06.09.2013 | 06:45 Uhr

Crash-Prophet: „Eurobonds wären fürchterlich“

Crash-Prophet: „Eurobonds wären fürchterlich“
Prof. Dr. Max Otte

Professor Max Otte spricht exklusiv mit FundResearch über seine Fonds und die düsteren Aussichten für Europa.

Aktienmarkt Eurokrise Gold Interview Rohstoffe

Professor Dr. Max Otte, der während der Finanzkrise als „Crash-Prophet“ bekannt wurde, erläutert im FundResearch-Interview die von ihm entwickelte „Königsanalyse“ für das Fondsmanagement. Während er optimistisch auf die Entwicklung von DAX und Goldpreis schaut, sieht er für Europa schwarz – egal wie die Bundestagswahl ausgeht.

FundResearch: Der PI Global Value (ISIN: LI0034492384) hat eine ziemlich gute Performance. Wie haben Sie das erreicht?

Max Otte: Ich treffe nach Warren Buffet ganz einfache Entscheidungen. Aber gerade die einfachen Entscheidungen sind schwer zu treffen. Buffett sagt das selber: „Value Investing is simple but not easy“. Sprich: Wirklich knallhart ganz brutal nach absoluten fundamentalen Unterbewertungen gehen. Was billig ist kaufen. Dann fällt es aber oftmals noch weiter. Das ist uns jetzt seit Anfang 2011 wieder passiert. Wir waren seit 2010 in europäischen Werten, auch in der Peripherie, weil das schon billig war. Und dann wurde es saubillig und noch billiger. Griechenland hatte irgendwann mal ein Market Cap von 20 Milliarden Euro. Lächerlich. Aber dann kauft man nach und dann fallen die noch weiter und dann drückt das noch stärker auf die Performance. Also jede Menge fallender Messer. Aber man muss auch ganz klar die Assetklassen unterscheiden. Es ist ja eigentlich ein Mischfonds. Seit 2008 haben wir kaum Anleihen drin. Weil selbst 2008 die Asset Klasse Aktien insgesamt attraktiver war. Wir treffen ganz fundamentale, ganz langfristige, nüchtern ausgerichtete Entscheidungen.  (Anm .d. Redaktion: Seit Auflage des Fonds 2008 managt ein Team in der Schweiz den Fonds für Otte  und nutzt dabei die von ihm entwickelte „Königsanalyse“.)

FundResearch: Was genau hat es mit der „Königsanalyse“ auf sich?

Max Otte: Die Königsanalyse ist eine Methode, um Qualität zu definieren. Bei den fundamentalen Entscheidungen muss man den Preis kennen. Wie hoch ist die Unterbewertung? Was ist die Qualität? Unternehmen, die bei der Königsanalyse hoch abschneiden, sind solche, die Buffet als „Franchises“ bezeichnen würde. Also sehr stabile, hochwertige Geschäftsmodelle. Da darf man auch ein bisschen mehr zahlen. Die kann man auch mal zu 20 Prozent Abschlag kaufen oder sogar mal zum fairen Wert. Wir haben Fuchs Petrolup drin, die sind eigentlich fair bewertet. Trotzdem versprechen wir uns so viel fundamentale Entwicklung in diesem Unternehmen, dass wir es selbst zum fairen Wert noch behalten. Auch da gibt es ein Buffett-Wort: „It’s better to have a great business at a reasonable price than a reasonable business at a great price.“ Aber daneben kaufen wir auch ganz normale, durchschnittliche Unternehmen was viele fälschlicherweise nicht als Value-Investing sehen. Buffett macht das aber auch. Vivendi oder griechische Telekom, E.ON, RWE sind solche Titel die wir haben oder mal gehabt haben. Die kaufen wir, wenn sie extrem billig sind.  

FundResearch: Sie scheinen stark nach den Buffet-Grundsätzen zu investieren. 

Max Otte: Naja, so genau hat er sie ja nie aufgeschrieben. Er äußert sich viel, aber er sagt nie alles. Ich glaube aber, ihn sehr gut studiert und einigermaßen verstanden zu haben. 

