Angesichts makroökonomischer Unsicherheit richten Anleger ihre Fixed-Income-Portfolios stärker auf Diversifikation und Liquidität aus

Capital Group Studie: Verlagerung hin zu Investment-Grade-Unternehmensanleihen aus Europa und Asien-Pazifik sowie Schwellenländeranleihen, da Asset Owner Konzentrationsrisiken neu bewerten

18.05.2026 | 09:46 Uhr

Asset Owner erhöhen ihre Allokationen in festverzinslichen Anlagen, da sie ihre Portfolios angesichts erhöhter makroökonomischer Unsicherheit und Risiken an den Aktienmärkten neu ausrichten. Dabei stehen Diversifikation, geografische Neugewichtung und Flexibilität im Vordergrund. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Capital Group, einem der weltweit größten und erfahrensten aktiven Investmentmanager mit einem verwalteten Vermögen von 3,3 Billionen US-Dollar¹.

Für die Capital Group Fixed Income Horizons Survey 2026² wurden 300 leitende Investmentexperten in den Regionen Asien-Pazifik (APAC), Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) sowie Nordamerika befragt. Sie untersucht, wie institutionelle Asset Owner ihre Fixed-Income-Portfolios für die kommenden 12 bis 24 Monate ausrichten.

„Vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit werden festverzinsliche Anlagen zunehmend genutzt, um Portfolios zu stabilisieren“, sagt Peter Becker, Fixed Income Investment Director bei Capital Group. „Unsere Fixed Income Horizons Survey zeigt einen wachsenden Fokus auf geografische Diversifikation und Portfolioflexibilität, insbesondere bei Anlegern in den Regionen EMEA und Asien-Pazifik, die Konzentrationsrisiken reduzieren möchten. Asset Owner entwickeln zudem ihren Investmentansatz weiter, um Managern mehr Spielraum zu geben, auf Marktveränderungen zu reagieren. Als einer der weltweit größten aktiven Fixed-Income-Manager sind wir überzeugt, dass aktiv verwaltete, gut diversifizierte globale Portfolios Anlegern helfen können, sich in veränderten Marktbedingungen zurechtzufinden und langfristig widerstandsfähigere Portfolios aufzubauen.“

Zentrale Ergebnisse:

Agilität und Diversifikation gewinnen an Bedeutung, während die Unsicherheit anhält

  • Die Anpassung der Zusammensetzung von Anleiheportfolios (72 %) und geografische Diversifikation (67 %) zählen für die meisten Asset Owner zu den wichtigsten Prioritäten in den kommenden 12 Monaten.
  • Zwei Drittel (66 %) priorisieren Änderungen ihres Investmentansatzes, um die Agilität zu erhöhen – am häufigsten durch eine Ausweitung der taktischen Asset-Allokationsspielräume.
  • 46 % erhöhen den Einsatz aktiven Managements im Fixed-Income-Bereich, während lediglich 5 % diesen reduzieren. Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Flexibilität.

Anleger erhöhen ihre Allokationen in liquide Fixed-Income-Anlagen

  • Die Allokationen in liquide Fixed-Income-Anlagen dürften in den kommenden 12 Monaten steigen: 31 % der Befragten planen eine Erhöhung (gegenüber 25 % im Jahr 2025), während 20 % eine Verringerung planen (gegenüber 25 %).
  • Die wichtigsten Treiber sind der Wunsch nach Diversifikation von Aktienrisiken (61 %) und eine defensivere Positionierung (59 %).
  • Die Nachfrage nach Investment-Grade-Unternehmensanleihen (IG) (31 %) und Schwellenländeranleihen (EMD) (30 %) nimmt zu – beide Werte liegen über dem Niveau von 2025.

Investment-Grade-Unternehmensanleihen aus Europa und Asien-Pazifik gewinnen an Attraktivität

  • Der Anteil der Asset Owner, die planen, in den nächsten 12 Monaten ihre Allokationen in europäische IG-Anleihen (32 %) und APAC-IG-Anleihen (36 %) zu erhöhen, ist größer als der Anteil der Asset Owner, die verstärkt in US-IG-Anleihen (20 %) anlegen wollen. Damit kehrt sich der Trend des Vorjahres um.
  • Der Home Bias bleibt bestehen, gleichzeitig nimmt das regionenübergreifende Interesse gegenüber 2025 zu:
      • EMEA-Anleger erhöhen ihre APAC-Allokationen (36 % gegenüber 27 %),
      • APAC-Anleger erhöhen ihre Europa-Allokationen (29 % gegenüber 13 %) und
      • Nordamerikanische Anleger erhöhen ihre Allokationen in Europa (22 % gegenüber 18 %).

Nachfrage nach Schwellenländeranleihen erreicht neue Höchststände

  • Fast doppelt so viele Anleger planen, ihre Allokationen in Schwellenländeranleihen zu erhöhen, wie im vergangenen Jahr (30 % gegenüber 16 %). Gründe dafür sind erwartete Diversifikationsvorteile und eine Renditeprämie.
  • Mehr als drei Viertel erwarten, dass die Realrenditen in EMD-Sektoren in den kommenden 12 Monaten stabil bleiben oder steigen. Dies deutet auf eine anhaltende Attraktivität gegenüber Kreditsegmenten aus Industrieländern hin.

Nachfrage nach Private Credit bleibt robust

  • Private Credit bleibt der beliebteste Kreditsektor für höhere Allokationen: 34 % der Befragten planen, ihr Engagement in den kommenden 12 Monaten auszubauen.
  • Eine Mehrheit der Asset Owner (58 %) gibt inzwischen an, dass Private Credit mindestens 10 % ihrer Fixed-Income-Allokationen ausmacht – ein Anstieg gegenüber 39 % im Jahr 2025.

Arne Tölsner, Leiter der Client Group für die DACH-Region bei Capital Group, sagt: „Da die Divergenz zwischen Regionen und Kreditsektoren zunimmt, nutzen viele Anleger aktives Management, um sich in einem Umfeld sich verändernder Korrelationen zurechtzufinden und widerstandsfähige Ertragsquellen zu erschließen. Unsere Studie zeigt eine Verlagerung hin zu Fixed Income sowie ein erneutes Interesse an Investment-Grade-Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen. Vor diesem Hintergrund kann ein global diversifizierter und aktiv verwalteter Fixed-Income-Ansatz dazu beitragen, auch in unsicheren Marktphasen flexibel zu bleiben.“

Die vollständigeCapital Group Fixed Income Horizons Survey 2026 finden Sie hier.


1 Daten per 31. Dezember 2025, falls nicht anders angegeben. Quelle: Capital Group
2 Die Capital Group Fixed Income Horizons Survey 2026 erfasst die Ansichten von 300 leitenden professionellen Investoren bei institutionellen Vermögenseigentümern im asiatisch-pazifischen Raum, in der EMEA-Region und in Nordamerika, darunter Pensionsfonds, Versicherer, Stiftungen, Single Family Offices, Staatsfonds und OCIO-Anbieter. Die quantitative Umfrage wurde von der CoreData Group im Februar und März 2026 durchgeführt, wobei der Großteil der Antworten vor dem Iran-Konflikt erfasst wurde.


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