Mumm kompakt – Donald Trump wird noch unberechenbarer

Auch zu Jahresbeginn produziert US-Präsident Donald Trump eine Schlagzeile nach der anderen: Medial hat die Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt. Hinzu kamen erneute Ambitionen, Grönland zu kaufen und Drohungen gegenüber Iran, Kuba und anderen Staaten.

13.01.2026 | 08:44 Uhr

Die Auswirkungen auf Kapitalmärkte und Rohstoffbörsen blieben moderat.

Das könnte sich nun ändern: Mit der Drohung, Fed-Chairman Jerome Powell wegen angeblicher Falschaussagen über die Kosten des Umbaus der Fed-Zentrale strafrechtlich belangen zu wollen, hat die seit Monaten andauernde Kampagne gegen die Unabhängigkeit der US-Notenbank und ihren Vorsitzenden einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Mehr Potenzial auf Zinsen, Aktienkurse und Währungen zu wirken, haben auch die Hinweise auf künftige innenpolitische Akzente angesichts sehr schwacher Umfragewerte vor den Zwischenwahlen zum Kongress im Herbst.

Dabei geht es um das Kernthema „Affordability“. Obwohl die Löhne zuletzt vielfach stärker gestiegen sind als die Preise für Waren und Dienstleistungen, besteht in den USA das verbreitete Gefühl, dass man sich immer weniger leisten kann. Dazu tragen auch anhaltend hohe Hypothekenzinsen bei. Anders als im Präsidentschaftswahlkampf 2024 kann Trump die Schuld an den noch immer recht hohen Teuerungsraten aber nicht auf die Demokraten schieben.

Allerdings bedeuten die von Trump geforderten niedrigeren Leitzinsen nicht notwendigerweise, dass auch die Zinsen bei längeren Laufzeiten und damit die Kreditkonditionen für Private, Unternehmen und die Regierung sinken. Daher hat er weitere Regelungen ins Spiel gebracht, bspw. die Deckelung von Kreditkartenzinsen, den Aufkauf von Hypothekenkrediten oder ein Verbot für Institutionelle, Einfamilienhäuser zu kaufen.

Staatliche Eingriffe in den Markt und weitere fiskalpolitische Expansion sorgen jedoch höchstens kurzfristig für eine Entlastung der Verbraucher.

Vor allem aber zeigen sie, dass politische Risiken in den USA enorm gestiegen sind: Sie schrecken Investoren sowie Käufer von US-Aktien und Anleihen ab und schwächen den Status des Dollar als Weltleitwährung.

Ihr Carsten Mumm

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Eva Fiedler
GFD Finanzkommunikation
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