FundResearch: Wie groß ist der Aktienanteil in Ihrem Fonds aktuell?

Max Otte: 98 Prozent. Renten haben wir momentan gar keine. Am Anfang hatten wir mal ein bisschen Gold. Im Moment haben wir davon noch zwei Prozent. Unsere größte Position ist Barrick Gold aus Kanada. Sie macht sieben Prozent des Fonds aus. Die Aktie hat einen eingebauten Hebel auf den Goldpreis. Barrick hat ein ziemlich dummes Management. Die haben kräftig neue Minen gekauft mit hohen Produktionskosten, weil sie dachten, dass der Goldpreis ewig steigt. Jetzt ist er gefallen, und sie haben Probleme. Wahrscheinlich wird Barrick einen Teil seiner Produktionsanlagen schließen und auch die Hälfte des Personals der Zentrale rausschmeißen. „Cost cutting“ um jeden Preis. Und dann wird das Ding in Kürze sehr profitabel und der Kurs schießt nach oben. Von seinem Tief im Juli aus ist Barrick übrigens bereits 50 Prozent gestiegen.

FundResearch: Sie haben Goldtitel im Portfolio. Was erwarten Sie noch vom Goldpreis?

Max Otte: Der Goldpreis ist seit dem Tief im April etwa 15 Prozent gestiegen. Das ist doch was. Im Prinzip ist die Gold-Krise vorbei. Man weiß es natürlich nie genau. Aber man muss sich nur die Weltlage anschauen. Gold war auch bei 1.700 oder 1.900 US-Dollar nicht überbewertet. In den nächsten Jahren kann der Preis locker auf 2.500 US-Dollar steigen.  Wenn man sich die Krise des Geldwertes und die Notenbankpolitik ansieht, dann sollte man Gold aufstocken, wenn man es noch nicht getan hat.

FundResearch: Wie sieht ihre Portfolio-Allokation aktuell aus? In welchen Ländern sind sie verstärkt investiert?

Max Otte: Verstärkt in Europa, ganz klar. Dort auch in der Peripherie: Italien und Spanien. Aus Griechenland sind wir wieder raus. Vielleicht war das zu früh, aber wir haben dort gute Gewinne gemacht. Die haben wir dann auch mitgenommen. Aber natürlich sind wir auch in Deutschland investiert. In der Schweiz hingegen nicht, die ist überbewertet. In den USA sind wir wenig drin. Da haben wir im Moment nur noch Microsoft. Die haben wir gekauft, weil das Geschäftsmodell zwar nicht mehr der Bringer ist, aber doch sehr solide und weil sie billig waren. Die Übernahme der Handysparte von Nokia kam uns da natürlich entgegen. Bei Microsoft war die Fantasie raus. Wir kaufen Werte, wo die Fantasie weg ist. Denn da sind positive Überraschungen sehr viel wahrscheinlicher als bei anderen. Das sind ganz einfache Zusammenhänge. Die können sie tausend Mal erzählen und trotzdem macht es keiner. Die meisten Privatanleger werden das nie verstehen.

FundResearch: Sie sind stark in der europäischen Peripherie investiert. Haben Sie die Hoffnung, dass es mit Europa wieder bergauf geht?

Max Otte: Das ist genau der Punkt: Das interessiert mich nicht. Ich kann das nicht wissen. Ich weiß, wie eingeschränkt belastbar Prognosen an den Finanzmärkten, oder ökonomische Prognosen überhaupt, nur sind. Also versuche ich, auf derlei Mutmaßungen möglichst zu verzichten. Ich sage mir: Okay, wie sieht es mit meinen Werten in der Peripherie aus? Was passiert, wenn es ganz schlimm kommt? Dann würden einige Konzerne vielleicht Probleme bekommen. Aber die Länder werden ihre großen Unternehmen nicht massiv absaufen lassen. Ich mache Szenario-Analysen aber keine Prognosen. Einschätzungen auf den Verlauf der Euro-Krise kann man aus unseren Investitionen nicht schließen.

