Ausblick für die Fed: Keine Zinssenkung erwartet

Matthias Scheiber, Leiter des Bereichs Multi-Asset-Lösungen bei Allspring Global Investments, kommentiert im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank: 

13.03.2026 | 12:04 Uhr

„Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen diesmal unverändert lassen wird. Die Zinserwartungen wurden, ähnlich wie in anderen Märkten, nach oben korrigiert. Im Falle der USA bedeutet dies, dass der Markt nur noch höchstens eine anstelle von zwei Zinssenkungen erwartet. Wir halten es sogar für sehr wahrscheinlich, dass die Fed überhaupt keine Zinssenkung vornehmen wird. Sollten die Energiepreise jedoch weiter steigen, würden wir negative Auswirkungen auf die Stimmung der Verbraucher und Unternehmen erwarten.

Vor dem Konflikt im Mittleren Osten wurde für die US-Wirtschaft eine Erholung mit einem realen BIP-Wachstum von rund zweieinhalb Prozent erwartet. Hochfrequente Indikatoren deuten jedoch auf eine Verlangsamung auf unter zwei Prozent hin, und die jüngsten Arbeitsmarktdaten, die zwar durch Streiks verzerrt sind, zeigen eine gewisse Schwäche.

Stagflationäre Tendenzen könnten die Fed dazu zwingen, sich für den größten Teil des Jahres zurückzuhalten, zumal weitere fiskalische Anreize und Staatsverschuldung zur Unterstützung des privaten Sektors im Vorfeld der Zwischenwahlen nicht ausgeschlossen werden können.

Vorerst wird die Fed die Energiepreisanstiege voraussichtlich als vorübergehend betrachten und das Wachstum im Auge zu behalten. Aber um eine Zinssenkung in einem Umfeld mit hartnäckiger Inflation zu rechtfertigen, müssten wir wohl eine stärkere Wachstumsabschwächung sehen.

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