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Firmenpleite im Hause Scholz

TiAM FundResearch blickt auf die vergangene Woche zurück und gibt einen Ausblick auf die kommenden Tage. Diesmal im Fokus: Wie die Neffen des Bundeskanzlers ihr Startup gegen die Wand gefahren haben.

18.07.2022 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Als ob Olaf Scholz es nicht schwer genug hätte. Seit Februar herrscht Krieg in Europa. Die Aufgaben der erst kurz zuvor gewählten Regierung erscheinen gigantisch. Milliarden für die marode Bundeswehr, eine heraufziehende Energiekrise, Inflation und eine immer noch schwelende Pandemie… Und dann wären da noch die verbliebenen Baustellen aus den vergangenen 16 verschlafenen Jahren wie etwa Infrastruktur, Digitalisierung, das Gesundheits- oder das Rentensystem… Die Liste ließe sich endlos verlängern.

Man mag sich kaum vorstellen, wie sich Tischgespräche bei Scholzens zu Hause anhören. Mal abgesehen vom Privaten. Auch Familienangelegenheiten müssen ja mal besprochen werden. Wer mäht den Rasen? Haben wir noch ausreichend Brot im Haus? Warum lässt Du in der Küche das Licht immer an? Wie geht es eigentlich Fabian und Jakob? Und prompt ist man schon wieder bei einem unangenehmen Thema. Fabian und Jakob Scholz, die Neffen des Bundeskanzlers, haben zusammen mit ihrem Geschäftspartner Kelvin Craig für ihr vor 19 Monaten gegründetes Fintech-Startup Rubarb in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Das ist an sich weder verwerflich noch ehrenrührig. Manche Startups starten durch, andere nicht. Das gehört dazu. Ärgerlich aus Sicht des Onkels dürfte allerdings sein, dass die beiden Neffen bei der Einwerbung von Gründerkapital lautstark mit ihrer Verwandtschaft zum Bundeskanzler um Vertrauen geworben und damit auch öffentlichkeitswirksam an die Presse gegangen waren. Laut Handelsblatt sind 4,8 Millionen Euro in ihr Startup geflossen. Erst im Februar hatte Rubard Wandeldarlehen im Wert von rund 1,8 Millionen Euro aufgenommen. Jetzt folgte das Aus.

„Wie kann man nach einem Fundraising im Februar den Laden in weniger als fünf Monaten an die Wand fahren?“, fragt einer der Investoren im Handelsblatt. Gegenfrage: Wie konnte man ernsthaft Geld in dieses Fintech investieren? Hintergrund: Rubarb ist eine Sparplan-App, die ihren Nutzern ermöglicht, regelmäßig in ein ETF-Portfolio zu investieren, allerdings ohne Festlegung der Sparbeträge. Stattdessen sollen Nutzer ihr Girokonto, ihre Kreditkarte oder Paypal mit der App verknüpfen. Sobald sie irgendetwas kaufen und bezahlen, rundet Rubarb die Beträge auf den nächsten vollen Euro auf und investiert die Differenz monatlich in iShares-ETFs. Dafür zahlen die Nutzer eine Gebühr. Warum die App für irgendjemanden, der regelmäßig Geld anlegen will, interessant sein soll, bleibt bis heute das Geheimnis der drei Gründer und der Investoren. Denn einen ETF-Sparplan kann man bei verschiedenen Anbietern schon lange ab 25 Euro monatlich abschließen – mit weniger Aufwand und zu weit geringeren Kosten als bei Rubarb.

Der Plan, mit dieser App erfolgreich durchzustarten, war also – nüchtern betrachtet – von vornherein eine Schnapsidee. Und tatsächlich konnten die Scholz-Neffen und ihr Kompagnon nur wenige Tausend Nutzer für sich begeistern, während dem Unternehmen die Kosten über den Kopf stiegen. Wobei auch hier die Frage erlaubt sein muss, woher der teure Kostenapparat kommt. Eine App und ein System zu entwickeln, das Geldbeträge in ETFs investiert, ist keine Raketenwissenschaft. Dafür gibt es fertige Software-Bausteine. Wie auch immer: Die Rettung für das marode Startup sollte Kudona bringen – eine weitere App, bei der die Ersparnisse der Nutzer in Krypto-Währungen investiert werden. Kudona wirbt mit einem Renditeversprechen von bis zu 3,8 Prozent per annum. Die Gründer hofften mit ihrer in Litauen frisch gegründeten Tochterfirma wohl, mit dem Kryptogeschäft und höheren Gebühren für die Abwicklung eine üppige Rendite erwirtschaften zu können, um ihre klammen Kassen aufzubessern. Das ging gründlich schief. Die App durfte in Deutschland nicht beworben werden. Und der Absturz des Kryptomarktes machte den jungen Gründern dann endgültig einen Strich durch die Rechnung.