FundResearch: Im Juli haben Sie einen neuen Fonds aufgelegt. Den „Max Otte Vermögensbildungsfonds“ (ISIN: DE000A1J3AM3). Was zeichnet den aus?

Max Otte: Es ist ein deutscher Fonds. Er ist klein, er ist neu und daher noch ein bisschen beweglicher. Wir sind jetzt bei zehn Millionen, weil sich unser Partner Neue Vermögen richtig reingehängt hat. Das ging fix. Im Prinzip läuft der Fonds auch nach der bewährten Methode. Wir wollten außerdem ein Vehikel haben für den deutschen Sparplankunden. Unser Flaggschiff PI Global ist ein Liechtensteiner Fonds. Den haben wir damals aus Kostengründen dort aufgelegt. Aber ausländische thesaurierende Fonds sind in Deutschland bei der steuerlichen Abwicklung leicht benachteiligt. Deshalb wollten wir auch einen deutschen Fonds haben. Die Methode ist aber dieselbe wie beim PI Global. Die Titel sind natürlich leicht unterschiedlich. Den PI Global verwalte ich ja auch nicht mehr selber. Das macht ein Team in der Schweiz. Bei dem „Max Otte Vermögensbildungsfonds“ stehe ich selbst in der Pflicht.

FundResearch: Wie hoch sind die Kosten der Fonds?

Max Otte: Die sind bei beiden ungefähr gleich. Die Total Expense Ratios liegen bei etwa 1,8 oder 1,9 Prozent schätze ich.

FundResearch: Haben Sie Performance-Ziele für den Vermögensbildungsfonds?

Max Otte: Meine generellen Performance-Ziele sind, dass ich eigentlich für meine Investoren 13 Prozent pro Jahr schaffen möchte. Im PI Global habe ich jährlich durchschnittlich elf Prozent in den vergangenen fünfeinhalb Jahren geschafft. Da waren zwei riesige Krisen dabei. Ich hab mein Ziel also nicht ganz erreicht, bin aber nicht unzufrieden mit der Performance. Vermögensbildung bedeutet ja wachstumsorientiert. Solange wie möglich soll es eine volle Aktienquote geben. Beide Fonds sind aktienlastige Mischfonds. Das heißt, dass wir in normalen Märkten fast voll in Aktien investiert sind. Erst wenn wir keine billigen Aktienmärkte mehr finden und die Anleihen attraktiver sind, würden wir anfangen, Anleihebestandteile aufzubauen. Also z.B. hätte ich rückblickend gehofft, dass wir 1999 angefangen hätten Anleihen aufzubauen. Da waren die Märkte extrem überbewertet. Aber es zu sehen, wenn man drinsteckt, ist nochmal was anderes.

 

PI Global Value: Seit 2009 mit Outperformance zur Benchmark



Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

 

FundResearch: Die billigen Aktienmärkte sehen Sie dementsprechend in der europäischen Peripherie.

Max Otte: Absolut. Auch in Japan. Da sind wir auch ein bisschen investiert. Aber nicht so viel, weil wir uns da nicht so gut auskennen. Selbst in Deutschland gibt es billige Aktien. Die will nur keiner im Moment. E.ON und RWE zum Beispiel. Die sind bei einem Viertel des alten Höchststandes. Die haben wir zwar nicht sehr stark gewichtet, aber das ist dasselbe wie bei Microsoft: Wenn alle so schlecht über eine Branche reden, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer positiven Überraschung höher als die weiterer negativer.

FundResearch: Wie schätzen Sie den deutschen Aktienmarkt insgesamt ein? Ist noch Luft nach oben für den DAX?

