Neue Chancen für Goldminenfonds: Das sind die Besten

Noch immer gilt Gold als Krisenwährung. Trotzdem sind die Preise zuletzt gefallen. Nicht nur das ist der Grund, warum auch die Aktien von Goldminen-Unternehmen unter Druck geraten sind. Die gute Nachricht lautet: Eine Trendwende ist möglich.

30.04.2026 | 10:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Es ist gar nicht so lange her, da notierte der Goldpreis auf historischem Höchststand. Einen Tag vor dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran kostete eine Feinunze Gold rund 4.600 Euro. Der Preis der Angst. Seitdem hat sich Einiges getan. Die Angst ist der Realität gewichen. Es bewahrheitet sich erneut, dass Unsicherheit teurer ist als Gewissheit. Selbst wenn diese nicht angenehm ist. Der Krieg und die aktuelle Pattsituation in der Straße von Hormus halten die Weltwirtschaft in Atem. Die Folgen sind bitter: Der Ölpreis steigt, die Aktienkurse reagieren nervös auf jedes Gerücht einer politischen Wendung, der Goldpreis fällt – und mit ihm auch die Kurse der Minengesellschaften.

Dass ausgerechnet die sogenannte Krisenwährung unter Druck geraten ist, hat laut „Gold Demand Trends" Report des World Gold Council vor allem damit zu tun, dass die Nachfrage aus der Schmuckindustrie zuletzt weltweit gesunken ist. Was den Zahlen zufolge nicht unbedingt an mangelndem Interesse der Endverbraucher liegt, sondern daran, dass das Goldgewerbe seine Margen derzeit vor allem aus der Erhöhung der Preise kunstvoller Verarbeitung zieht und weniger aus dem Wert des Metalls. Es ist eine nachvollziehbare Reaktion der Goldhändler auf die bis Ende Februar drastisch gestiegenen Goldpreise. Gold ist ohnehin insgesamt nach wie vor gefragt – auch im Schmuckgewerbe, dort eben derzeit nur in neuem Kontext. Dass der Goldpreis seit Anfang März um rund 900 US-Dollar – respektive 700 Euro – gefallen ist, könnte deshalb dazu führen, dass auch das goldverarbeitende Gewerbe irgendwann wieder vermehrt zugreift und den Goldpreis damit stützt.

Ungünstige Konstellation für Goldminen

Dass die Kurse von Goldminen überproportional unter dem zuletzt fallenden Goldpreis litten, überrascht nicht. Schließlich sind Aktien von Minengesellschaften eine Art gehebelte Wette auf den Goldpreis. Denn die Unternehmen ziehen ihre Gewinne aus der Differenz der Produktionskosten und dem Preis für Gold an den Kapitalmärkten. An einem Rechenbeispiel wird der Renditehebel deutlich: Wenn ein Minenunternehmen Produktionskosten („All-in Sustaining Costs“) von 1.500 US-Dollar hat, erzielt es bei einem Goldpreis von 2.500 US-Dollar eine Marge von 1.000 US-Dollar. Steigt der Preis jedoch auf 5.500 US-Dollar wie im Februar 2026, dann wächst die Marge auf 4.000 US-Dollar – ein vierfacher Gewinnsprung, während der Goldpreis nur um das 1,2-fache gestiegen ist. Dieser Hebeleffekt erklärt, warum Goldminenfonds im vergangenen Jahr eine beeindruckende Rally hingelegt haben. 

Leider wirkt der Effekt auch umgekehrt. Der Rückgang des Goldpreises um 900 US-Dollar seit Ende Februar hat zu empfindlichen Werteinbußen bei Goldminenfonds geführt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die gestiegenen Ölpreise die Margen der Gesellschaften auch von der Produktionsseite her unter Druck setzen. Gold zu fördern, ist ein energieintensives Geschäft. Die Energiekosten machen schätzungsweise etwa 25 bis 30 Prozent der gesamten Verarbeitungskosten aus. Zur Verdeutlichung: Anfang des Jahres kostete ein Barrel Öl der Sorte Brent noch rund 60 US-Dollar. Aktuell liegt der Preis bei über 110 US-Dollar. Dieser Preissprung tut den Minengesellschaften nachvollziehbarerweise weh. Anleger quittierten diese Tatsache zuletzt mit entsprechenden Aktienverkäufen.

Argumente für einen Turnaround bei Goldminen-Aktien

Das oben genannte Rechenbeispiel zeigt, wie wichtig nicht nur der Goldpreis, sondern auch die Kostenstruktur einer Minengesellschaft ist. Die gute Nachricht lautet: Es gibt einige Faktoren, die die Aktienkurse von Goldminen bald wieder in die Höhe treiben könnten. Dazu zählt natürlich der Ölpreis. Zwar hält die Krise am Golf die Weltwirtschaft derzeit in Atem. Doch die aktuelle Pattsituation ist weder für die USA noch für den Iran langfristig haltbar. Beide Seiten geben sich zwar Mühe, Stärke und Unbeirrbarkeit in ihren Positionen zu demonstrieren. Doch weder kann sich die US-Regierung die hohen Kosten der Flottenpräsenz am Golf und eine weiter steigende Inflation im eigenen Land auf lange Zeit leisten, noch ist eine dauerhafte Sperrung der Straße von Hormus für die iranische Regierung eine gute Lösung. Denn rund 80 Prozent aller Ein- und Ausfuhren aus dem Land gehen durch dieses Nadelöhr. Man muss kein Prophet sein, um davon ausgehen zu können, dass die Kontrahenten bald irgendeine Art von Kompromiss finden müssen. Es geht nur darum, gesichtswahrend aus der Krise hervorzugehen. Die in der Folge fallenden Ölpreise werden den Minengesellschaften gut tun.

