Globale Aktienrückkäufe steigen 2025 um 8,4 Prozent auf einen Rekordwert von 1,46 Billionen US-Dollar
Deutschland bleibt bei Aktienrückkäufen 2025 hinter anderen großen Märkten zurück.25.03.2026 | 09:14 Uhr
Die weltweiten Aktienrückkäufe erreichten 2025 einen neuen Rekord. Dies geht aus dem jährlichen Buyback Watch-Bericht¹ hervor, einem Teil der Capital Group Global Equity Study². Unternehmen kauften im vergangenen Jahr eigene Aktien im Wert von 1,46 Billionen US-Dollar zurück, ein Anstieg um 8,4 Prozent bzw. 113 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr.
In den vergangenen zehn Jahren haben Aktienrückkäufe an den globalen Aktienmärkten deutlich an Bedeutung gewonnen. Auch wenn sich die Ausgestaltung je nach Region und Sektor unterscheidet, kauften 2025 52 Prozent der Unternehmen im Index von Capital Group³ eigene Aktien zurück, gegenüber 36 Prozent im Jahr 2015.
Im gleichen Zeitraum stieg die Rückkaufaktivität um 123 Prozent und übertraf damit das Dividendenwachstum von 98 Prozent. Weltweit entsprach der Wert der Aktienrückkäufe 75 Prozent der ausgeschütteten Dividenden. Dabei führten deutliche Unterschiede in der Unternehmenskultur und der sektoralen Zusammensetzung einzelner Länder dazu, dass die Spanne von 147 Prozent in den USA bis zu 13 Prozent in Australien reicht.
Wichtige Regionen:
Im Jahr 2025 entfielen 71 Prozent der weltweiten Aktienrückkäufe auf die USA, mit einem Wachstum von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit weitgehend im Einklang mit dem globalen Durchschnitt. Europäische Aktienrückkäufe machten lediglich ein Neuntel (10,8 Prozent) des globalen Gesamtvolumens 2025 aus, haben jedoch in den vergangenen Jahren an Bedeutung für die Gesamtausschüttungen an Aktionäre gewonnen. Auch in Japan spielen Rückkäufe eine immer wichtigere Rolle: Fast die Hälfte (48 Prozent) der im Bericht erfassten japanischen Unternehmen kaufte 2025 eigene Aktien zurück, verglichen mit weniger als einem Viertel vor zehn Jahren.
Das stärkste Wachstum verzeichneten unter den großen Märkten Kanada (67,9 Prozent), die Niederlande (53,5 Prozent), Frankreich (44,4 Prozent), Singapur (62,3 Prozent) und Japan (15,3 Prozent). Rückkäufe stagnierten oder gingen zurück im Vereinigten Königreich (1,4 Prozent), in Australien (-17,5 Prozent) und China (-34,5 Prozent).
In Deutschland stagnierten die Aktienrückkäufe im vergangenen Jahr mit +2,0 Prozent ebenfalls weitgehend. Die Gesamtsumme stieg auf rund 23 Milliarden US-Dollar. Damit blieb die Dynamik in Deutschland im Vergleich zu anderen großen Märkten verhalten, auch wenn etwa die Hälfte der Unternehmen Rückkaufprogramme nutzte. Ursächlich hierfür war unter anderem, dass einzelne größere Programme zurückgefahren wurden und damit Zuwächse in anderen Teilen des Marktes weitgehend kompensierten.
Wichtige Sektoren: Finanzwerte machten etwas mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Aktienrückkäufe im Jahr 2025 aus und stiegen um 23,1 % auf einen Rekordwert von 386 Milliarden US-Dollar. Im Technologiesektor erhöhten sich um 18,5 Prozent auf einen Rekordwert von 312 Milliarden US-Dollar. Auch der Lebensmitteleinzelhandel war ein Wachstumsschwerpunkt, mit einem Anstieg der Rückkäufe um 93,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wenngleich das Gesamtvolumen (30 Milliarden US-Dollar) weniger als ein Zehntel der Ausgaben im Technologiesektor beträgt. Das Gesamtvolumen im Mediensektor sank um ein Zehntel, da große Internetunternehmen ihre Investitionen auf KI-bezogene Investitionsausgaben konzentrierten. Im Energiesektor wiederum gingen die Rückkäufe im dritten Jahr in Folge aufgrund niedrigerer Ölpreise zurück. Die globalen Aktienrückkäufe konzentrieren sich auf eine vergleichsweise kleine Anzahl großer Unternehmen. So entfiel im Jahr 2025 nahezu ein Drittel (32 Prozent) der weltweiten Rückkäufe auf 20 Unternehmen.
Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group, kommentiert: „Die weltweiten Aktienrückkäufe haben 2025 mit 1,46 Billionen US-Dollar einen neuen Rekord erreicht und sind längst kein ausschließlich US-zentriertes Phänomen mehr. 52 Prozent der Unternehmen führen inzwischen Rückkaufprogramme durch, gegenüber 36 Prozent vor einem Jahrzehnt. Rückkäufe können eine effiziente Möglichkeit sein, überschüssige Liquidität an Anleger zurückzuführen, nachdem Investitionsbedarf und Bilanzanforderungen gedeckt sind. Aktive Manager wie Capital Group analysieren die Grundlagen der Kapitalallokation: wie Mittel generiert werden, wie sie für langfristiges Wachstum reinvestiert werden und wie überschüssiges Kapital durch eine nachhaltige Kombination aus Dividenden und Rückkäufen zurückgeführt wird. Wenn sie richtig bewertet und zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt werden, können Rückkäufe die Ergebnisse für Aktionäre maßgeblich verbessern.“
Den vollständigen Buyback Watch-Bericht finden Sie hier.