So bereiten Investments den Weg zu den UNO-Entwicklungszielen
Die vor zehn Jahren festgelegten UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) stehen heute vielerorts auf der politischen Agenda und in Anlagekonzepten. Wie man diese Ziele als Anleger berücksichtigen kann, erläutert Julie Gossen, Responsible Investment Specialist bei DPAM:12.05.2026 | 10:26 Uhr
Nach Angaben der Vereinten Nationen ist bis 2030 nicht einmal jedes fünfte SDG-Ziel in Reichweite. Es klafft eine erhebliche und wachsende Finanzierungslücke, insbesondere für Schwellen- und Entwicklungsländer. Steigende Ausgaben für den Schuldendienst und eine weltweit knapper werdende Liquidität schränken die Fähigkeiten von Staaten ein, in langfristige Nachhaltigkeit zu investieren.
Werden die SDGs nicht erreicht, kann das langfristig zu weniger Wachstum, mehr Ungleichheit und erhöhter geopolitischer Instabilität führen. Fließt das Kapital dagegen zugunsten der Ziele, fördert dies ein widerstandsfähigeres und inklusiveres Wachstum. Dies wiederum würde den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und langfristigen Renditen stärken.
Unterschiede zwischen den Ländern
Der weltweite Fortschritt ist zunehmend uneinheitlich. Industrieländer schneiden in vielen SDG-Bereichen gut ab, wenngleich einige in Schlüsselbereichen wie Produktivität und sozialer Gleichheit stagnieren. Noch größer sind die Unterschiede bei den Schwellen- und Entwicklungsländern: Während einige bei Infrastruktur und Energie Fortschritte erzielen, hinken andere hinterher.
Der SDG-Rahmen hat die Transparenz verbessert, aber er hat die strukturellen Faktoren (z. B. ungleicher fiskalischer Spielraum und demografischer Druck) nicht grundlegend verändert. Diese aber führen zu unterschiedlichen Nachhaltigkeitsergebnissen.
Governance – zentrale Säule der staatlichen Nachhaltigkeit
Schlüsselindikatoren der Governance – wie Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und Regierungseffizienz – beeinflussen direkt die Fähigkeit eines Landes, Fortschritte bei allen SDGs zu erzielen. Starke Governance-Rahmenbedingungen unterstützen eine bessere Ressourcenallokation und Resilienz, eine schwache Governance führt zu Ineffizienzen und einer größeren Anfälligkeit für Schocks.
Integration der SDGs ins DPAM-Ländermodell
Das DPAM-eigene Ländernachhaltigkeitsmodell umfasst zahlreiche Governance-Indikatoren, wie der Qualität der Regierungsführung, dem sozialen Zusammenhalt und den Klimaschutzbemühungen. Alle relevanten Nachhaltigkeitsdimensionen werden erfasst, keine wesentlichen Trends werden übersehen. Um die SDGs in dieses Modell zu integrieren, mussten sie lediglich den passenden Indikatoren zugeordnet werden. So können wir die Nachhaltigkeitsleistungen der Länder in Beiträge der einzelnen SDGs aufschlüsseln. Man hat stets den Überblick darüber, wie verschiedene Nachhaltigkeitsdimensionen die Endergebnisse beeinflussen.
Inwieweit ein SDG zum Modell beiträgt, hängt von der Anzahl der für ein bestimmtes Ziel relevanten Indikatoren und deren Gewichtung ab. SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) macht einen besonders großen Anteil des Modells aus – Regierungen spielen eben die zentrale Rolle bei der Förderung der Nachhaltigkeitsleistung.
Welt der unterschiedlichen Geschwindigkeiten
Die globale Nachhaltigkeitslandschaft ist zunehmend fragmentiert. Governance ist von zentraler Bedeutung für die Gestaltung sowohl des Verlaufs als auch der Widerstandsfähigkeit von Nachhaltigkeitsergebnissen. Das DPAM-Ländermodell konzentriert sich auf Nachhaltigkeitsergebnisse, die aus politischer Umsetzung resultieren. Da das Modell an den SDGs ausgerichtet ist, bieten wir einen breiten, transparenten Rahmen für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Staaten.