Aktiver Europa ETF von DJE schlägt Benchmark – was hinter dem frühen Erfolg steckt
Seit Jahresbeginn hat der Xtrackers DJE Europe Equity Research UCITS ETF fast drei Prozentpunkte mehr Rendite erzielt als der Euro Stoxx 50. Der Erfolg des aktiven Produkts überrascht in einem von passiven Strategien dominierten Markt – und lenkt den Blick auf den Auswahlprozess, der maßgeblich von Kilian Stemberger geprägt wird.19.03.2026 | 14:00 Uhr von «Peter Gewalt»
Ein aktiver ETF, der seinen Index so kurz nach dem Start klar hinter sich lässt, ist selten. Genau das ist dem Xtrackers DJE Europe Equity Research UCITS ETF (ISIN: IE000VKFA2D2 ) gelungen: Seit seiner Auflage Anfang 2026 liegt er knapp drei Prozentpunkte vor dem Euro Stoxx 50. Für DJE Kapital, das seine Research‑Expertise erstmals systematisch in ein börsengehandeltes Produkt überführt hat, ist dies ein ermutigender Beleg für die Funktionsfähigkeit des Ansatzes.
Herzstück des Fonds ist ein mehrstufiger Auswahlprozess, der qualitative Einschätzungen der Analysten und eine Vielzahl an Kapitalmarktdaten miteinander kombiniert. „Der ETF bildet die attraktivsten europäischen Aktien ab, wie sie unser Research‑Team identifiziert“, heißt es in der Produktbeschreibung. Diese Verbindung aus strukturiertem Modell und menschlicher Analyse soll sicherstellen, dass sowohl Fundamentaldaten als auch Marktimpulse berücksichtigt werden.
Kilian Stemberger, der Architekt des zugrunde liegenden Modells, sieht darin einen entscheidenden Vorteil. „Unsere ETFs basieren auf unserem intern entwickelten Scoring‑Modell, welches die Analystenmeinungen aus dem Research-Team mit quantitativen Faktoren kombiniert. Beide Komponenten werden in etwa gleich gewichtet“, erklärt er. Stemberger hat das System über viele Jahre hinweg entwickelt und immer weiter verfeinert. Seine Aufgabe: Die Vielzahl europäischer Aktien so zu filtern, dass am Ende nur jene Titel bleiben, die in Qualität, Bewertung, Momentum und ESG‑Profil überzeugen.
Der ETF investiert in 50 ausgewählte Unternehmen unterschiedlicher Größe. Die Gewichtungen folgen einer klaren Logik: Die Hälfte der Positionen ist mit jeweils 2,5 Prozent vertreten, die übrigen mit 1,5 Prozent. Bei sehr großen Konzernen wiederum wird die Marktkapitalisierung stärker berücksichtigt, um Über- oder Untergewichtungen zu vermeiden. „Das Modell ist flexibel genug, um je nach Marktphase unterschiedliche Portfoliozuschnitte zu generieren“, betont Stemberger. Entscheidend sei jedoch die konsequente Anwendung des Regelwerks – ein Prinzip, das emotionale Fehlentscheidungen minimieren soll.
Alle drei Monate wird das Portfolio überprüft und gegebenenfalls zurück auf die Zielgewichte geführt. Dass der Fonds dabei vollständig investiert bleibt, war eine bewusste Entscheidung. Sie rückt die Titelauswahl stärker in den Mittelpunkt als taktische Allokationsüberlegungen. Während klassische Publikumsfonds bei Sektorgewichten und Cash‑Quoten größere Freiheiten besitzen, setzt der ETF auf ein diszipliniertes, datengestütztes Vorgehen. „Unsere Publikumsfonds sind weiterhin flexibler beim Thema der Sektorgewichtung und unterscheiden sich in der Quotensteuerung“, erklärt Stemberger.
Die Partnerschaft mit DWS spielt ebenfalls eine Rolle: Als White‑Label‑Partner stellt sie die ETF‑Plattform, während DJE die inhaltliche Steuerung übernimmt. Die jährliche Pauschalgebühr von 0,50 Prozent liegt im Rahmen aktiver ETF‑Strategien.
Der aktuelle Erfolg weckt Erwartungen – intern wie extern. Stemberger selbst sieht die Entwicklungen gelassen: Für ihn steht weniger die kurzfristige Outperformance im Zentrum als die Bestätigung, dass die Kombination aus Research‑Know‑how und regelbasiertem Prozess im ETF‑Format funktioniere. „Die Maschinerie steht“, sagt er, und deutet damit an, dass weitere Produkte folgen könnten.