„10 Thesen zu den Turbulenzen an den Aktienmärkten“

Der anhaltende Iran-Krieg hinterlässt tiefe Spuren an den Börsen weltweit. Dr. Stefan Schüder, CFA, Senior Specialist Economics bei der apoBank, erläutert in zehn Thesen die Turbulenzen an den Aktienmärkten.

25.03.2026 | 07:59 Uhr

  1. Der Iran Konflikt ist zum zentralen Taktgeber der Finanzmärkte geworden - der Ölpreis bestimmt derzeit das Tempo an den Börsen.
  2. Die Märkte reagieren im Minutentakt auf jede Nachricht aus dem Golf - Entspannung lässt Aktien sofort steigen, neue Risiken drücken sie ebenso schnell.
  3. Energieintensive Branchen stehen massiv unter Druck - Öl- und Förderunternehmen zu den klaren Profiteuren der Krise zählen.
  4. Der breite Marktaufschwung seit Ende 2025 wurde abrupt gestoppt – geopolitische Risiken drängen Anleger wieder zurück in die großen Titel.
  5. Gerade kleinere Unternehmen geraten jetzt ins Hintertreffen - sie können steigende Energie und Finanzierungskosten kaum weitergeben.
  6. Großkonzerne mit Preissetzungsmacht sind die neuen defensiven Häfen - sie können Kostensteigerungen eher an Kunden weiterreichen.
  7. Die KI-Euphorie ist in den Hintergrund gerückt - steigende Kapitalkosten machen Investitionen in Chips und Rechenzentren deutlich riskanter.
  8. Trotz geopolitischer Spannungen bleiben die fundamentalen Rahmenbedingungen freundlich - die Weltwirtschaft wächst solide, angeführt von einer starken US Konjunktur.
  9. Sobald sich der Konflikt beruhigt, rücken die starken Unternehmensgewinne wieder in den Fokus – besonders aus den Emerging Markets, wo sich das Gewinnwachstum zuletzt deutlich beschleunigt hat.
  10. In diesem Umfeld wird selektives Investieren zur Pflicht – Gewinner sind Unternehmen mit robusten Cashflows, Preissetzungsmacht und geringer Energieabhängigkeit.
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