Quartalszahlen von Airbus: "Mittelfristig bleibt Airbus-Story intakt"
Mit leichten Zuwächsen reagieren die Börsen am Mittwochvormittag auf die Quartalszahlen von Airbus. Warum die Aktie ein attraktives Investment bleibt, erläutert Saliou Willi Amann, Senior Portfolio Manager der apoBank.29.04.2026 | 11:17 Uhr
„Airbus startet mit einem schwachen, aber erklärbaren Quartal ins Jahr. Kurzfristig sind die Zahlen enttäuschend, mittelfristig bleibt die Airbus-Story aber intakt.
Das
bereinigte EBIT von rund 300 Mio. Euro liegt deutlich unter dem Vorjahr –
entscheidend ist jedoch, dass der Jahresausblick bestätigt wurde. Damit
sind die Zahlen eher ein Hinweis auf Timing- und Produktionsprobleme als auf
einen Bruch der mittelfristigen Airbus-Story.
Das erste Quartal zeigt sehr klar, wie stark Umsatz, Ergebnis und Cashflow bei Airbus aktuell am Auslieferungstakt hängen. Wenn Maschinen später übergeben werden, schlägt sich das unmittelbar in den Zahlen nieder. Genau deshalb sollte man das schwache erste Quartal nicht einfach auf das Gesamtjahr hochrechnen. Die 114 ausgelieferten Flugzeuge im ersten Quartal – 22 weniger als im Vorjahr – erklären einen wesentlichen Teil der Ergebnisentwicklung.
Bei Airbus macht derzeit jede verschobene Auslieferung einen spürbaren Unterschied. Die zentrale Frage bei Airbus bleibt die industrielle Umsetzung. Triebwerke, Zulieferteile und einzelne Produktionsverzögerungen bestimmen aktuell das Tempo. Der Markt wird deshalb vor allem darauf achten, ob Airbus in den kommenden Monaten einen stabileren Auslieferungsrhythmus zeigen kann.
Auf der
Nachfrageseite bleibt das Bild robust.
Der hohe
Auftragsbestand von rund 8.800 Flugzeugen gibt Airbus eine sehr gute
Visibilität über mehrere Jahre.
Die
Herausforderung liegt weniger darin, Flugzeuge zu verkaufen, sondern darin, die
vorhandene Nachfrage schneller und verlässlicher in Auslieferungen, Umsatz und
Ergebnis umzusetzen.
Airbus steuert auf ein Jahr zu, in dem sich ein größerer Teil der operativen Dynamik in die zweite Jahreshälfte verschieben dürfte.
Das schwache erste Quartal erhöht den Druck auf den Auslieferungshochlauf, stellt aber den Jahresausblick bislang nicht infrage.“