge in Skandinavien. In all diesen Bereichen
hat Storebrand zuletzt starke Wachstumsraten zu verzeichnen. Und das, so
unsere Analyse, sollte auch noch eine Weile so bleiben. Last but not least: die französische SCOR.
Der Rückversicherungskonzern mit Sitz in Paris ist weltweit in den
Bereichen Schaden- und Unfallrückversicherung (P&C) sowie Lebens-
und Krankenrückversicherung tätig. Nach einer Restrukturierungsphase
schlagen sich jetzt die ersten positiven Resultate in den
Unternehmenszahlen nieder. Ein Prozess, der aber noch nicht
abgeschlossen ist und von dem noch einiges zu erwarten ist.Industrieunternehmen besonders betroffen
Inflation: Notenbanken mit unterschiedlichen Voraussetzungen
Stock-Picking mit Fokus auf Europa
Pharma und Finanzen
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