22.01.2015 | 06:45 Uhr

EZB treibt den Goldpreis

EZB treibt den Goldpreis
Der Preis für das Edelmetall steigt wieder an.

Die Aussicht auf das Anleihekaufprogramm der EZB treibt den Goldpreis. Gold-Aktienfonds könnten profitieren.

Aktienfonds Investmentfonds Fonds-Research Gold

Manch einer wird sich beim Blick auf den Goldpreis verwundert die Augen gerieben haben: 1.303 US-Dollar war gestern vorübergehend zu sehen. Erstmals seit August 2014 übersprang das Edelmetall die Marke von 1.300 US-Dollar. Grund für den Anstieg ist Analysten der Commerzbank zufolge in erster Linie die Aussicht auf eine Geldflut in Europa. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wird – glaubt man der Mehrheit der Marktteilnehmer – am heutigen Donnerstag ein (Staats-)Anleihekaufprogramm im ganz großen Stil beschließen. Am Goldmarkt seien wieder verstärkt Finanzinvestoren „auf den Zug aufgesprungen“.

Doch die EZB ist nicht der einzige Faktor: Auch die Parlamentswahlen in Griechenland treiben den Commerzbankern zufolge des Goldpreis. Am kommenden Sonntag gehen die Helenen an die Urnen. Das eurokritische Linksbündnis Syriza liegt Umfragen zufolge derzeit vorne. Auch die überraschende Maßnahme der Schweizer Notenbank, den Franken vom Euro zu entkoppeln, habe die Nervosität noch erhöht. Ein Börsianer brachte es in Frankfurt auf den Punkt: „Einige fragen sich, wie berechenbar Zentralbanken noch sind.“

Eine durch mögliche Geldschwemme steigende Inflationsgefahr, politische Unsicherheiten, verlorenes Vertrauen in die Zentralbanken: Das sind die Zutaten, auf die Goldanleger nur gewartet haben. Der Zeitpunkt, um in Gold-Aktienfonds zu investieren, könnte gekommen sein. Berater sollten die Produkte jedenfalls auf dem Schirm haben.

Zur Erinnerung: Zum Jahresbeginn 2014 kostete die Feinunze Gold rund 1.206 US-Dollar. Im ersten Quartal kratzte er an der Marke von 1.400 US-Dollar, brach dann ein und beendete das Jahr bei rund 1.185 US-Dollar. Und jetzt wurden die 1.300 US-Dollar geknackt.  Die Kategorie „Aktienfonds Gold“ des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) schloss das Jahr 2014 mit einem knappen Plus von 0,23 Prozent ab. Die Fondsmanager schafften es im Schnitt also, trotz fallendem Preis des Edelmetalls, doch noch Rendite für die Anleger zu erwirtschaften.

Aktienfonds Gold: Einige Fonds schafften 2014 noch den Dreh ins Positive

Berater sollten ihren Kunden Fonds empfehlen, die sich über einen längeren Zeitraum bewährt haben. Logisch: Bei den meisten Engagements wird auch der langfristige Horizont (und das Thema Diversifizierung) eine große Rolle spielen. Auf jeden Fall empfiehlt sich ein Blick auf die €uro-FondsNote, die die Performance und Volatilität der vergangenen vier Jahre bewertet. Der DJE Gold & Ressourcen (ISIN: LU0159550077) ist mit FondsNote 1 bewertet. Im vergangenen Jahr büßte Fondsmanager Stefan Breintner zwar 7,6 Prozent ein. Die Historie spricht aber für ihn: 2013 verlor er 28,8 Prozent, im Zeitraum von drei Jahren 39,1 Prozent und über die vergangenen fünf Jahre 34,2 Prozent. Klingt nicht gut? Die Peergroup verlor 2013 durchschnittlich 50,2 Prozent, über die vergangenen drei Jahre 56,6 Prozent und auf Sicht von fünf Jahren 47,9 Prozent. Entsprechend stark ist Breintners Leistung. Zudem weist der DJE-Fonds mit 20 Prozent über drei Jahre eine vergleichsweise niedrige Volatilität auf – die Peergroup kommt auf 32,1 Prozent. Das Fondsvolumen von rund 50 Millionen Euro investiert Beintner zu rund 28 Prozent in kanadische Goldminen-Aktien. US-amerikanische machen 14 Prozent aus, britische glatt zehn Prozent. Die Top-Holdings sind das auf goldschürfen in Afrika spezialisierte US-Konzern Randgold Resources (6,0 Prozent), das russische Minenunternehmen MMC Norilsk Nickel (5,1 Prozent) und das kanadische Bergbauunternehmen Goldcorp, das in ganz Amerika tätig ist (4,1 Prozent).

