22.06.2016 | 09:39

Update: Max Otte Vermögensbildungsfonds

von Harald Braml, FondsConsult Research AG

Bei der Geldanlage lässt man sich ja gerne von großen Worten und Versprechen (ver-)leiten. So möchte auch der Max Otte Vermögensbildungsfonds bei den Anlegern mit Vermögensaufbau punkten. Wie im November 2014 (Vermögensaufbau ohne Sicherheitsnetz: Max Otte Vermögensbildungsfonds) bereits dargestellt, ist bei diesem Fonds die Produktklarheit und –wahrheit jedoch fraglich (was auch aktuell in den Medien diskutiert wird).

Seit Auflage des Fonds konnten die nach der Max-Otte-Königsanalyse selektierten vermeintlichen Value Positionen wie bspw. Banken, Zykliker, EM nicht den erwarteten Mehrwert generieren. Auch hatte der Fonds damals kräftig bei Goldminenwerten zugeschlagen. Diese entwickelten sich jedoch nicht wie erwartet und wurden zu früh – teilweise noch günstiger - wieder verkauft. In 2016 entpuppten sich diese dann als klare Outperformer und hätten der Fondsentwicklung mehr als gut getan. Bis Ende Mai 2016 verdiente der Fonds insgesamt 5,9%, wohingegen die Fondsbenchmark MSCI World um 44,5% zulegte. Auch bei der Volatilität und dem max. Drawdown schneidet der Fonds schlechter ab.

Das schwache Ergebnis scheint auch dem Fondsmanagement bewusst zu sein, da es signifikante Änderungen an der Portfoliozusammensetzung vornahm. Es befinden sich nunmehr einige Quality Growth Titel und als größte Position Berkshire Hathaway im Portfolio. Ob diese Änderung aus Überzeugung getätigt wurde, ist ebenfalls fraglich. Wie passen Quality Growth Titel in ein nach ansonsten Value-Kriterien gemanagtes Portfolio (womit wir wieder beim Thema Produktklarheit und –wahrheit wären)? Vertraut das Fondsmanagement seiner eigenen Analysemethode nicht mehr?

Von den ehemals 89 Mio. EUR Fondsvolumen waren Ende Mai noch 50 Mio. EUR übrig. Vermögen wird so sicherlich nicht gebildet, trotz großer Worte und Versprechen.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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Harald Braml

Harald Braml

Harald Braml studierte VWL an der LMU München sowie BWL an der Humboldt Universität zu Berlin. Er verbrachte zwei Auslandsaufenthalte in den USA an der NOVA Southeastern University und der University of California. Bei der FondsConsult Research AG betreut er als Analyst die Bereiche Multi-Asset Fonds und ETFs. Zuvor sammelte er praktische Erfahrung im Investment Banking und Private Equity.

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