Börsenjahr 2026: Die wilde Fahrt geht immer weiter
Was für ein Start in das Börsenjahr 2026. Bereits die ersten beiden Monate haben alles geliefert, was Anleger normalerweise in einem ganzen Jahr erleben:11.03.2026 | 10:00 Uhr
geopolitische
Spannungen, massive Sektor Rotationen, Edelmetall-Hausse, deutliche
Korrekturen bei Kryptowährungen– und vor allem eine spürbare
Verschiebung im Narrativ rund um Künstliche Intelligenz.
Beginnen wir mit dem
Offensichtlichen: Der militärische Schlag der USA und Israel gegen den
Iran dominiert die Schlagzeilen. Doch der geopolitische Faktor ist nur
ein Teil der Geschichte. Die eigentliche Dynamik der ersten beiden
Monate spielte sich an einer ganz anderen Front ab: beim Thema KI. Noch vor wenigen Monaten galt
Künstliche Intelligenz als der zentrale Wachstumsmotor der kommenden
Jahre. Jetzt hat sich das Narrativ gedreht. Plötzlich lautet die
Schlagzeile: „KI wird die Softwarebranche fressen.“ Auslöser sind die rasanten
Fortschritte bei den großen Sprach- und Automatisierungsmodellen. Die
Qualität steigt spürbar, die Kosten fallen. Das weckt Zweifel an
klassischen „Software-as-a-Service“-Geschäftsmodellen. Die Angst: Wenn
KI komplexe Workflows eigenständig erledigt, wozu braucht es dann noch
spezialisierte Software? Ob dieses Szenario tatsächlich so
eintritt, bleibt völlig offen. Aber an der Börse wirken Narrative oft
stärker als Fundamentaldaten. Der US-Software-Index verzeichnet
seit Jahresbeginn einen Rückgang von rund 30 Prozent. Große Namen wie
Adobe, Oracle oder SAP mussten zweistellige Kursabschläge hinnehmen.
Selbst Microsoft – lange Zeit Inbegriff der KI-Gewinner – geriet
deutlich unter Druck. Und genau hier beginnt die
Differenzierung: Während die Kurse gefallen sind, sind die Gewinne
vieler Unternehmen weiter gestiegen. Im Fall von Microsoft liegt die
Bewertung inzwischen auf einem Mehrjahrestief – bei gleichzeitig enorm
gestiegenen Gewinnen. Das zeigt: Der Markt preist derzeit vor allem
Unsicherheit ein. Wenn starke Narrative dominieren,
entstehen häufig Übertreibungen. Aktuell eher nach unten – gerade, weil
viele Techwerte mit ambitionierten Bewertungen ins Jahr gestartet sind. Besonders interessant ist die
Entwicklung im MidCap-Segment. Während die großen Tech-Giganten im Fokus
der öffentlichen Debatte stehen, geraten viele mittelgroße Unternehmen
unter Druck. Einige MidCaps aus dem Software- und
IT-Dienstleistungsbereich wurden pauschal abgestraft – unabhängig
davon, wie stark sie tatsächlich von KI betroffen sind. Gleichzeitig
existiert jedoch eine zweite Gruppe: MidCaps, die indirekt profitieren
könnten, etwa durch Automatisierung, Effizienzgewinne oder
hochspezialisierte Nischenlösungen mit hoher Datenqualität. Wir müssen KI differenziert
betrachten: direkte Profiteure, indirekte Profiteure, mögliche
Profiteure – und Geschäftsmodelle, die strukturell kaum betroffen sind.
Gerade im MidCap-Bereich entstehen durch diese Unterscheidung enorme
Bewertungsunterschiede. Bewertungsunterschiede bilden erfahrungsgemäß die Grundlage für langfristige Outperformance. Parallel zur KI-Diskussion kam es auch in anderen Assetklassen zu
außergewöhnlichen Bewegungen. Edelmetalle legten einen historischen
Jahresstart hin: Silber und Gold verzeichnete Zuwächse von jeweils rund
17 Prozent. Zwischenzeitlich war die Volatilität so extrem, dass von
geordnetem Handel kaum noch die Rede sein konnte. Auf der anderen Seite der Skala: Kryptowährungen. Bitcoin notiert
rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch. Auch hier zeigt sich das
bekannte starker Übertreibung und deutlicher Korrektur. Auffällig ist,
dass langfristige Investoren die niedrigen Niveaus offenbar wieder zum
Einstieg nutzen. In einem Umfeld hoher Volatilität
lohnt sich auch der Blick auf klassische Stabilitätsanker. Die
anstehende Dividendensaison liefert positive Signale. Für den DAX wird
inzwischen sogar ein leichter Anstieg der Dividenden erwartet. Große
Versicherer wie Allianz oder Münchener Rück bieten weiterhin Renditen um
vier Prozent. Gerade in volatilen Phasen sind solche Cashflows ein unterschätzter Stabilitätsfaktor im Depot. Das Jahr 2026 hat fulminant
begonnen. Die Märkte sind von starken Schwankungen, dominanten und
geopolitische Risiken geprägt. Gleichzeitig beobachten wir keine
systemische Panik, sondern selektive Verwerfungen. KI bleibt das zentrale Thema – nicht
nur als Chance, sondern auch als Disruptionsfaktor. Die Spreizung
innerhalb der Märkte nimmt zu. Das eröffnet attraktive Chancen,
insbesondere im MidCap-Segment, wo pauschale Abschläge oft fundamentale
Qualität überdecken. Die Volatilität wird uns auch
weiterhin begleiten. Doch wer genau hinschaut, erkennt hinter den
Schlagzeilen nicht nur Risiken – sondern auch die ersten attraktiven
Einstiegsmöglichkeiten. Die größten Positionen in diesem
globalen Value-Aktienfonds haben auf Sicht der ersten beiden Monate 2026
die größten Zuwächse gebracht. An erster Stelle steht hier der
spanische Pharmawert Rovi, der auch in weiteren Mandaten enthalten ist.