Jetzt macht der Laden dicht. Das Investorengeld ist verbrannt. Was aus den rund 30 Mitarbeitern wird, weiß man noch nicht. Die Einlagen der Nutzer sollen angeblich sicher sein. Man wird sehen. Der Insolvenzverwalter wird es herausfinden.

Was haben die Scholz-Neffen daraus gelernt? In einem Brief an die Investoren geben die gescheiterten Gründer nach etlichen Rechtfertigungen und Entschuldigungen ihren Geldgebern am Ende noch eine Empfehlung: „Zum Schluss möchten wir Ihnen dringend empfehlen, nicht mit der Presse zu sprechen.“ Aha. Da hat der Onkel ihnen wohl noch einen Tipp aus seiner eigenen Erfahrung gegeben. Bleibt noch die Frage: Wer mäht jetzt den Rasen? Die beiden Neffen? Die haben demnächst ja viel Zeit. Es sei denn, sie erfinden eine revolutionäre Rasenmäh-App. Das wäre mal etwas Nützliches.

Ausblick auf interessante Termine in dieser Woche

Am Dienstag folgt die Fortsetzung der Berichterstattung über das TiAM Fund Forum Hybrid 2022 – diesmal mit dem Vortrag von Candida de Silva von Morgan Stanley. Die Portfoliomanagerin erklärt, wie sich Nachhaltigkeit und Quality-Investment in Einklang bringen lassen. Sie stellt mit dem Global Sustain Fonds ein ESG-integriertes globales Aktienportfolio vor und erklärt, wie Morgan Stanley durch starkes Engagement dazu beiträgt, den Kohlenstoffausstoß der im Portfolio enthaltenen Qualitäts-Unternehmen weiter zu reduzieren.

Am Mittwoch wirft Gunnar Herm von UBS Real Estate einen Blick auf den Markt für Gewerbeimmobilien. Dieser sei trotz oder sogar wegen der Krise äußerst stabil. Inflation sei zwar für Wohnimmobilien ein Problem. Die Mieten von Gewerbeimmobilien seien per Vertrag in der Regel jedoch an die Entwicklung der Inflation gekoppelt. Auch die Vermietungsquoten seien stabil, ebenso wie die Nachfrage von gewerblichen Mietern nach Immobilien in Top-Lagen. Gleichzeitig habe sich das Bewertungsniveau etwas gesenkt. Für Herm sind dies Einstiegs-Chancen.

Am Donnerstag führt Walter Liebe von Pictet in das weite Feld des Themas Ernährung ein. Auf dem Weg zur Lösung all der ökologischen, ökonomischen, politischen und auch gesundheitlichen Herausforderungen werde das Thema Ernährung von mehreren kraftvollen Megatrends langfristig unterstützt, so Liebe. Da sei etwa die demographische Entwicklung: Die immer noch schnell wachsende Weltbevölkerung benötige immer mehr Lebensmittel, die sowohl gesund sind als auch ökologisch produziert würden. Ein weiterer Treiber sei das Thema Gesundheit: Mangel- und ungesunde Ernährung seien Hauptursachen für zahlreiche Krankheiten und belasteten unsere Gesundheits- und Sozialsysteme, während Konsumenten immer mehr auf gesunde Lebensmittel und deren Herkunft achteten. Liebe zeigt, welche Unternehmen sich bei der Lösung der Probleme besonders hervortun. Und welche Geschäftsmodelle hier besonders erfolgreich sind.

Am Freitag trifft die Zentralbank Russlands ihre nächste Zinsentscheidung. Erst im Juni hatte sie den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent reduziert. Seitdem notiert der Leitzins auf dem gleichen Niveau wie vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. Es wäre nicht überraschend, wenn die Zentralbank nach vier Zinssenkungen in Folge den Leitzins erneut herabsetzen würde. Denn der Rubel hat im Vergleich zum Vorkriegsniveau gegenüber dem Dollar mehr als 20 Prozent an Kaufkraft gewonnen und gegenüber dem Euro mehr als 30 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Inflation im Land. Das gibt den Zentralbankern in Moskau Spielraum für weitere Zinssenkungen.

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