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Der TiAM FundResearch Wochenrück- und -ausblick.
Kolumne

Warum die Zinsen Kopf stehen

TiAM FundResearch blickt auf die vergangene Woche zurück und gibt einen Ausblick auf die kommenden Tage. Diesmal im Fokus: Die aktuell inverse Zinskurve gilt als Vorbote der Rezession. Das kann man aber auch anders sehen.

28.11.2022 | 06:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Die Zinsen stehen Kopf. Bundesanleihen mit zweijähriger Laufzeit bieten derzeit knapp über zwei Prozent Rendite. Zehnjähre Anleihen rentieren aktuell bei rund 1,8 Prozent. Mit anderen Worten: Die länger laufenden Papiere sind besser bewertet als die Kurzläufer. Das nennt man „inverse Zinskurve“. Diese ist klassischerweise der Vorbote einer nahenden Rezession. Denn wenn Anleihen mit langer Laufzeit höher bewertet sind, deutet dies auf sinkende Zinsen hin. Und die sind häufiger bei schwacher Konjunktur zu beobachten, da die Zentralbanken in der Regel nicht nur die Geldwertstabilität, sondern die Gesamtwirtschaft im Blick haben und bei Rezessions-Gefahr dazu neigen, die Zinsen zu senken. Soweit die Erfahrung aus vergangenen Tagen.

Aber was ist schon der Blick in die Historie wert? Wer kritisch die zurückliegenden 20 Jahre analysiert, stellt schnell fest, dass viele alte ökonomische und Börsen-Weisheiten bereits auf dem Komposthaufen liegen. Dazu gehört zum Beispiel die Idee, dass man ein ausgewogenes, gut diversifiziertes Portfolio bauen könnte, indem man je nach Gewichtung von Anleihen und Aktien das Risiko steuert. Pustekuchen. In den vergangenen Niedrigzinsjahren gab es de facto keine negativ zueinander korrelierten Anlageklassen. Anleihen, Aktien, auch Gold und Immobilien steigen und fallen seit Langem schon gemeinsam Seite an Seite. So auch in diesem Jahr. Kein Wunder. Die Notenbanken haben die Zinsen erhöht, trotz Rezessionsgefahr, weil ihnen die Inflation zu enteilen drohte. Weder Aktionäre noch Anleihebesitzer hatten Freude daran. Und auch der Immobilienmarkt litt.

Seit Mitte Oktober nun gibt es eine Trendumkehr. Die Aktienkurse steigen ebenso wie die Kurse der Anleihen. Der DAX hat seit Mitte Oktober 14,5 Prozent an Wert zugelegt, der Rentenindex REX rund zwei Prozent. Und auch Gold glänzt wieder. Wer bei einem Preis von 1.630 US-Dollar für die Feinunze nicht zugeschlagen hat, wird sich vermutlich demnächst sogar noch mehr ärgern, als er es heute schon tut. Denn tatsächlich zeichnet sich ab, dass die Notenbanken das Tempo aus ihrer Zinserhöhungspolitik nehmen. Die Fed gab dies in der vergangenen Woche sehr deutlich zu verstehen. Und die EZB fährt ohnehin mit angezogener Handbremse. Entspannung am Zinsmarkt bedeutet – und da stimmen die alten Weisheiten immer noch – Entspannung am Aktienmarkt, steigende Anleihekurse und ein Argument für den Kauf von Gold. Dieses Licht am Horizont ist heute schon an der Börse zu sehen. Deshalb ist Optimismus für alle drei Anlegeklassen angebracht. Bei Gold insbesondere auch deshalb, weil sich die Notenbanken seit geraumer Zeit die Tresore mit dem Edelmetall füllen. Die Goldbestände der Notenbanken waren seit Ende des Goldstandards 1973 niemals höher als aktuell. Das ist schon auffällig.

Fassen wir zusammen: Die Krisenwährung Gold gewinnt wieder an Wert, die Zinskurve flacht ab, und die Angst vor der Rezession steigt. Warum eigentlich? Der Aktienmarkt immerhin signalisiert das Gegenteil. Die Kurse steigen. Vermutlich, weil die Börsianer Zahlen lesen können. Fakt ist: Die erfahrungsgemäß verlässlichen ifo Geschäftsklimadaten zeigen an, dass sich die Weltkonjunktur nach einem spürbaren und schmerzhaften Hänger derzeit offenbar wieder stabilisiert. Dazu kommt, dass in den aktuellen Kursen bereits alle negativen Faktoren der Vergangenheit enthalten sind. Krieg, Pandemie, Lieferengpässe und hohe Energiepreise können niemanden mehr negativ überraschen. Im Gegenteil: Es sind nur noch positive Überraschungen möglich. Ein Rückzug Russlands aus der Ukraine, ein mutationsübergreifender Wirkstoff gegen Covid oder eine weitere Abschwächung des Virus zum Beispiel. Bei den gestörten Lieferketten gibt es bereits Entspannung. Die internationalen Frachtraten sinken. Und die Preise für Öl und Gas haben längst ihren Höhepunkt überschritten. Es gibt also nicht nur die Hoffnung auf wieder bessere Zeiten. Sie haben bereits begonnen. Das muss sich nur noch herumsprechen. Dann klappt es auch wieder mit dem Optimismus.

Ausblick auf interessante Termine in dieser Woche

Am Dienstag gibt das Statistische Bundesamt die Inflationsrate für den November 2022 bekannt. Noch immer droht eine Zehn vor dem Komma. Aber alle Indikatoren deuten darauf hin, dass der Trend spätestens in den kommenden drei bis vier Monaten drehen wird. Allein schon deshalb, weil die Energiepreise spürbar fallen.

Am Mittwoch äußert sich die Bundesagentur für Arbeit zur Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Bisher ist der Arbeitsmarkt robust. Nach wie vor ist das größte Problem der Fachkräftemangel. In Deutschland herrscht de facto Vollbeschäftigung. Es fehlen Arbeitskräfte.

Am Donnerstag veröffentlicht der VDMA aktuelle Zahlen zum Auftragseingang im Maschinenbau für den Oktober 2022. Schon die Septemberzahlen haben Mut gemacht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Auftragseingänge um fünf Prozent gestiegen. Es ist gut möglich, dass der Oktober den Trend bestätigt.

Am Freitag veröffentlicht das Statistisches Bundesamt die Zahlen zu den Exporten in Deutschland ansässiger Firmen im Oktober 2022. Auch hier wird erwartet, dass der Sommerknick überwunden wird.

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