Von den knapp 5 Prozent Zuwachs, die auf die TOP 10 gewichteten Aktien
in dem Fonds entfallen, steht Rovi allein für 1,3 Prozent. Mit
deutlichem Abstand folgen dann der mexikanische Konsumtitel FEMSA (+0,64
Prozent) und die Jost Werke (+0,60 Prozent). In dem anspruchsvollen
Marktumfeld der ersten beiden Monate hat dieser Fonds 1,66 Prozent an
Wert hinzugewonnen (Stand: 27.02.2026). Auch bei unserem Klassiker, dem
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen sind einige der größten
Positionen auch bei den Top-Performern zu finden. Ebenfalls steht hier
der spanische Pharmawert Rovi vorn mit einem Performancebeitrag von
einem Prozent an den 3 Prozent Zuwachs der Top 10 Positionen. Auf
folgenden Plätzen sind mit Storebrand und SCOR nicht nur zwei
Finanztitel, sondern auch die größten Einzelpositionen des Frankfurter
Aktienfonds für Stiftungen zu finden. Nach zwei Monaten steht der Fonds
mit 1,85 Prozent im Minus, da etliche Unternehmen unter der sich
umgreifenden KI-Angst gelitten haben (Stand: 27.02.2026). Überraschend
schwach war in den ersten beiden Monaten unsere langjährige Top-Position
Microsoft. Selbst dieser ausgesprochene Qualitätswert wurde von der
KI-Angst nach unten gedrückt, bleibt für uns aber weiterhin ein
Basisinvestment. Rovi und Storebrand sind auch in
unserem ETF enthalten und sorgen hier ebenfalls für positive
Wertbeiträge. Durch die starke Gewichtung von Aktien aus dem Umfeld KI
fielen jedoch die Verluste stärker aus als in den anderen Mandaten. Den
größten negativen Performancebeitrag von einem Prozent brachte
beispielsweise der US-Softwarewert Adobe. Weitere Werte aus diesem
Segment wie Booking.com oder SAP gehören ebenfalls zu den schwächeren
Aktien. Nach zwei Monaten blieb so ein Minus von 2,8 Prozent (Stand:
27.02.2026). Beim anstehenden März-Rebalancing wird es spannend. So
werden nicht nur alle Aktien wieder auf das Ausgangsgewicht von vier
Prozent gesetzt, sondern auch einige Titel ausgetauscht. Mehr dazu im
nächsten Monatsbericht. Der klare Europafokus ist auch beim
Frankfurter Value Focus Fund vorhanden. Knapp 90 Prozent der Unternehmen
stammen aus Europa. Dabei nehmen allein die TOP 5 Positionen fast 60
Prozent des Fonds ein. Diese Konzentration auf wenige – oft auch
kleinere Titel – bringt deutlich größere Schwankungen als bei den
anderen Mandaten. Mit dem Cybersecurity-Unternehmen secunet Security
Networks stand hier der am höchsten gewichtete Wert deutlich unter
Druck. Nach zwei Monaten hat dieser Fonds knapp drei Prozent an Wert
verloren (Stand: 27.02.2026).Geopolitik im Fokus – aber nicht der alleinige Treiber
KI: Vom Hoffnungsträger zur Bedrohung
MidCaps im Schatten der KI-Angst
Extreme Ausschläge auch jenseits der Aktienmärkte
Stabilitätsanker Dividenden
Fazit nach zwei Monaten
Frankfurter Long-Term Value Fund – Der Langfristige
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – Der Klassiker
Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value – Der Systematische
Frankfurter Value Focus Fund – Der Offensive