26.11.2013 | 15:50

M&G Global Basics: Eine kritische Würdigung

von Stephan Schrödl, FondsConsult Research AG

Mit Graham French gibt einer der charismatischsten und erfolgreichsten Fondsmanager der letzten Dekade die Verantwortung für den M&G Global Basics ab. Mit dem Fonds konnte er seit November 2000 eine enorme Outperformance relativ zum MSCI World sowie zur Vergleichsgruppe der globalen Aktienfonds erzielen (siehe dazu auch Graham French geht und M&G: Co-Manager übernimmt Global Basics Fonds).

Eine Frage, die wir beispielsweise im Zusammenhang mit dem Morgan Stanley Global Brands schon gestellt haben (MS Global Brands, nur ein Indextracker?), ist, ob der Erfolg eines Fonds wirklich auf die Leistung des Fondsmanagers zurückzuführen ist oder vielleicht doch größtenteils durch Markfaktoren bzw. Beta erklärt werden kann. Der Global Basics wies vor allem in den ersten Jahren seines Bestehens einen signifikanten Anteil an Rohstoffunternehmen im Portfolio auf. Ein fairer Vergleich sollte deshalb gegenüber dem MSCI World/Materials erfolgen und nicht gegenüber dem MSCI World.

M&G Global Basics vs. MSCI World/Materials: Bullenmarkt und Einbruch des Rohstoffsektors
M&G Global Basics vs. MSCI World Materials vs. MSCI World

Stichtag 01.03.2009. Quelle: Morningstar Direct; eigene Darstellung.

Der Darstellungszeitraum endet im März 2009, um sowohl den Bullenmarkt als auch den Einbruch des Rohstoffsektors mit einzubeziehen. Zu erkennen ist, dass der Global Basics zwar einen recht hohen Gleichlauf mit dem passenden Vergleichsindex aufweist. Graham French ist es aber trotz der Finanzkrise und den damit verbundenen Panikverkäufen gelungen, einen echten Mehrwert gegenüber einer passiven Anlage zu erzielen. Dies lag mit großer Wahrscheinlichkeit auch daran, dass sich Graham French in dieser Zeit größtenteils in seiner „Comfort-Zone“, nämlich Rohstoffe, bewegen konnte.

In den letzten Jahren galt dies leider immer weniger. Aufgrund der geplanten Verschiebung des Portfolios von Rohstoffen hin zu Verbrauchsgütern, erfüllte der Fonds nur noch teilweise die Vorgaben seiner Namensgebung. Letztendlich musste sich auch Graham French eingestehen, dass diese Sektoren größtenteils außerhalb seiner „Comfort-Zone“ liegen. Insofern ist sein Abschied nur konsequent.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

2013-11-27 10:40

Kommentar #1

Günther Cohrs

Jetzt lese ich es schwarz auf weiss. Toll wenn der falsche Index berücksichtigt wird. Mit Speck fängt man Mäuse. Schade - aber ich glaube, dass der Fonds sich wieder fängt.

Sagen Sie uns Ihre Meinung und diskutieren Sie mit den FundResearch-Experten.

Stephan Schrödl

Stephan Schrödl

Stephan Schrödl ist Dipl.-Volkswirt und hat an der Universität Regensburg studiert. Bei der FondsConsult Research AG ist er als Senior Analyst für die Selektion von Investmentfonds verantwortlich. Zu seinen Spezialgebieten zählen u.a. Alternative Investments.

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