Max Otte: Ja. Ich weiß nicht, ob in den nächsten paar Wochen, da wir im September sind. Das ist immer der schwierigste Monat. Statistisch zumindest. Aber generell ist noch Luft. Der DAX ist bis 8.500 Punkte fair bewertet. Im Jahr 2000 stand er bei 8.000 Punkten und war vielleicht 4.000 Punkte wert. Er war also 100 Prozent überbewertet. Wenn man diesen fairen Wert von  4.000 Punkten aus dem Jahr 2000 auf heute hochrechnet und nur 5,6 Prozent Umsatz-Gewinn-Wachstum annehmen würde über diese Periode, dann läge der faire Wert heute bei 8.000 Punkten. Und das ist realistisch. Der DAX ist weder über- noch unterbewertet. Aber er ist trotzdem attraktiv, weil die Alternativen – Festgeld oder Anleihen – so verdammt unattraktiv sind. Das ist geplante Wertvernichtung. Viele Immobilienmärkte etwa sind deutlich überwertet, wie in München zum Beispiel. Und das wird weitergehen. Wenn man einmal in der Blase steckt, dann bläst die noch eine Weile. Ich rechne nicht damit, dass die Immobilienblase in München demnächst platzt.

FundResearch: Sie sehen eine Blase am Immobilienmarkt?

Max Otte: Ja, natürlich. Man muss mal überlegen, was das für Preise sind. Und Nachfrage ist in einer Blase immer da. Sonst gäbe es ja keine Blase. Die Preise sind out of line. Ich denke, das geht noch drei bis vier Jahre so weiter. Man kann also noch Geld verdienen, wenn man das Momentum-mäßig machen will.

FundResearch: Das oft genannte DAX-Jahresziel von 9.000 Punkten halten Sie für realistisch?

Max Otte: Absolut. Eventuell auch mehr. Ich habe im Frühjahr bei n-tv mal rausgehauen, dass ich 10.000 Punkte für realistisch halte. Warum nicht? Das kann ganz schnell gehen, wenn die Leute jetzt merken, dass es kaum noch Alternativen gibt. Und mit 10.000 Punkten ist der DAX gerade mal 20 Prozent überwertet. Das entspricht in etwa der Überbewertung des Dow Jones.

FundResearch: Stichwort Notenbankpolitik: Wie bewerten Sie die Geldpolitik der EZB?

Max Otte: Das ist eine Planwirtschaft, eine massive Marktmanipulation. Da gibt es Gewinner und Verlierer. Gewinner sind die Hedgefonds, die großen Finanzinstitute und die Staaten. Verlierer sind die Bürgerinnen und Bürger: die Sparer und der Mittelstand. Die großen kapitalmarktfähigen Unternehmen sind auch eher auf der Gewinnerseite. Die finanzieren sich dann eben am Kapitalmarkt. Es ist eine Politik, welche die Bürokratien, die Organisationen und die Planwirtschaftler in den Konzernen, in den Staaten und bei den Hedgefonds stärkt und die den Mittelstand systematisch benachteiligt. Auch die normalen Banken – Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken – bekommen dadurch Ertragsprobleme und der Mittelstand wird schleichend enteignet.

FundResearch: Könnten diese Maßnahmen nicht vorübergehend toleriert werden, wenn man das Ziel – die Beendigung der Euro-Krise – damit erreicht?

Max Otte: Es ist natürlich möglich, dass dadurch alles gekittet wird. Aber wir driften in eine Planwirtschaft, in diktatorische und undemokratische Verhältnisse. Es werden nicht die wirklichen Marktkräfte gestärkt, also Mittelstand und Bürgertum, sondern bestenfalls Konzerne. Das ist eine Wirtschaft der herrschenden Eliten. Dass man dadurch das Kunstgebilde Euro zusammenhalten kann, will ich gar nicht in Abrede stellen.

FundResearch: Das klingt dramatisch. Was wäre denn die Alternative, damit das System demokratisch bleibt?

Max Otte: Als glühender Europäer muss ich sagen, dass wir endlich eine demokratische Europäische Union bräuchten. Aber das werden Frankreich und Großbritannien wohl nicht zulassen. Das Parlament braucht volle Rechte, ein Bürger muss eine Stimme haben und so weiter. Das war immer die deutsche Vision von Europa. Die haben wir aber verkauft, oder haben uns über den Tisch ziehen lassen. Spitzenpolitiker aller Parteien setzen sich da nicht für Demokratie ein. Das ist das Eine.

