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Der TiAM FundResearch Wochenrück- und -ausblick.
Kolumne

Inflationärer Pessimismus

TiAM FundResearch blickt auf die vergangene Woche zurück und gibt einen Ausblick auf die kommenden Tage. Diesmal im Fokus: Das Wort zum Feiertag.

31.10.2022 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Hallo? Ist da jemand? Heute ist Reformationstag. Morgen ist Allerheiligen. In vierzehn Bundesländern bleiben deshalb entweder heute oder morgen die Geschäfte zu und die Büros leer. Nur die Hessen und die Berliner arbeiten in dieser Woche durch. Der Rest der Republik stand am vergangenen Wochenende im Stau oder in einer Warteschlange am Flughafen. Für den verlängerten Wochenendtrip nach London oder Mailand. Für die Shoppingtour in die Niederlande. Oder für ein kurzes Inselhopping nach Malle. Die Reiselust der Deutschen ist ungebremst. Auch die Restaurants und Cafés sind voll, der Konsum brummt. Warum auch nicht? Gönnen wir uns etwas. Es geht uns gut – und auch immer besser. Laut einer aktuellen GfK-Studie wird die Kaufkraft der Deutschen bis Ende dieses Jahres auf 24.807 Euro pro Kopf ansteigen. Dies entspricht einem deutlichen Plus gegenüber dem Vorjahr von 4,3 Prozent. Uns allen stehen hierzulande durchschnittlich 1.013 Euro mehr pro Kopf zur Verfügung als im Jahr zuvor. Und da ist noch nicht einmal der 200 Milliarden Euro schwere Doppelwumms aus der spendablen Bundesgießkanne mitgerechnet. Die 300 Euro Energiepauschale zum Beispiel dürfte der eine oder andere Empfänger an diesem Wochenende nur an Trinkgeld ausgegeben haben.

Okay, zugegeben, das werden nicht die Armen und Geschundenen dieser Republik gewesen sein. Und die Inflation frisst einen Teil der Mehreinnahmen an Kaufkraft wieder auf. Aber nicht alles. Entscheidend für solch eine volkswirtschaftliche Betrachtung ist nämlich die Kerninflation. Und die bleibt knapp unter dem, was mehr in den privaten Portemonnaies gelandet ist. Die Gesamtlage ist also gut. Die Wirtschaft wächst, die Steuereinnahmen sprudeln. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen. Deutschlands Wirtschaft läuft rund. Das lässt sich nicht zuletzt an den Statistiken des Finanzministeriums ablesen. Für das kommende Jahr rechnen Christian Lindners Beamte mit Mehreinnahmen in Höhe von 8,9 Milliarden Euro. Das würde Rekordeinnahmen von 937,3 Milliarden Euro bedeuten. Die Steuerschätzer gehen zudem davon aus, dass Bund, Länder und Kommunen bis 2026 rund 126,4 Milliarden Euro mehr einnehmen werden als noch im Mai erwartet. Dies teilte das Finanzministerium am vergangenen Donnerstag mit.

Soweit die Zahlen. Jetzt zur Stimmung: Das GfK-Konsumklima und das HDE-Konsumbarometer zeigen tiefsten Pessimismus der Verbraucher an. Tendenz: weiter fallend. Wie kann das sein? Ein Erklärungsversuch: Nahezu alle Lobbygruppen von der Automobilbranche über die Stahlindustrie bis hin zu den Gewerkschaften singen derzeit dasselbe Klagelied: Der Krieg. Die Inflation. Die hohen Energiepreise. Die steigenden Zinsen. Auch der Refrain ist immer derselbe: Wir sind Opfer und fordern Ausgleich und mehr Geld für uns. Und wenn die überzogenen Forderungen dann nicht erfüllt werden, ist die Unzufriedenheit groß. Kein Wunder, dass die Stimmung schlechter ist als die Lage.

Vielleicht sollten wir einmal aufhören damit. Mehr Optimismus täte uns gut – und die Erkenntnis, wie gut es uns geht. Ach, ja: Wie wäre es auch mit mehr Mut, Neues zu probieren und innovative Lösungen für die Herausforderungen zu entwickeln, denen wir gegenüberstehen - und das Übernehmen von mehr Eigenverantwortung, anstatt immer nur an allem herumzumäkeln und mehr Staatshilfen zu fordern. Es ginge uns allen bestimmt besser damit.

Das war das Wort zum Feiertag. Für diejenigen, die heute keinen Brückentag genommen haben. Und für die Menschen in Hessen und Berlin.

Ausblick auf interessante Termine in dieser Woche

Am Dienstag werden am Landgericht Wiesbaden wohl weitere Urteile im Cum-Ex-Skandal verkündet werden. Angeklagt sind zwei Banker, die in großem Stil Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben sollen.

Am Mittwoch findet im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin ein Pressegespräch zur DIHK-Konjunkturumfrage für den Herbst 2022 statt. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben und DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen interpretieren die Umfrage und beschreiben, wie die deutsche Wirtschaft den kommenden Monaten entgegenblickt.

Am Donnerstag findet in Berlin der Deutsche Insolvenzverwalterkongress 2022 statt. Des Einen Freud´, des Anderen Leid: Die Branche blickt mit gesteigertem Interesse auf die Entwicklung der Wirtschaft in diesem Land.

Am Freitag folgt die Verleihung des Preises „Innovator des Jahres 2022“ von Die Deutsche Wirtschaft (DDW). Ausgezeichnet werden Musterbeispiele innovativen Denkens aus der ganzen Bandbreite der Wirtschaft. Es ist ein würdiger Abschluss für die laufende Arbeitswoche. Das Motto: Innovation statt Mäkelei: Gerne mehr davon!

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