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Hurra, hurra, das Helikoptergeld ist da

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus diesmal: Hongkong testet den großflächigen Einsatz der stadteigenen Notenpresse.

02.03.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche 

Außergewöhnliche Umstände rechtfertigen außergewöhnliche Maßnahmen. So heißt es. In exklusiven Zentralbankkreisen und unter Volkswirten werden deshalb seit einiger Zeit auch Maßnahmen diskutiert, die über Jahrzehnte hinweg als tabu galten. Dazu gehört auch die praktische Umsetzung der sogenannten Modern Monetary Theory, kurz MMT genannt. Die Theorie schafft de facto den Grundsatz ab, dass Zentralbanken unabhängig entscheiden sollten. Auch eine Inflations- oder gar Währungsstabilitätskontrolle findet hier nicht statt. Laut MMT sollten Staaten dafür sorgen, dass die Wirtschaft brummt – zur Not auch durch exzessiven Einsatz der Druckerpresse. In die Finanzmarkttheorie ist diese Art der Geldwertschöpfung unter dem Begriff „Helikoptergeld“ bekannt, also bildlich gesprochen der Abwurf von Banknoten vom Himmel. Die simple Idee dahinter: Die Wirtschaft wird mit zusätzlichem Geld angekurbelt. Der Staat kann dadurch jedoch nicht pleite gehen. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben kann er einfach eliminieren, indem er noch mehr Geld druckt.

Zugegeben: Das ist eine sehr verkürzte Darstellung. Aber es trifft den Kern der Theorie, die jetzt in leicht abgewandelter Form zum ersten Mal offiziell in die Praxis umgesetzt wird. Und zwar in Hongkong. Die Stadt hat bekanntermaßen mit Problemen zu kämpfen. Studentenunruhen und Coronavirus zusammen sind nicht nur für die Stimmung, sondern zunehmend auch für die Wirtschaft schlecht. Die Stadtregierung hat in der vergangenen Woche deshalb einen überraschenden Schritt angekündigt: Sie überweist jedem Erwachsenen, der über eine Daueraufenthaltsberechtigung für Hongkong verfügt, 10.000 Hongkong-Dollar. Das entspricht dem Gegenwert von 1.180 Euro. Im Unterschied zur Idee der MMT wird die Geldspritze jedoch nicht mit frisch gedrucktem Geld bezahlt, sondern aus dem laufenden Budget genommen. Die Hongkonger bezahlen ihre Subventionierung also selbst. Aber wer weiß? Vielleicht läuft im Hintergrund ja doch die Druckerpresse.

Die Aktion wird international auf jeden Fall ganz genau beobachtet. Hier wird in überschaubarem Rahmen getestet, was für ganze Währungsräume mittlerweile durchaus denkbar ist, zumal sich viele Staaten ja mittlerweile für umsonst Geld leihen können. Hand aufs Herz: Japan funktioniert schon eine ganze Weile so. Und auch in Europa spielt Geldwertstabilität in den Überlegungen der EZB kaum noch eine Rolle. Christine Lagarde sorgt sich lieber um Themen wie Klimaschutz und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Auch wichtige Themen. Aber eigentlich nicht die Aufgaben von Zentralbanken. Eigentlich. Doch wie gesagt: Außergewöhnliche Umstände rechtfertigen offensichtlich außergewöhnliche Maßnahmen. Und eine Welt ohne (oder sogar mit negativen) Zinsen ist ja wahrlich außergewöhnlich. Warum soll man da nicht auch mal was Neues wagen? Die Angst vor einer Pandemie, die in der Weltwirtschaft und an den Börsen bereits deutliche Bremsspuren hinterlässt, könnte ein Anlass dafür sein. Hongkong macht es vor.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag ist „Super Tuesday“ in den USA: An diesem Tag finden in 14 US-Bundesstaaten Vorwahlen der Demokraten statt. Besonders der Wahl in Kalifornien kommt dabei besondere Bedeutung zu. Wer hier gut abschneidet, kann für die restlichen Vorwahlen auf einen massiven Schub hoffen. 

Der Mittwoch wird an den US-Börsen zum Aschermittwoch. Falls Bernie Sanders am Dienstagabend Triumphe gefeiert haben sollte. Und danach sieht es bis jetzt aus. Sanders führt in allen Umfragen. Das passt der Wall Street überhaupt nicht. Denn Sanders Pläne klingen in ihren Ohren wie Sozialismus pur: Sanders will dafür sorgen, dass jeder Amerikaner eine medizinische Grundversorgung erhält, und die Studiengebühren sollen gesenkt oder sogar gestrichen werden. Und er sagt auch, wie er das finanzieren will. Sanders fordert insgesamt mehr Gerechtigkeit und mehr Umverteilung von den Reichen und Superreichen zur normalen Bevölkerung. Das verspricht er bei jedem Auftritt. Sollte der Dienstag dafür sorgen, dass Sanders seinen Vorsprung ausbaut, haben die angesprochenen Superreichen in der Tat einen Grund, sich zu sorgen: Sanders liegt in Umfragen auch vor Donald Trump. 

Der Donnerstag ist in den USA traditionell der Tag für die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturindikatoren. So werden diesmal aktuelle Daten zum Arbeitsmarkt, zu Lohnstückkosten und zur Entwicklung der Werkaufträge veröffentlicht. Die Werksaufträge, die vom US Census Bureau veröffentlicht werden, sind ein Maß für die Gesamtaufträge von Gebrauchs- und langlebigen Gütern wie Vertrieb, Inventar und Aufträge auf der Fertigungsebene, die Einblick in die Inflation und Wachstum in der verarbeitenden Industrie angeben. Bislang hält sich dieser Indikator recht stabil. Ein Coronavirus-Effekt ist noch nicht zu erkennen.

Am Freitag werden auch für Deutschland die Trends für Werkaufträge und Industrieproduktion veröffentlicht. Hierzulande sahen die Zahlen im Gegensatz zu den USA nicht besonders gut aus. Im Klartext: Das Standbein der deutschen Wirtschaft hat heftigen Muskelkater. Im Moment sieht es sogar nach Muskelschwund aus. Wenn es zu arg wird, könnte ja vielleicht Helikoptergeld helfen. Wer weiß.

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