5 Wege, wie KI die Softwarebranche verändert
Künstliche Intelligenz (KI) ist kein Zukunftsthema mehr; sie schreibt die Regeln der Unternehmenssoftware-Branche derzeit rasant neu.01.06.2026 | 10:24 Uhr
Das sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse, zusammengefasst von Stephen Dover vom Franklin Templeton Institute:
Wege, wie KI die Softwarebranche verändert
- KI lässt die Softwarewirtschaft nicht schrumpfen; vielmehr gestaltet sie die Verteilung des wirtschaftlichen Mehrwerts neu. Da Intelligenz zunehmend in sämtliche Arbeitsabläufe integriert wird, verlagert sich der Wert weg von Modellen, die primär auf der Anzahl der Mitarbeiter basieren, hin zu Systemen, die näher an den eigentlichen maschinellen Aktivitäten angesiedelt sind.
- Die wichtigste Trennlinie innerhalb der Softwarebranche verläuft nicht mehr zwischen „Growth“ (Wachstumswerten) und „Value“ (Substanzwerten), sondern zwischen „Seats“ (nutzerbasierten Lizenzen) und „Usage“ (nutzungsbasierter Abrechnung). Geschäftsmodelle, die an die menschliche Arbeitskraft gekoppelt sind, stoßen an natürliche Obergrenzen, während KI-gestützte Systeme weit über die Kapazitäten der Belegschaft hinaus skalieren können.
- Sinkende Kosten für die Softwareentwicklung beseitigen die Knappheit nicht – sie definieren sie lediglich neu. Da die Erstellung von Software immer einfacher wird, verlagert sich der dauerhafte Wettbewerbsvorteil hin zu Plattformen, die zunehmend komplexe digitale Umgebungen orchestrieren, steuern und absichern.
- Die Preissetzungsmacht spiegelt zunehmend die strategische Position wider und nicht mehr die bloße Produktbreite. In einer durch KI geprägten Wirtschaft erzielen jene Softwarelösungen die stabilsten Umsätze, die konkrete Ergebnisse gestalten und Arbeitsabläufe steuern – und nicht bloß Werkzeuge bereitstellen, die die Ausführung einzelner Aufgaben ermöglichen.
- Für Investoren lässt sich die Softwarebranche nicht länger als ein monolithisches Gesamtkonzept betrachten. Die Fähigkeit zur Differenzierung – also das Verständnis dafür, wo KI die wirtschaftliche Hebelwirkung verstärkt und wo sie diese aushöhlt – rückt bei Entscheidungen zur Kapitalallokation ins Zentrum der Aufmerksamkeit.