Inhaltsverzeichnis
1. Gewinnlücke gegenüber US-Titeln bleibt hoch
2. NASDAQ 100 glänzt mit Gewinnwachstum von erwarteten 19 Prozent
3. Moderates Wachstum in Europa
4. US-Sonderzölle verunsichern die Märkte
5. Der Irankrieg treibt Energiewerte
Gewinnlücke gegenüber US-Titeln bleibt hoch
Allein 2025 waren es knapp 250 Milliarden, die in europäische ETFs
geflossen sind. Und im Januar noch einmal 56,5 Milliarden. Denn Aktien
aus Europa gelten als günstig bewertet mit entsprechendem
Aufholpotential. Aber Achtung: Der Bewertungsabschlag schmilzt, während
die Gewinnlücke bleibt! Aus europäischer Sicht erfreulich: Der
europäische STOXX 600 hat den technologielastigen NASDAQ-100-Index seit
Anfang letzten November währungsbereinigt zeitweise um knapp 18 Prozent
übertroffen. Historisch ist das selten: In den vergangenen 20 Jahren
erzielte Europa nur sieben Mal innerhalb von vier Monaten einen
ähnlichen Vorsprung. Danach, so eine Analyse der Deutschen Bank, verlor
der STOXX 600 in den folgenden zwölf Monaten relativ zum NASDAQ-100 aber
durchschnittlich rund 21 Prozent. Zwar startete Europa zuletzt mit
einem ungewöhnlich hohen Bewertungsabschlag, gemessen am erwarteten
Kurs-Gewinn-Verhältnis der nächsten zwölf Monate, entspricht dieser mit
rund 40 Prozent aber wieder dem Zehn-Jahres-Durchschnitt.
NASDAQ 100 glänzt mit Gewinnwachstum von erwarteten 19 Prozent
Eine weitere Outperformance wird damit schwieriger, zumal sich die
Gewinntrends deutlich unterscheiden: Für 2026 bis 2028 erwarten
Analysten beim NASDAQ-100 ein durchschnittliches jährliches
Gewinnwachstum von rund 19 Prozent, beim STOXX 600 sind es dagegen nur
knapp elf Prozent. Beim S&P 500 sind es immerhin 15 Prozent. Ohne
eine strukturelle Verbesserung der europäischen Gewinnperspektiven, etwa
durch eine deutlich stärkere konjunkturelle Erholung, dürfte es
europäischen Aktien zunehmend schwerer fallen, ihre seit November
aufgebaute Outperformance gegenüber den wachstumsstarken NASDAQ-Titeln
auszubauen.
Moderates Wachstum in Europa
Nun, eine starke konjunkturelle Erholung ist derzeit nichts in Sicht.
Denn die europäische Wirtschaft befindet sich 2026 nur auf einem
moderaten Wachstumskurs. Nach aktuellen Prognosen der EU-Kommission wird
das BIP 2026 voraussichtlich um 1,4 Prozent wachsen. Das ist nicht
gerade berauschend. Deshalb bleiben wir auch in den USA investiert.
Aber: auch 11 Prozent sind nicht zu unterschätzen. Vor allem vor dem
Hintergrund, dass der Technologiesektor im STOXX Europe 600 nur mit rund
8 Prozent gewichtet ist. Hier dominieren industrielle Dienstleistungen,
das Gesundheitswesen, sowie Banken und Versicherungen. In diesen
Bereichen sind unserer Meinung die Risiken deutlich geringer als an der
NASDAQ und der Wallstreet insgesamt. Und das kommt unserem
Modern-Value-Ansatz entgegen. So haben wir in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value
den Versicherungssektor relativ hoch gewichtet. Etwa mit einer Allianz,
die gerade wieder sehr solide Zahlen vorgelegt hat, oder auch einer
Münchner Rück, der französischen SCOR oder dem norwegischen
Finanzkonzern Storebrand, um nur einige zu nennen. Aber auch im
Gesundheitswesen sind wir investiert, hier allerdings in erster Linie in
der zweiten Reihe, wie etwa bei der spanischen Laboratorios
Farmaceuticos Rovi, Diasorin aus Italien, oder der französischen
bioMerieux.
US-Sonderzölle verunsichern die Märkte
Aber die Unternehmen aus der Gesundheitsbranche werden wir genauer
beobachten müssen. Denn hier kommen die von Donald Trump angekündigten
US-Sonderzölle ins Spiel. Der Supreme Court, der oberste Gerichtshof der
USA, hatte
einen Großteil der von Trump Anfang April vergangenen Jahres verhängten
Importzölle als verfassungswidrig erklärt. Trump reagierte prompt und
kündigte aufgrund einer Ausnahmeregel (Section 122) umgehend Sonderzölle
von zunächst zehn, dann 15 Prozent auf einer anderen Rechtsgrundlage
an. Die französische Großbank BNP Paribas
hat errechnet, dass insbesondere die Sektoren Medizintechnik und
Luxusgüter betroffen sind, die rund 25 Prozent beziehungsweise 20
Prozent ihrer Umsätze in den USA erwirtschaften. Nun, der Luxussektor
spielt in unseren Portfolios eine eher untergeordnete Rolle. Aber bei
der Medizintechnik sieht das anders aus. Hier werden wir genau
hinschauen müssen.
Der Irankrieg treibt Energiewerte
Noch ein Wort zu den Folgen des Krieges, den die USA und Israel gegen
den Iran führen: Es wird die Märkte in Atem halten, vor allem auch
deshalb, weil das Mullah-Regime offenbar den Schiffsverkehr durch die
vor allem für den Ölhandel so wichtige Straße von Hormus blockiert und
damit den Ölpreis treibt. Doch wir sind weder im Öl- noch im Gas- oder
Rüstungssektor investiert. Das schließen unsere Nachhaltigkeitskriterien
aus.
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ist eine Marketing-Anzeige. Bitte lesen Sie den Prospekt des OGAW und
das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Die
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verfügt über die erforderlichen Erlaubnisse der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Bei den dargestellten Szenarien
handelt es sich um eine Schätzung der zukünftigen Wertentwicklung, die
auf Erkenntnissen aus der Vergangenheit über die Wertentwicklung dieser
Anlage und/oder den aktuellen Marktbedingungen beruht und kein exakter
Indikator sind. Die Wertentwicklung der Produkte, hängt unter anderem
davon ab, wie sich der Markt zukünftig entwickelt und der Haltedauer des
Investments.