Private Infrastruktur: „Sichere Bank“ in unruhigen Zeiten

Investments in private Infrastruktur wird über verschiedene Konjunkturzyklen hinweg eine stabile und beständige Rendite zugeschrieben. - Frank Amberg, Managing Director im Bereich Infrastruktur, AltamarCAM

28.01.2026 | 09:31 Uhr

Als Argumente dafür werden zahlreiche Faktoren angeführt: unverzichtbare Geschäfts- und diversifizierte Ertragsmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren, Inflationsabsicherung und langfristig stabile Cashflows. Zudem soll ein hoher Investitionsbedarf in wichtige Infrastruktur trotz der derzeitigen makroökonomischen und geopolitischen Gegebenheiten für einen stabilen Trend und damit steigende Bewertungen sorgen. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein – aber die unabhängig vom Konjunkturzyklus robuste Performance lässt sich empirisch belegen. Das ist auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzuführen, die in der Natur der Sache liegen und langfristig stabile Renditen ermöglichen.

Hoher Investitionsbedarf in der Anlageklasse

Der Infrastruktursektor wächst exponentiell aufgrund eines Investitionsbedarfs in Billionenhöhe. Ursächlich für dieses Wachstum sind Megatrends, die einen transformativen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben:

  • Digitalisierung: Die stetig wachsende Vernetzung durch E-Commerce, Internet der Dinge, Remote Working und künstliche Intelligenz erfordert immer mehr Glasfaserkabel, Telekommunikationsmasten und Rechenzentren.
  • Dekarbonisierung: Die Umstellung auf erneuerbare Technologien erfordert jährliche Investitionen von mehr als 4 Billionen US-Dollar in die Energieinfrastruktur, die nicht nur Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, sondern auch Energiespeicherung, intelligente Netze und alternative Kraftstoffe umfasst.
  • Deglobalisierung und Repatriierung: Nach den Erfahrungen mit Unterbrechungen und Engpässen in den Lieferketten während der Covid-19-Pandemie und den Auswirkungen geopolitischer Verwerfungen legen Regierungen wieder größeren Wert auf Autarkie, was zu verstärkten Investitionen in Onshoring und Reindustrialisierung führt, einschließlich intermodaler Logistikplattformen, Häfen, Eisenbahnstrecken und der Neuausrichtung von Energieströmen.

Entsprechend haben Infrastruktur-Assets in den letzten Jahren eine starke operative Performance sowohl beim Umsatz, als auch bei Gewinnen und Gewinnmargen gezeigt. Dies ist auf die steigende Nachfrage nach grundlegenden Dienstleistungen wie Elektrizität, Kommunikation, Transport und Gesundheit, sowie auf den enormen Investitionsbedarf der oben beschriebenen Megatrends zurückzuführen. 

Inflationsabsicherung dämpft Auswirkungen der Zinsvolatilität 

Die aktuellen makroökonomischen Bedingungen und die gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten tragen zu einer erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten bei. Regressionsanalysen zeigen jedoch, dass die Cashflow-Stabilität und die Inflationsabsicherung von Infrastruktur-Investments die negativen Auswirkungen der Zinsen auf die Bewertungen jedoch mehr als ausgleichen können. Darüber hinaus verwenden sowohl unabhängige Experten als auch Investoren aufgrund des dauerhaften Charakters von Infrastrukturinvestments langfristige Diskontierungssätze zur Bewertung eines Vermögenswerts, wodurch die Auswirkungen eines kurzfristigen Zinsanstiegs weniger stark zum Tragen kommen. 

Die Bewertungen steigen weiter 

Aufgrund der oben beschriebenen Faktoren bleiben die Einstiegsbewertungen für Infrastruktur-Investments auch bei einem deutlichen Zinsanstieg konstant. Die Grafik zeigt, dass die durchschnittlichen Einstiegsmultiplikatoren in den letzten sechs Jahren stabil geblieben sind und sich Verschuldungsgrade auf moderatem Niveau gehalten haben. Die solide Entwicklung der Anlageklasse in den vergangenen turbulenten Jahren war somit gerechtfertigt. 

Grafik 1: Einstiegsmultiplikatoren EV/EBITDA und Nettoverschuldung/EV (Median) von Infrastrukturinvestments.

Quelle: aggregierte Portfoliodaten von AltamarCAM sowie Infralogic. Mediane.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass private Infrastruktur-Assets trotz makroökonomischer Unsicherheiten weiterhin an Wert gewinnen. Diese Resilienz lässt sich auf ihre inhärenten Eigenschaften und eine langfristig starke Nachfrage zurückführen, die es ihnen ermöglichen, nachhaltig stabile Renditen zu erzielen.

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