M&G: Kommentar zum Wahlergebnis in UK

Der Ausgang der britischen Parlamentswahlen zeigt, wie schnell sich Erwartungen ändern können. Der höhere Zuspruch für Labour auf Kosten der Konservativen bestätigt weitgehend den Umfragetrend der letzten Tage – im Vergleich zur Stimmung noch vor wenigen Wochen kommt er jedoch eindeutig als Überraschung.

09.06.2017 | 11:21 Uhr

(Foto: Steven Andrew, Fondsmanager im Multi-Asset-Team von M&G Investments)

Aus Sicht der Anleger sind jetzt drei Dinge wichtig: die kurzfristigen Reaktionen der Finanzmärkte, die Folgen der Wahl für die Brexit-Verhandlungen und die längerfristigen Auswirkungen der neuen politischen Gewichtung für die Wirtschaft.

Kurzfristig haben die Märkte das Wahlergebnis recht gelassen hingenommen. Die sichtbarste Reaktion bislang ist die weitere Abschwächung des Pfund Sterling heute Morgen. Doch im Vergleich zu früheren Marktbewegungen ist das fast nichts – der „Wahlschock“ wird offensichtlich abgeschüttelt.

Hinsichtlich der Brexit-Verhandlungen steht die Schlussfolgerung im Raum, dass ein „harter Brexit“ nun weniger wahrscheinlich wird. Das halten wir allerdings für voreilig. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es unmöglich vorherzusagen, zu welchem Ergebnis und welchen Handelsvereinbarungen die Gespräche mit der EU führen werden, vor allem, wenn man dabei die Haltung der anderen Verhandlungsseite außer acht lässt. Mit der Zeit wird sich die Aufmerksamkeit der Märkte wieder auf die fundamentalen Stärken und Schwächen der Wirtschaft konzentrieren. Diese haben sich nach der Wahl nicht geändert, und wir gehen weiter von einer robusten britischen Konjunktur und guten Perspektiven für die Weltwirtschaft aus. Falls sich aufgrund der Volatilität Einstiegsmöglichkeiten bieten, würden wir unsere Position in britischen Aktien daher erhöhen. Britische Staatsanleihen halten wir dagegen weiter für teuer und unattraktiv, solange sich die Geldpolitik der Bank of England nicht ändert und mit Blick auf die positive Wirtschaftsentwicklung die Zinsen erhöht werden.

 

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um Archivinformationen handelt. Sie sind nicht als aktuelle Ansichten oder Einschätzungen, sondern nur als historische Angaben zu verstehen.

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