Das Andere ist jetzt ganz technisch konkret: Man kann den Euro nicht Knall auf Fall rückabwickeln. Das wäre mit großen Schmerzen und Nebenwirkungen verbunden. Ich und übrigens auch aus meiner Sicht diejenigen unter den unabhängigen Ökonomen, die das realistisch sehen – also Hans-Werner Sinn, Joachim Starbatty, Wilhelm Hankel und Thilo Sarrazin vor allem – sagen: Bitte selektive Exits, um etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen. Dadurch wird das Erpressungspotenzial der Finanzmärkte gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern etwas zurückgenommen. Wenn zum Beispiel Griechenland raus geht, dann ist es demokratisch wieder für sich selber verantwortlich.  Natürlich kann  Europa das Land dann auch noch unterstützen. Dann hätten wir eine Chance, dass die Hilfen auch in die Infrastruktur fließen und nicht nur zur Bedienung der Zinsen für die Finanzoligarchie und für die griechischen Superreichen genutzt werden. Gerettet haben wir vor allem die griechischen Superreichen. Die haben in den ersten Jahren ihre Vermögen schön umschichten können. Die griechischen Banken, die in den Händen der Superreichen sind, haben ihre schlechten Assets zur EZB geschoben. Wir haben also ein Rettungsprogramm für die griechische Oligarchie gemacht, wenn man es so sieht.

FundResearch: Sollte Griechenland denn aus dem Euro austreten?

Max Otte: Je früher desto besser!

FundResearch: Und Deutschland? Manche Stimmen fordern ja auch einen Austritt Deutschlands aus dem Euro.

Max Otte: Das sehe ich anders. Ich halte das für politisch unrealistisch. Dann kriegen wir richtig Ärger mit Frankreich und das können wir uns nicht leisten.

FundResearch: Sollte der Euro als Ganzes denn weiterhin bestehen bleiben?

Max Otte: Naja, meine Hoffnung wäre schon, dass er sich irgendwann dann doch abschafft…

FundResearch: Aber als glühender Europäer müssten Sie doch eigentlich eine Gemeinschaftswährung befürworten.

Max Otte: Aber wir sollten bitte erst mal die Fundamente bauen. Setzen wir nicht das Dach auf ein paar Strohhalme drauf. Sonst fällt es nämlich um.

FundResearch: Was sind die Fundamente für Sie? Sollte die EU sich in Richtung eines europäischen Bundestaates entwickeln?

Max Otte: Selbstverständlich. Aber vorher brauchen wir Demokratie, Legitimation und eine richtige Verfassung. Und nicht das, was wir jetzt haben. Und Subsidiarität ist wichtig. Eben nicht die Regelung des Wirtschaftslebens im Einzelnen von Brüssel. Ein europäischer Bundesstaat braucht eine gemeinsame Verteidigungspolitik, damit wir in der Welt jemand sind. Wir müssen uns endlich von den Amerikanern lösen. Bereiche, die traditionell ein Nationalstaat wahrgenommen hat, müssen jetzt auf die europäische Ebene. Aber Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik, gerade das, was wir jetzt bürokratisch vereinheitlichen, da kann es wieder Wettbewerb geben.

FundResearch: Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus. Was erwarten Sie für die Zeit danach in Europa?

Max Otte: Es wird wohl weitergehen wie bisher. Die Interessen an diesem Durchwursteln – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger im Norden und im Süden – sind bei der politischen Elite, bei den Großkonzernen, bei den Hedgefonds und bei den großen Finanzinstituten vorhanden. Diese Koalition ist so mächtig, dass die jetzige Politik mit großer Wahrscheinlichkeit weitergeht. Und dabei ist es egal, wer die nächste Bundesregierung stellt. Das macht keinen Unterschied. Bei rot-grün gibt es vielleicht Eurobonds. Das wäre zwar ziemlich fürchterlich, aber nur eine konsequente Fortsetzung der jetzigen Politik.

(PD)

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Quelle: Hamburger Börse

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