Ein weiterer Punkt ist die Geldpolitik. Die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks werden aus unterschiedlichen Motiven heraus sehr wahrscheinlich noch in diesem Jahr die Zinsen senken. In den USA wird dies politisch motiviert sein. Der designierte neue Notenbankchef Kevin Warsh gilt als Trump-Jünger – er wird wohl noch vor den Kongresswahlen im November den Wünschen des US-Präsidenten nach Zinssenkungen nachkommen. In Europa ziert sich die EZB zwar noch, doch eine Ankurbelung der derzeit durch den Golfkrieg geschwächten europäischen Wirtschaft erscheint vermutlich dringender als die Inflationsbekämpfung. Für die Minengesellschaften wären niedrigere Zinsen gleichbedeutend mit niedrigeren Finanzierungskosten. Auch hier steckt also noch positives Kurspotenzial.

Und dann wäre da noch der Goldpreis. Niedrigere Zinsen sorgen erfahrungsgemäß für steigende Goldpreise, da sie die Opportunitätskosten von Gold gegenüber verzinslichen Wertpapieren senken. Mit anderen Worten: Während der gesunkene Goldpreis die aktuell komplexe Situation reflektiert, locken im Verborgenen bereits die künftigen Kurstreiber für das Edelmetall.

Bei Goldminenfonds auf Erfahrung setzen

Anleger, die auf ein Comeback der Goldminen setzen, sind gut beraten, auf erfahrene Goldminen-Fondsmanager zu vertrauen, die spezialisiert sind auf dieses Segment. Denn die alten Hasen erzielten in der Vergangenheit nachweisbar deutlich bessere Ergebnisse als die verfügbaren passiven Goldminen-ETFs. Gerade in Krisensituationen wie aktuell lohnt deshalb ein Blick auf Fonds, die sich schon seit vielen Jahren erfolgreich in diesem Markt bewegen.

ISIN Kurzname Auflegung Perf. 1 Jahr Perf. 10 Jahre p.a. TER
LU0175576296 MP Konwave Gold Equity B $ 30.09.03 120,65% 22,48% 1,80%
DE000A0Q2SD8 Earth Gold Fund UI € R 01.07.08 117,37% 22,35% 2,27%
LU1128909121 Bakersteel Precious Metals A $ 19.02.15 108,35% 20,72% 2,06%
LI0016742681 Craton Precious Metal A 11.11.03 107,95% 12,78% 2,10%
LU0496367417 Franklin Gold&Precious Metals A acc $ 30.04.10 105,58% 16,82% 1,84%
LI0020325713 SafePort Gold & Silver Mining 01.03.05 103,87% 10,31% 2,50%
LU0147784465 Nestor Gold B 03.06.02 103,09% 20,35% 2,26%
LU0259322260 MA NYSE Arca Gold BUGS Index ETF 11.01.07 102,25% 15,62% 0,65%
IE00BQQP9G91 VanEck Junior Gold Miners ETF A $ acc 25.03.15 99,47% 16,87% 0,55%
LU0345780281 NinetyOne Global Gold A Acc gr $ 30.11.07 99,35% 17,20% 1,99%

Quelle: FVBS professional, Stand:  29.04.2026

Zu den Fonds, die schon mindestens zehn Jahre lang im Markt sind und in dieser Zeit bewiesen haben, dass sie gut performen können, zählt beispielsweise der Konwave Gold Equity Fund B. Walter Wehrli und Erich Beat Meier führen den Fonds seit rund 23 Jahren durch die Höhen und Tiefen des Kapital- und Goldmarktes. Die beiden erfahrenen Manager haben in dieser Zeite mit ihrem Fonds eine bemerkenswerte Performance hingelegt. In den zurückliegenden Jahren konnten sich Anleger über jährliche Zuwachsraten von durchschnittlich über 22 Prozent freuen. Dass sich auch der NESTOR Gold Fonds B im Zehn-Jahresvergleich in der Liga der Top-Ten behauptet, ist kein Zufall. Auch dieser Fonds wird von den Profis der Konwave AG gemanagt. Erich Beat Meier und Marco Schächtle sind hier seit vielen Jahren federführend tätig. Ebenfalls zu den langfristig besten Goldminenfonds gehört der Bakersteel Precious Metals A. Der Fonds ist seit etwas mehr als zehn Jahren im Markt und hat in dieser Zeit den Wert seiner Anteile um durchschnittlich fast 21 Prozent per annum gesteigert. Bezeichnend ist der Abstand des bestplatzierten Goldminen-ETFs im Zehnjahresranking der Goldminenfonds. Rund fünf Prozentpunkte Unterschied per annum ist ein deutliches Signal dafür, wie wertvoll aktives Management erfahrener Experten in diesem Segment sein kann.

Fazit: Zwar ist die aktuelle Situation für Goldminen herausfordernd. Doch ein Turnaraound ist mittelfristig nicht unwahrscheinlich. Denn alle negativen Aspekte sind bereits eingepreist. Wer in Goldminenfonds investiert, sollte jedoch wählerisch sein und nicht blind auf diesen Effekt vertrauen, sondern auf Profis setzen, die den Markt in- und auswendig kennen. Die langfristige Entwicklung von Fonds gibt einen Hinweis darauf, wie erfahren und erfolgreich das jeweilige Fondsmanagement ist. Expertise ist in diesem nicht ganz einfachen Markt im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert.

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