Mit FondsNote 2 ist der Tocqueville Gold P (ISIN: FR0010649772) bewertet. Das vergangene Jahr endete mit einem Plus von 8,9 Prozent. 2013 verloren die Fondsmanager John Hathaway und Doug Groh jedoch 51,7 Prozent. Über drei Jahre summieren sich die Verluste auf 53,8 Prozent, bei einer Volatilität von 33,9 Prozent. Das Volumen von rund 75 Millionen Euro investieren die Fondsmanager weltweit in Goldminen. 9,4 Prozent des Portfolios ist in physisches Gold investiert. Größte Einzeltitel sind die US-Mine Royal Gold (5,8 Prozent), der kanadische Konzern Franco Nevada (5,2 Prozent) und Goldcorp (4,9 Prozent).

Der BGF World Gold Fund A2RF (ISIN: LU0055631609) von BlackRock trägt ebenfalls die FondsNote 2. Das vergangene Jahr lief mit einem Plus von 7,4 Prozent ziemlich gut. 2013 verlor der Fonds jedoch rund 50 Prozent. Gleiches gilt für den Zeitraum von drei Jahren, die mit knapp 31 Prozent vergleichsweise wenig volatil waren. Fondsmanagerin Evy Hambro verwaltet ein riesiges Volumen von 4,75 Milliarden Euro, dass sie lediglich zu drei Viertel in Goldminen investiert. Silber- (13,3 Prozent), Platin- (4,0 Prozent) und Kupferminen (3,5 Prozent) sind ebenfalls im Portfolio enthalten. Top-Holding ist mit fast zehn Prozent Franco Nevada. Randgol Resourcen hat einen Anteil von 8,7 Prozent und der kanadische Minenkonzern Eldorado Gold kommt auf 7,4 Prozent.

Der dritte und letzte Fonds, der mit der FondNote 2 bewertet ist, kommt von Lombard Odier: Der LO World Gold Expertises (ISIN: LU0172584434) konnte seinen Wert 2014 um 2,8 Prozent steigern. Im Jahr zuvor verlor er allerdings 51,5 Prozent und auch über drei Jahre ging es um 55,9 Prozent nach unten. Die Volatilität beträgt 34,7 Prozent. Das Fondsmanagement-Team der Franzosen verwaltet ein Volumen von 100 Millionen Euro, dass es zu 84,3 Prozent in Goldminen investiert. Der Rest fließt in andere Edelmetallminen. Randgold Resources ist mit 7,3 Prozent größter Einzeltitel. Es folgt Eldorado Gold mit 7,1 Prozent und der kanadische Konzern B2Gold (6,9 Prozent).

Natürlich gibt es keine Garantie, dass nach dem langjährigen Abwärtstrend nun eine nachhaltige Bodenbildung von Gold-Aktienfonds erreicht ist. Das unsichere globale Umfeld spielt den Fondsmanagern jedoch in die Karten. Auch der Start ins Jahr 2015 verlief gut: Klicken Sie auf die ISINs, um tagesaktuelle Kurse der Fonds abzurufen.

Aktienfonds Gold: Nach einem langen Abwärtstrend könnte die Bodenbildung erreicht sein

Quelle Grafiken: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(PD)

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Quelle: Hamburger Börse

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