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Madame Lagarde macht grüne Geldpolitik

FundResearch blickt auf die letzten Wochen zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus diesmal: die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank.

27.01.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Es gibt zurzeit viele Themen in der Welt, die den Puls hochtreiben können. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Da ist ein dauereruptierender Vulkan Donald Trump, der sich gerade publikumswirksam von seinen Parteifreunden aus dem gegen ihn erhobenen Amtsenthebungsverfahren boxen lässt. Da ist der Krieg in Libyen, das Flüchtlingsdrama auf den griechischen Inseln, wütende Buschfeuer in Australien, der köchelnde Iran-Konflikt, und dann wäre da noch - last but not least - der nahende Brexit. 

Zur Erinnerung: Am 31. Januar, also Ende dieser Woche, tritt Großbritannien aus der EU aus. Darüber regt sich jedoch schon niemand mehr auf. Man hat sich daran gewöhnt. Ebenso wie an die zuletzt immer gleich lautenden Stellungnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie erwartet, gab es in der vergangenen Woche nach der Ratssitzung keine Überraschungen, als Christine Lagarde ans Mikrofon trat. An der aktuellen Geldpolitik wird sich erstmal nichts ändern. Ihren Zins für Einlagen der Geschäftsbanken belässt die Europäische Zentralbank bei minus 0,5 Prozent. Außerdem kauft sie weiter monatlich Wertpapiere für netto 20 Milliarden Euro. 

Was soll Lagarde auch tun? Die Zinsen anheben? Lachhaft. Deshalb hört die Mehrzahl der Finanzprofis schon gar nicht mehr so genau hin. Das allerdings könnte sich rächen. Man sollte auf die Zwischentöne achten. Christine Lagarde hat ein natürliches Gespür dafür, wie sie sich in Szene setzen kann. Sie hat zwar kaum Spielraum beim Thema Leitzinsen, doch sie weitet das Spielfeld der EZB im Moment systematisch aus. Dafür hat sie als Kernprojekt eine Strategieüberprüfung angesetzt. Das ist überhaupt erst die zweite in der Geschichte der EZB. Die Maßnahme gibt ihr die Gelegenheit, jeden Stein umzudrehen und neue eigene Akzente zu setzen. Dazu gehören eine aktive Klimapolitik sowie das Thema Soziale Gleichheit. Manch einer wird da fragen: Was hat eine Zentralbank damit zu tun? Antwort: Nichts. Bis jetzt. Aber das wird sich unter Christine Lagarde ändern. Neben der Petitesse, dass die EZB im Rahmen einer Neubewertung ihrer Aufgaben vermutlich auch ihr Inflationsziel senken wird, war dies die Botschaft der vergangenen Woche: Ich, Christine Lagarde, mache zukünftig soziale und grüne Politik mit der Notenpresse. Davon abgesehen tat es gut, dass die EZB-Sitzung eine Veranstaltung war, die keine weiteren Überraschungen bot, den Zins niedrig hielt und den Puls nicht hochtrieb. 

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag veröffentlicht die Redbook Research Inc. ihren sogenannten Johnson Redbook Index. Der Index ist ein umsatzgewichteter Wachstumsindikator von rund 9.000 Filialen großer US-Einzelhändler. Es sind nicht irgendwelche Einzelhändler. Der Index repräsentiert rund 80 Prozent des offiziellen Einzelhandelsumsatzes, der vom US-Handelsministerium veröffentlicht wird. Deshalb misst der Index wie kaum ein anderer das Verhalten und die Tendenz der US-Verbraucher, wenn es um tägliche Ausgaben geht.

Am Mittwoch veröffentlicht die Europäische Zentralbank die Geldmenge M3. Diese Zahl gibt das Volumen an Euro wieder, die in Form von Banknoten, Münzen, Bankguthaben Wertpapierpensionsgeschäften und kurzfristigen Anleihen derzeit im Umlauf sind. Das Geldmengenwachstum lag zuletzt bei über fünf Prozent. Das wird wohl so bleiben. Die EZB macht´s möglich. Bis jetzt wirkt sich das nicht auf die Inflationsraten aus. Man wird sehen, welche Folgen das mittel- bis langfristig hat. 

Am Donnerstag werden sowohl für die Eurozone als auch für Deutschland die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt bekannt gegeben. In Europa wird die Arbeitslosenquote vermutlich bei 7,5 Prozent stabil bleiben. In Deutschland liegt die Quote bei fünf Prozent. Daran wird sich wohl auch am Donnerstag nichts ändern. Deutschlands verarbeitende Industrie mag im Moment schwächeln, doch der Arbeitsmarkt ist stabil.

Am Freitag veröffentlicht die Statistikbehörde Eurostat das Bruttoinlandsprodukt für die Eurozone und die einzelnen Länder. Fakt ist: Die fetten Jahre sind erstmal vorbei. Spannend werden deshalb einzelne Ergebnisse der Statistik sein, zum Beispiel das Wachstum der italienischen Wirtschaft. Ein Pluszeichen vor der Wirtschaftswachstumszahl für Italien gilt als Erfolg. Ganz anders sieht es in Spanien aus: Das einstmalige Sorgenkind der EU hat sich mit rund zwei Prozent Wirtschaftswachstum zum European Leader aufgeschwungen. Hut ab. Und ein schönes Wochenende.

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