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ANALYSE/Credit Suisse: Italien-Krise und fester Euro als Risiken für Euro-Aktien

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Gefahr eines steigenden Euro und das Risiko einer Eurozonen-Krise stimmt die Credit Suisse für kontinentaleuropäische Aktien vorsichtiger. Die Schweizer Bank senkte deren Gewichtung im Portfolio vom neutralen Votum "Benchmark" auf "Underweight". Gleichzeitig hob sie japanische Aktien von "Benchmark" auf "Overweight" und begründete dies mit einer global möglichst ausgewogenen Gewichtung von Aktien und Währungen.

13.06.2018 | 12:28 Uhr

Die Gemeinschaftswährung sei derzeit unterbewertet. "Positive politische oder konjunkturelle Nachrichten dürften den Euro also stärken", schrieb Marktstratege Andrew Garthwaite in einer am Dienstag vorliegende Studie. Kontinentaleuropas Aktien hätten sich in den vergangenen zwei Jahren meistens dann schwächer entwickelt als andere Aktienmärkte, wenn der Euro aufgewertet habe.

Aufwärtsdruck auf den Euro könne auch von der Notenbank ausgehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die ultralockere Geldpolitik voraussichtlich im Dezember beenden. In der Vergangenheit sei die EZB geldpolitisch "unangemessen locker" gewesen, womit sie bei Euro-Anlagen die Bildung von Blasen bewirkt habe.

Groß seien zudem nach wie vor die politischen Risiken in Italien. Garthwaite hält die Koalition aus der Bewegung 5 Sterne und der Lega für "instabil". Die Lega könne versucht sein, eine rechtslastige Koalition zu bilden. Die Wirtschaftskraft des Landes liege noch immer unter der des Jahres 2000, was wiederum einer populistischen Politik Vorschub leisten könnte.

Trotzdem preisten kontinentaleuropäische Aktien eine neuerliche Eurokrise mit einer Wahrscheinlichkeit von lediglich 15 Prozent ein. Der Anleihenmarkt bewerte dieses Risiko dagegen mehr doppelt so hoch, erklärte Garthwaite und verwies auf die Zinsdifferenz zwischen deutschen und italienischen Staatspapieren. Für italienische Aktien riet der Experte weiter zum Untergewichten.

Auch die Bewertung europäischer Aktien spreche gegen diese. Sie bewege sich mit Blick auf das Kurs/Gewinn-Verhältnis mittlerweile auf Augenhöhe mit dem US-Aktienmarkt. Aus historischer Perspektive hätten europäische Aktien jedoch in Krisenphasen mit einem Abschlag von rund 30 Prozent zu US-Aktien gehandelt.

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